Band 
Zweyter Theil D - L.
Seite
175-176
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175 DOMINICUS ;

Toulouse nach Rom, erhielt von Innocentio III dieConfirmation des obgedachteir Klosters und aller des-scn Schenckungen, stifftete 1216 den oberwehutenDominicaner-Orden, welchen Honorius III confir-mirte und siatlich privilegirte, hielt sich 1219 in Spa-nien und Frankreich auf, kam 1220 wieder nachRom, hielt in diesem Jahre zu Bologna die erste Ge-neral-Ordens-Vcrsammlung und 1221 die andere,und starb nach seiner Zuruckkunfft von Venedig den6 Aug. 1221. Gregsrms IX hat ihn 12g; in dieZahl der Heiligen versetzt. Seine Schrissten sind

libellus confirmationis feu rationes atque auctori-tates contra Albingenfes ; schedula auctoritates proecclesiae catholica: fide exhibens; acta pradicatio-nis sei« ; constitutiones ordinisj lectiones in epi-stolas Pauli; collariones in Psalmos 8c epistolascanonicas ; enarrationes super evangelium Mat-thaei ; epistoloe, falsch aber werden ihm liber decorpore Christi, und homilice tres de gratiaDei, Undeben so viel de inestabili Irinirare beygelegt. SeinLeben haben Jordanus, sein Nachfolger im Ordens-Gcneralat, ssetr. Lerranvi und Lonst. Mevicen be-schrieben, aus allen 3 aber hat der 5 Ordens -Ge-neral 'Humbertus einen Auszug gemacht, und Gérard,dc Frachets in feinen vids fratrum, die Lebens-Um-stände des Dominicus, welche von den andcrnübcr-gangcn worden, vollends verzeichnet. So hat auchder P. Touren zu Paris 1739 ia vie de S. Domini-que de Guzmann heraus gegeben, welches eine derbesten Lebensbeschreibungen dieses Heiligen ist. Ech.

Fa.Anr.

DOMINICUS dc Jesu, siehe de Jesu.

DOMINICUS, ein italiänischer Dominicaner vonMonte di Lupo amFlusse Arno imFlorcntinischen gele-gen, florirte zu Ende des i4Scculi, und schrieb opu-sculum de B. V. Marias conceptione , welches bey

den Dominicanern zu Ragusa im Manufcript liegt.Ech.

DOMINICUS de Morrario, siehe deMortario.

DOMINICUS de Nislà, siehe de Nisl'a.

DOMINICUS de Pico, siehe dePico.

DOMINICUS Uornellus , siehe Möller ( Dan.WiJh. ).

DOMINIC US di Sangeminiano, ein JCtUs tltt 15Secnlo, aus dem Flecken Sangeminiano imToscani-schen, war in den gcist- und weltlichen Rechten wohlerfahren, bekleidete erstlich um 1407 die Stelle einesVicarii bey dem Bischoff von Mantua, lehrte daraufzu Bologna die päbstlichen Rechte, ward hernachAu-ditor Rotä zu Rom, und ließ homilias ; constlia f.responsa, welche mit ersteren zu Venedig 1550 tu foi.gedruckt worden; ingleichen commentaria in libros6 decretalium, welche ebenfalls zu Venedig 155 S infol. aus Licht getreten. 'Eo.Panr. o. ka. Coppiusinviris illustribus sangeminianis.

DOMINICUS deS.Thoma, siehe de S. Thoma,

DOMINICUS (Antonius), siehe deDominis (Marc,Aaton.).

DOMINICUS DOMINIS 176

D OMINICUS, oder Domenichi, ( Ludov. ) , einJCkus, Philologus und Poete, im 16 Seculo, vonPiacenza, hat sich nach Florentz begeben, und des Pau-lijov'ú opéra historica, ingleichen des Augußini tra-ctat. de gratia, de libero arbitrio, & de perseveran-tia; auch einiges vom ^enophome, des Polpbii 12Bücher, und PctriMarcclliBuch de viris Principum8c gestis Venecorum ins Italiänische übersetzt, undsonst dialogos; Ifloria varia-, Ragionamento sopra ÏImpreJ'e; délia Nubiltà deüe Dornte , welches Wercksehr ästiniirer wird , wie auch Gedichte, Comödienund andere Tractate im Italiänischen verfertiget.Ghil.

DOMINICY (Marc. Ant.), ein königlich - frantzösi-scher geistlicher Rath und Historiographus im ,7 Se-culo, war einer von den ersten, die wider Chiffletiumgeschrieben Dahin gehören von seinen Schrifften

adsertor gallicus s. historica disceptatio, qua arcanaregia, polirica & genealogica hiipanica refutantur,francica stabiliuntur; Ansberti familia rediviva s. li-nea superior & inferior stemmatisS. Arnulphi. ©Otlfischrieb er noch dich ad canonem 2 Lc 5 concilii aga-theniis 8c ultimum ilerdeníis f. de communionsperegrina; de prosrogativa allodiorum in provin-ciis, quae jure scripto utuntur, narbonenli 8c aquita-nica; de treuga 8c pace ejusque origine Lc usu inbellis privatis; de sudario capitis Christi, utlb stark»1650. EIL.

de DOMINIS (Marcus Antonius), ein Ertz - Bischofszu Spalatro, und Primas von Dalmatien und Croa-tie», gebohren in dem venetianischen Gebiete,war vonschöner Leibes - Gestalt, verlohr aber sein Ansehn sehr,weil er sich mit dem Frauenzimmer gar zu bekanntmachte. Er wurde daher» unterschiedlicher Punctebeschuldiget, weshalben er, feine Unschuld zu bezeu-gen, eine Reife nach Rom that, und zwar in Gesell-schaft 2 englischer Edelleute, die mit ihm ein Gesprä-che hielten, ob man in allen christlichen Religionenselig werden könne, und dadurch einen grossen Ein-druck in sein Gemüthe machten, daß er hernach öftersdaran zu gedencken pflegte. Weil er aber zu Romschlecht empfangen wurde, kehrte er bald mit grossemMisvergnügen wieder zurücke. Allein erwarb gleichdarauf wegen folgender Puncte,daß er von dcs PabstsBanne wider die Republick Venedig übel geredet, daßer mit dem Fra Paolo oder Paulo Sarpio corrcspon-diret, daß er den römischen Hof bedrohet, wenn manfortfahren würde, ihn so übel zu tractiren, wolte ereinen Schluß fassen, der ihn gereuen folte, daß er mitden Ketzern umgienge, und die Sacramenta verachte-te, daß er gesagct, man könne in allen Religionen se-lig werden, wenn man nur fromm lebte, bey der In-quisition angeklagt, und muste dahcro wieder nachRom zurück kommen. Weil er aber in nichts überwiesenwerden konte, wurde er von den Jnqvisitoribus un-ter einer scharfen Bedrohung, und ohne daß sie ein Ur-theil Drachen, ob er schuldig wäre, aus seiner Gefan-gen-