Band 
Zweyter Theil D - L.
Seite
177-178
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D OMITILL A

genschaft wieder losgelassen. Hierauf verkaufte erseine Güter, reisete mit einem Edelmann nach Londcn,und bekannte sich daselbst öffentlich in der Kirche St.Pauli zur reformirten Religion, schrieb auch unter-schiedene Bücher wider die römisch -katholische Kirche.Den seiner Ankunft in Engelland wurde er nicht alleinvon dem Könige überaus gnädig empfangen, son-dcrn erhielt auch von demselben ansehnliche Ge-schencke,und wurde hiernechst zum Decano von Wind-sor, zum Master oder Vorsteher der Savoye,und zumPfarrer von West - Jslely in Berkshire verordnet.Gondomae aber, so damahls als spanischer Gesand-ter an dem londenschen Hofe stand, versäumte keineGelegenheit, ihn dem Könige als einen Heuchler ver-dächtig zumachen, welches er auch nicht lange hernachgenugsam bewiesen hat. Die Sache aber wurde durchden Hof zu Madrit also gespielct, daß dem vc Domi-ms> von dem römischen Stuhl nicht allein eine völligeAussöhnung, sondern auch selbst dieCardinals-Wür-de nebst andern grossen Vortheilen verheißen wurde,wofern er sich, die protestantische Religion zu verlas-sen, und seine indessen heraus gegebene Schrifftcn zuwiedcrruffen eutschlicssen wolte. Als nun der Pabsthierüber ein Breve ertheilet, und Gondomar solchesdem de Dominis zu unterschreiben gegeben, fandderselbe kein weiteres Bedencken, und unterzeichnetedas, was von ihm in diesem Punct verlanget wurde.Mictlerweile starb der Ertz-Bifchoff von Aorck, undde Dominis bewährte sich, von dem Könige dessenStelle zu erlangen; der aber nunmehro eine kurtzeabschlägige Antwort, zind als er sich hierauf zu retiri-ren gedrohet, endlich An. 1618 die Ordre bekam, sichinnerhalb z Wochen aus dem Königreich zu begeben.Als er wieder nach Rom kam, muste er in der Peters-Kirche, mit einem Strick um denHals auf den KnienPönitentz thun, worauf er öffentlich mit Auferlegungallerhand harter und schwerer Buß-Uebungen absolvi-ret wurde. Endlich, da er wieder soll auf seine vorigeMeinung gekommen seyn, wurde er von denJnqvisi-koren ins Gefängniß geworfen, da er denn an Gisste,oder auf andereArt 1624, sein Leichnam aber öffent-lich zuRom durch die Gassen geschleppet, durch denHencker verbrannt, und die Asche in die Tybrr gewor-fen worden. Er hat de republica ecclesiastica con-tra primatum papa:, (in welchem Wercke iedoch, obwohl der Titel am dritten Theil das 7, 8, 9 und 10Buch verspricht, das 8 und 10 noch nicht gedruckt ist);lle radiis visiis 8c lucis , darinne er zuerst die wahreUrsache des Regenbogens gezeiget; de potestate re-gia & ufurpatione papali pro Tortura Torti unterdem Nahmen R.Bttrchilltts ; Expositionen: consilii fuseprofestionis ; Expositionem consilii fui reditus exAnglia ; Orationem in Romanor. XIII, I2‘, lesEfcueilsdu Naufiag? chmien; tutb andere Schafften verfer-tiget, auch des Pauli Sarpii historiant concilii triden-tim zuerst in Engklland drucken lassen. Er. AE. CZ.Ar. Er.

kOMITILL A,Zannetti.

Gelehrt. Lcxh, Tom. IL

DOMITIUS DOMNULUS 178

DOMITIUS, ein Historicus, hat von der Ankunfft-dEnea: j n Italien geschrieben. H. Gellius.

DOMITIUS, ein Grammaticus zu Rom, zur Zeit-Hadriani, mit dem Zunahmen Infanus, weil er sich inkeine Geftilschaffr einlassen wollen; wünschete denMangel der Zunge den Menschen, damit sie einan-der ihre Laster nicht communiciren könten. Gellius.

DOMITIUS, sieheMarsus.

DOMITIUS Äser, siehe Äser.

DOMITIUS Labeo, siehe Labeo.

DOMITIUS Uîpianus, siehe Ulpianus.

DOMITIUS (Joseph), ein römischer JCtus, schriebnovistimas deciiiones Sacrre Rots rotnanx, die 1667nebst Jo.Ant. Novarii bullario und des Abts Mich.Jusimiani Zusätzen zu Rom in fol. heraus gekom-men rc.

DOMNINUS, ein platonischerPhilosophus unddesGyriani Schüler, von Laodicea oder Larissa, hat

0'/.,/, ngX’yftKTiixy Kxd'uçTíyìjv ruy iayjxxruy rS IIasí-raivor geschrieben. S. Fa.

DOMNINUS, ein alter Historicus, dessen inMalaläChronick öffters gedacht wird, und den einige vor einenBifchoff vonAntiochien hakten, hat eine Historie vomAnfange der Welt bis auf Justiniani Zeiten geschrie->ben. Ea.

D OMNI ZO, obtr Donizo, oder Donmio, von einigenauch Dominicus genannt, ein Presbyter Benedicti-ner-Ordens zu Canosa im Anfange des 12 Seculhhatdas Leben der Gräfin Marhildis , deren Capellan erwar, in heroischen Versen beschrieben, und darinneseine Partheiligkeit gegen den Kayfer, dem Pabste zuGefallen, blicken lassen. Seb. Tengnagel hat das-selbe zuerst ediret: es steht aber auch in Gretfiri mo-numentis veteribus contra fchismaticos , und amvollständigsten in Leibnitzens Scriptoribus rerumbrunfvicensium. Man trifft es auch mit des er-meldken ibeibniril und Muratorii Anmerckungen indieses Thesauro scriptcsr. ital. an. Von einigenwird ihm noch in ungebundener Rede eine Schrifftvon Theobalv, Bischoffen zu Arezzo beygelegt. S.eib-nitz hat in der Vorrede zu den Scriptoribus brunsvi-censibus von ihm Nachricht gegeben. Es.

DOMNOLA, siehe Donnola.

S. DOMNULUS, ein Bifchoff von Mans in Franck-reich, lebte im 6ten Seculo, und wurde anfänglichAbt in dem Kloster St. Laurcntü zu PariS, welchesnach der Zeit in eine Pfarr - Kirche verwandelt wor-den. Nach diesen ernennte ihn der König Llorariuszum Bifchoff von Avignon, welche Stelle er ausge-schlagen , und nicht lange darauf zum Bifchoff vonMaus, welches Amt er aber gleichfalls aus Beschei-denheit nicht eher angenommen, bis er fast dazu ge-zwungen worden. Indessen bekleidete er sol-ches ohngcfehr von An. ;6o mit vielem Ruhm, bis erendlich den lDec.An.;8lmitTodeabgieng. Erhatdie Abtey S. Vincentii in einer Dorstadtvon Maus ge-siifftet, allwo er auch begraben liegt, und zu derenM Vor-