Band 
Zweyter Theil D - L.
Seite
2407-2408
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L E U P O L D

sie er Den Schluß, nach Häuft zu gehend es aber vor-hrreinJahrin Leipzig zu versuchen. Ob sich nunwohl die Baarschafft, so er mitbrachte, noch nicht aufzwey Groschen beiieff; so gelunge es ihm doch, daß eretliche Knaben im Schreiben und Rechnen zu untereweisen bekam - und dabey mit seinen mathematischenWissenschassten unter einigen Studenten bekanntwur-de , die sich seiner Anweisung, wie einige Maurer undZimmer,'eure in der bürgerlichen Bau-Kunst bedien-ten. Als er darauf einige Skudivsos in der Malhc-si unterrichtete; so nahm er daher Gelegenheit, diedazu nöthigen Instrumente selbst zu verfertigen, wel-ches ihm so.wohl gelunge, daß seine Zuhörer derglei-chen von seiner Arbeit verlangten. Darüber ließ erdie Theologie völlig fahren, und legte sich allein aufdie Mathematik und Mechanik, war auch gesoimen,an einem gewissen Hofe Bestallung anzunehmen. Daer aber 1701 Oeconomus in dein Lazarett- zu Leipzigwurde, tonte er seine Mechanik dabey nach Wunschefortsetzen, und sein Laboratorium in bessern Standbringe!,. An. 1704 befiel ihn eine hefftige Kranck-hcit, wobey er das Gedächtniß und Gehör verlohr;von denen sich icdoch das erste nach und nach besserals das andere wieder fand; «nassen er bis an. seinEnde fast gar nichts hat hören können, welche Zu-fälle ihn auch bewogen, die Jnformationcs in derMathematic aufzugeben. Inzwischen hatte besagteKranckheit beständigen Husten, grosse Engbrüstigkeitund starekes Brechen bey ihm hi,»erlassen,. welcheihn» bis ansein Ende angehangen, und ihn sehr mattund krafftios gemacht. Nichts dcstowenigcr setzte ersein Laboratorium mcchanicum beständig fort, undmachte sonderlich vortrefliche anrlius, deren er bis auf30 Stück verfertiget. An. 1714 gab er die Oecono-mie in dem Lazaret!) auf, fetzte sich in der Stadt,undrichtete ein offenes Gewölbe auf. Weil sich auch seinRuff mehr und mehr ausbreitete, so wurde er vonder königlichen Societät der Wissenschafften zu Ber-lin, ingleichen von der Académie bei'Onore lettera-no zu Forst, zu einem Mitgstedc aufgenommen, underhielt den Titel als königlicher preußischer Comnwr-cien-Rath. An. 1725 wurde er von seiner königli-chen Majestät in Pohlen zu dero wircklichen Berg-Commissario ernennet, und mit dem Titel eines kö-niglichen Raths begnadiget, that auch etliche Reisenin die Bergwercke, und hatte willens, ein Berg-Ma-chinen-Haus in dem Ober-Bcrg-Amte, ingleichen einGymnasium metallo-mechanicum zur Unterweisungder Jugend in Berg-und mechanischen Sachen, zuLeipzig anzulegen, starb aber darüber 1727 den \zJan. Seme Schafften sind deutliche Beschreibungde? sogenannten Lufft-Punipe; derselbe» erste Fort-setzung und Vermehrung; die andere Fortsetzung;ferner in deutscher Sprache : Theatern madiinaruingenerale; theatrum machinarum hydrotechnicarum;theatrum machinarum hydraulicarum ; theatrummachinarium ; theatrum staricum universale ; thea-trum pontificialej theatrum tnachiuarum arithme-

L EU K £ C H O N E ß U S C. H N E R

' ticirum & geometricarum ; theatrum arithmeric*'geometricum , oöcr Schauplatz der Rechen-undMesi-Runst, so erst nach feinem Tode 1727 ansLichrgetreten; Nachricht von Feuer-Rohr-und Schlau-gen-Spriyen, nebst Johann Lph. Beckens Beschrei-bung von den Schläuchen oder Schlangen zumSpritzen; kurycr Enkrrurff, auf was Art die Ven-besscrung de» Machine» - Wesens bey den Berg/werck'en zu veranstalten; Beschreibung neuer Wai-se?-. oder Horhontal-Wagen; leipziger -^eurvage,oder Beschreibung einer grossen Schncllwage; thea-trum machinarum molarium, oder Schaupla-tz derMüHlcn-Bau-V.unst, so erst 173; heraus gekommen«AE. NZ. -, -

LEURECHÒN (Joh.), ein Jesuit«-aus Lothringen,vonBarle Duc, war Philos. Math. und TheologieProfessor, des Klosters in seiner Vaterstadt Rector,und viele Jahre lang des Hertzogs von LothringenBeichtvater. Er schrieb imFrantzösischen, doch mitverdecktem Nahmen Hilaria marhematica; feiest**propositiones ex tota mathesi; rarionem facillimatndescribendi omnis generis horologia ; praxin auo- 1rundatn Horoiogiorum & Cylindri; de Cometa-an-ni 162z; übersetzte auch ins Frantzösische Mut. Virteliejibi c piltolamde jubilteo iocieratis ; ingleicheNWitb. Lamnrmaini vircutes Eerdinandi II Imp, unbstarb 1670 de» 17 Jan. lM 79 Jahre. W,d. Al,

LEURELIUS (Julius Wilhelmus), hat 1644 Bei'lum iuter cluiilianos minime bellum ju Bremen ÍH12 cdiret.

LEURENIUS (Joh.), ein deutscher Jesuit aus Natt-denradt im Jüiichischen, geboyren 1609, schrte dstRhetorik und netten Künste, war Studiorum Pra/fectus, Rector des Collegii zu Aachen und Coblentz,und starb am letzten Ort den z Dec. i6z6. Er warein guter Poetc, und schrieb im Nahmen des Jesu»ter- Collegii zu Eöln Aurora,» in Eeoue, in inaugV'ratione MaximiJ. Henrici Coadjuroris colon.; uhkr-dieses auch vitara S. Servatii , Episc. traject. cum of*ficio. AI.

LEUS (Edn.), ficfyt Lee. ,

LEUSCHNER (Georg.), ein Schulmann, gcbotyreit den 26 Jan. i;89 zuColditz, wo ftin Vater gftt-ches Nahmens Bürgermeister gewesen,sindirte zu Lrip^zig, begab sich aber, als 1607 die Pest allda starckgrasistrte, »ach Nieder-Sachftn, besähe die vornchnkstr"Ocrtcr darinne, und gab geraume Zeit zu Hannovereinen Pädagogum ab, desgleichen auch zu Ulm m.Schwaben und in seinem Vaterlande, zog hieraus1611 wiederum nach Leipzig, und von darnach Rostock, kehrte aber, als er drey Jahr lawlbey einem vornehmen von Adel unweit Güstrow jjJ'formator gewesen, 161; nach Colditz zurück, würd*noch in diesem Jahre Cantor daselbst, und 1617^ctor, nahm 1620 zu Witteuberg die Magistcr-W"rvan, und verwaltete das Rectorat bey die 53 Jahro^ne Substitution. Seine Schrisstcn find Hellen^lutheuna »der griechische Gesänge; Fasciculus La»