'LILIEN
2453 LIGORIO LILBURN !
und 8 ediret, damit aber schlechte Ehre eingelegt, imdem die Schreibart niederträchtig, anch die Sachenselber mit keinem sonderlichen Iudicio abgehandeltsind. Lo.
LIG ORIO (Pyrrhus), ein Mahler von Neapoli, hatsich hauptsächlich auf die Baukunst gelegt, und inAn-. tiqvitätcir etwas ungemeincs gethan, in verschiede-nen Büchern die Alterthümer von Rom; wie auch. allerhand Gattrnrgen von der Altcir ihren Schriffrenpraftittirct; er starb 1586. Es ist von ihm ein klei-nes Buch delle antichità di Roma, wie auch ein Frag-ment de vehieulis, welches Scheffcr in seinem Wer-ke de re vehiculari, übersetzt, und mit Notcît illustri-ret, gedruckt; seine descripno villx tibuninas hadria-ns aber steht in Burmami theiauro antiquitaturn Lehiftoriarum Italix Turnn VIII. Seil! Corpus an-tiquiTatum, daran er 35 Jahr gearbeitet, und welcheszu Turin annoch im Manuseript verwahret wird, hatder Hertzog Carl Emairuel I nach Mabiliami in ki-Ni-rarro Bericht, vor iSoco Ducaten gckausst. Et-liche setzen die Anzahl der Voluminum auf 26, ande-re 40, und noch andere über 120. Im übrigen ur-theilen die Gelehrten, daß man sich auf ihn nicht sicherverlassen könne, indem er viel neue Müntzen mitJnstriptionen vor antiqve ausgegeben. Elan. Lo.LILBGRN (Johann), stammte aus einem guten Ge-schlechte in Keilt her, und ward erstlich zu einem Tuch-händler oder Ballenbinder in die Lehre gethan: zeigteaber schoir in jungen Jahren einen hohen Geist, be-saß auch eine erstaunliche Gedächtnißkraft, war abersehr zänckisch, liebte alle Neuerungen, war dem Hofesehr zuwider, und beleidigte solchen oft mit stachlichtcnReden. Air. 1632 misfiel ihm die bisherige Lebens-Art, und er bezeigte grosse Lust, die Rechte zu studi-rcn. will), prynne nahm ihn hierauf in seineDien-ste. Nachdem aber Pryunc kurtz hernach wegen sei-nes Hirtrio-Mastix vieles auszustehen hatte, nahmLiiburn seines Herrn Partey, und gab verschiedeneSchrifften wider die Blschöffc aus. Er ward deswe-gen 1637 in das Gefängniß gebracht, so man Fleetnennet, und von dar bis nach Wcstmünstcr mit Ru-the!, gcpcitfchct. So stand er auch 2 Stunden andem Pranger; und da er viel gifftige Reden widerdie Regierung zu dem Volcke aussticß, legte man ihmctn Sperrholtz in den Mund. An. 1640 ward er vondem Parlement seiner Hasst entlassen, und ihm indes-sen Diensten eine Hauptmanns-Stelle gegeben. Alser aber 1642 bey Branford gefangen worden, brachteman ihn nach O.rford, und machte ihm den Proceßals einem Verrather, der wider seinen König Kriegführete. Doch ward er irachgchcnds wieder auf frey-en Fuß gestellet, und ihm eine Obnst-Lieuteiiants-Etclle gegeben. Weil er aber einen sehr unruhigenGeist hatte, warfen sich zum Haupt der Rcvellers auf,welche eine Faction in Tcomwelis Armee waren, derenMeinung war, eine Gleichheit in der Regierung zuniachcn, krafft welcher die Grossen die Kleinen nichtsollten unterdrücken, und diese auch zu den höchsten
Stellen gelangen können. Zu Beförderung dieserAbsichten schrieb Eilbuni eine grosse Menge kleinerSchriften, wurde aber deswegen 164; nach Ncwgategebracht, allwo er.eine geraume Zeit bleiben musse.Als aber denr Parlemente von seinem und viel an-dern Weibern, wie auch von viel hundert Bürgernunterzeichnete Bittfchrissten wegen deycn Loslassungübergeben wurden, setzte man ihn rn den Töwer.Weiser zu viele Freyheit genoß, redete sowol er als seineAnhänger auf eine spöttische Weise von beyden Thei-len des Parlements, welches auch entdeckte, daß sichetliche 1000 Menschen vorgenommen, hätten, unterdem Vvrwand einer Bittschrifft das Parlement unddessen Aufführung zu beschimpfen. Hierauf ward sei-ne Freyheit sehr cingeschranckt, und ihnr Befehl zu-:. geschickt, sich vor dem Unterhaufe zu stellen. Ais ernun 1647 allda erschien, verantwortete er sich ii'dckünftig; allein das. Unterhaus ließ ihn wieder nachdein Tower briirgen, und erkannte, daß er als einAufrührer sollte gerichtet werden. Doch 164s ver-ordnete das Unterhaus selbst nicht nur, daß er derGefangenschaft sollte entlasten werden, sondern eswurden ihm auch 3000 Pfund wegen der ausgestau-dencn Trübsal angewiesen. Als er aber bald hernacheitle Schrifft des Titels: Englands »eu> Cb/iws difco -veredy ausgab, ward er 1649 wieder in den TowerLebracht, und eine sonderbare Eommißio» niederge-setzt, in welcher er als desHochverraths schuldig soll-te verhöret und gerichtet werden. Allein diese Com-mrßion sprach ihn völlig los. An. 1652 ward er vondem Parlemente um 7000 Pfund Sterling gestraft,und aus allen 3 Königreichen verbannet. Er begabsich also in die Nicderian.de, kam aber doch wieder insein Vaterland, da man ihn denn alsbald nachNew-gate brachte, scharf befragte, und endlich 1653 aber-mals für unschuldig erklärte. Bald darauf führteman ihn nach Portsmouth, in der Absicht, ihn überdas Meer zu führen. Da er nun alles in Richtigkeitgebracht, und zu seinem fernern Unterhalt Anstaltengemacht hatte, ward ihm erlaubt, in Engclland zrkbleiben. Er schlug sich also zu den Qvackcrn, undließ sich znEltham in Kent nieder, allwo er sowolalsan andern Orten öfters geprcdiget hat. Er starb zuEltham den 29 Aug. 1657. B.
LILIA, oder Liiius, (Petrus), ein Probst zu Srede,und Canonicus in seinem Vaterlande Posen, hat zuRom den Gradum Doctoris Theolvgia erhalten, istbey König Stephans Latorio Beichtvater worden,hat Salomonem regem, feu pro religione catholica5 í dignitate sacerdotali ; comment, super scntentiasNa^ianzeui, die er lateinisch vertirt; de SS.Trinita-te; actiones pro dornn sua, UUb Orationes hinterlas-sen, und ist 1606, 22 Febr. gestorben. W,d. St.LILIEMARCK, siehe Stigzel.a LILIEN (Caspar), ein Theologus und Erbherr inWaitzcndorf, war Georg Lilien Sohn, und wurdezu Berlin 1632, 30 Oct. gebohrcn. Als er zu Kö-nigsberg studiret, und sich nach Wittenberg zu bege-PppppppL den