Band 
Vierter Theil S - Z.
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1017-1018
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T A S S O

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te zn Hülfe kamen, geschlagen, und sowol seinen ei-gentlichen Gegner, als auch einen aus dessenBrüdcrnverwundet hatte. Zwar versicherte der Hertzog, daßes damit keineswegs auf eine Strafe, sondern viel-mehr zu des Lasso Besten angesehen sey, um ihn nein-lich vor den Nachstellungen feiner Feinde zu verwah-ren ; allein da der Arrest bey einem Jahr verzog, undüberdiß auch Lasso von einem Favoriten desHertzogs,der sein grosser Feind war, nichts Gutes sich verspre-chen koute, faßte er den Entschluß, von bannen zuentfliehen,wiewol vermuthlich auch seineMelancholieund Verwirrung, die man schon damals an ihni ver-spürte, hierzu gar vieles beygetragen. Er machtesich demnach in verstellter Kleidung nach Turin, undnennte sich -Homcru« Fuggiguerra, ward aber dochnach einiger Zeit allda bekannt, und von dem dasigenHertzog sehr wohl tractirt. Mitlerweile aber ver-mehrte sich seine Kranckhrit und Melancholie, so, daßer theils aus »»nöthiger Furcht, theils auch aus ei-ner sonderbaren Sehnsucht, sich erstlich von Turinnach Rom, nachgehends aber nach Sorrento zu seinerSchwester, und endlich selbst wieder nach Ferra ra be-gab, da ihn der Hertzog wider alles Vermuthen sehrwohl empfieng; wiewol die Scribenten die Sachenicht durchgehends auf gleiche Art erzehlen. Jedochals man jhrir seine zuvor weggenommene unterschied-liche Gedichte nicht wieder geben wollte, indem seinobgedachter Feind dem Hertzog weiß gemacht, daßLasso wegen Abnahme seiner Gemüths-Kräffte die-selben mehr verderben, als verbessern würde; fiel die-ser immerzu in grössereSchwermuth, gebrauchte zu-weilen harte Reden gegen den Hertzog, lies auch zumandernmal davon,-und bemühe» sich durch unter-schiedliche italiänische Fürsten oder Staaten, mit Gü-te oder Gewalt seine Gedichte zu erhalten. Alleinhierdurch verderbte er seine Sache vollends, immassenihn 'der Hertzog, als er letztlich wieder nach Fcrraragekommen, in ein Spital einsperren, und darinne soübel bedienen ließ, daß er auch des Nachts nicht einLicht hatte, seine Verse aufzuschreiben, hierncchst auchihm einige Medicos .verordnete, welche ihn-von die-ser Kranckheit wider seinen Willen curiren sollten.Wiewol nun hierdurch auf einer Seite das Uebel nurvermehrt wurde; so gab doch Lasso, wenn er einigegute Intervall« hatte, viel treffliche Proben seinesGeistes von sich, und zwar nicht nur in Versen, derener sehr viele schrieb, sondern auch durch die wegen sei-ner Erledigung, sowol an den Kayser als den PadstGregorium XIII, abgelassenen sehr vernünftigemSchreiben. Der letztere nahm sich auch seinevernst-lich an, starb aber, ehe nocl) etwas zn erlangen wap.Endlich brachte ihm der mantuanische Printz, Diu-centius von Gon;aga, die Freyheit 1586 wiederumzuwege, und nahm ihn sodann mir sich nach Manrua,woselbst er ihm in seines Herrn Vaters Pallast.einZimmer eingab; wiewol hiedry Lasso anfänglich nochversprechen muste, inskünftigc ohne desHertzogs vonFerrara Erlaubniß nicht von Mantua fort zu gehen.

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Jedoch als ihm endlich, mit Ausschliessung prischcn Lande, völlige Freyheit verstattet werzu Zehen wo er wollte, die mantlianische a {U <rlft<&nicht gar zu wohl bekommen wollte, undbesorgte, daß ihn derermeldtePrintz,so indessen durch seines Vaters Tod zur ^gelangt, in Staats-Sachen würde gebraum^iklcn: so zohe er 1587 von Mantua weg, " nsich erstlich nach Bergamo, bald daraufpolis, allwo ihn Manso, sein guter Freund, d- ^bewirthete, ohne der Ehre zu gedencken, we ^

auch sonst von den vornehmsten Personen f* 5

den. Er fuhr auch in diesem Zustandeviel nette Schrifftcn, beydes in gebundener .^311*bundener Rede zu verfertigen. Dochfriedenheit einiger Massen wieder durchgestört, den er wegen gewisser Stücke t ctnt V g rifre s,,chcn Erbschaft, und sonderlich wegen derPallasts der Gambacorta, aus welchen« Hbe entsprossen war, mit dem Printzen von^„ ib>»LamiUo Laraccioli, zu führen hatte, tu«

«.miuuw wiwuioii, zu suyrcnderselbe viel seiner besten Stunden weg" L|ffendlich auch nichtglücklich für ihn ausfiel-ließ er sich durch die Einladung des neutn - ^ Mvon Florentz, Ferdinand, de Medicis, veiv vier sich zu denssclbigen begab, da denn nE „ MGroß-Hertzog ihm viele Ehre erwies, s»"'^cherdie Academia della Crusca, mit welcher eviel zu streiten gehabt, die grösteHocha"U

bezeigte. Als er 1591 wieder nach N-ap fiiciP'L

und theils bey dem Printzen della Esnc / ^ jW'

aber in dem Hause seines alten Freundes,

so, sehr vergnügt zugebracht hatte; berle /-^,i,r

Passers, Pabst Lleinentis VIII Schw^^,„fdtft-,,

l;92Cardinalgewordcn,;usich nach

reise soll Sciarra, ein damals sehr belchrny * ftcilf f/

der Banditen, als Lasso und seine atpzLt

Furcht für diescrRotte in die Stadt

jener aber sie darinne umringt hatte, ^

Nachricht, daß dieser berühmte P^Äotea^„d

wäre, chm erstlich sicheres Geleit a y'

wenn er sich von seinen Reise-Gcfth»/'^ sicher

allein fortziehen wollte; nachmals aber,

ihm oder seinen Leuten auf solche A-rn

trauen wollte, mit allem seimni ^

gen seyn, und den Weg völlig frey

Rom wiederfuhr ihn, hierauf sehr

re; weil er aber theils lieber in mehrere " g

polis leben wollte, theils auch merkte/

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dinäicn Passers und Älvobcanvmr, e« àide' ■ «il

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gebrauchte den Verwand, daß er den/' „ v0»'-gt

gütlichen Vergleich feines mit dem ss r

linv habenden Rech'tsrHandels, aUì^gcl" ^»'

Er würde auch schwerlich wieder nach 1