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welche mit seinen Zuhörern wettete, ihn zum Bey-schlaff zu bewegen, zu ihm zwar zu liegen kam, abermit allen ihren Reitzungen nichts ausrichten fonte;wiewohl andere solches von der Laive erzehlen. Erlebte sehr mäßig, und ließ sich den Geitz und dir Ruhm-sucht so wenig, als die Wollust einnehmen, ausser daßvon ihm erzehlet wird, er habe zu Syracusa, oder wel-ches fast wahrscheinlicher ist, zu Athen, bey einemvon Dion^sto angestellten Sauff-Fest den Preis, nem-lich eine güldene Krone erhalten, welche er aber nichtbehalten, sondern einer grossen Statue des lvisrcurUaufgesetzet, die er sonst andere Tage mit einem Blu-nren-Krantze zu verehren pflegte. Mit Geschenckenwar er gar nicht zu gewinnen, welches der König Phi-lipp»» in der atheniensischen Gescmdtschafft erfahren.Denn da die andern Gesandten durch Gabe» sowohlals allerhand Ehren-Bezeigungen gewonnen waren,blieb bereinige Xenocratc« unbeweglich, und als nachder Zeit Alexander, Philippi Sohn, durch seine Ge-sandten ihm ;o Talente zuschickte, lud er sie in dieAcadémie zum Abeud-Essen, und als sie des andernTages ihn fragten, wem sie des Königs Geld auszah-len sollten, antwortete er, habt ihr denn nicht ausderLestrigen Mahlzeit gesehen, daß ich kein Geld brauche?lind als die Gesandten darüber traurig wurden, nahmer ;o Minas, damit er des Königs Freygebigkeit nichtZantzlich zu verachten schiene. Seine Aufrichtigkeitwar so berühmt, daß er allein sein Zeugniß vor demRathe zu Athen mit keinem Eibe bestätigen durffte.Aernechst war er auch ein Feind von Stoltz und'vvchnmth, und wartete, nachdem er im andernJah-w der no Olympiade dem Speustppo in der Acade-lnie zu Athen gefolget, seines Amts mit unverdrosse-nen, Fleisse. Als rinsmahls der in allen Lüsten er-lassene, und in der gantzen Stadt Athen deshalberbrschriehene Polemo mit seinen Cameraden trunckenverum schwermete, gerieth er in die Schule des Te-"ocrari«, in der Absicht ihn auszulachen, und in sei-2 * r Lection zu stören, wie er denn anfangs allerhand^îuthwillen, zu grossem Mißvergnügen aller Anwe-rben, darinne verübte. Xenocrates aber ließ sichwlches nicht anfechten, sondern fieng an eine Rede von/^.Mäßigkeit zu halten, und verfolgte dieselbe outWlchem Eifer und Nachdruck, daß der trunckene Po-gantz umgekehrt wurde, sein Unwesen erkannte,ad aus einem Schlemmer, Hurerund Gassenschwer-f ÄLcnocraci« Schüler, und nach der Zeit sein Nach-
her auf dem Lehr-Stuhle wurde. Sein Haupt-fehler war, daß er eine gar zu saure Mine an sichvatte, weswegen ihn Plars den Gratien (oder Got-''"Nen der Freundlichkeit) fein offt zu opffrrn ermahn-K-'. Er psiegte zu sagen, daß das Reden viele, dasschweige,, aber niemanden, oder doch wenig Men-gen gereuet hätte. Er wiese einstens einen, der inSchule wolle, schlechterdings ab, bloß darum," weder die Music, noch die Geometrie, noch.k,eonomie, oder mit einemWort nichts von der Ma-
veniatrc sttzdirt hatte, welche Wissrnschasst er vor den
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Schlüssel zu allen andern hielt. Wenn er, welchesdoch selten geschahe, aus dem Hause gieng, verjagteer durch sein Ansehen die liederliche Fugend von denGaffen, die sich wohl hütete, daß sie diesem rrnsthaff-ten Weltwcisen nicht begegnete. Als er nachgehendsdas ihm aufgelegte KopssGeld nicht bezahlen konte,verkaufften ihn die Athéniens» nach ihren Gesetzen indie Knechtschafft; allein Demctrius Phalereus kauff-te ihn, und siellte ihr: hierdurch wieder in seine Frey-heit. Er schrieb auf Alexandre Bitte einen Tractatvon der Regierkunst; ingleichen 6 Bücher von der Na-tur, 6 von der Philosophie, und eines vom Reichthum;2 de discipulis; eines de vitis; eines de Parmenidisdecretis ; 5 de Geomecris ; Pythagoraea ; Wie auchGespräche vom Tode, welche letztern Mars. Licinu»ins Latein übersetzt; nebst vielen andern, vonwelchrnallen aber nichts mehr vorhanden ist. Nach seinerMeinung, verdienten diejenigen allein, rechte Philo-sophen genennt zu werden, welche das von freyenStücken und aus eigener Bewegung thäten, was dieandern aus Furcht vor den Gesetzen verrichten. DieTugend hielt er unter allen Dingen für das Edelste,und glaubte, wenn man die Augen aufdes NachbarnHaus würsse,sey dieß eben eine solche Sünde, als wennman seinen Fuß drein setzte. Seine Theologie warsehr wunderlich. Denn'» lehrte, daß 2 Gottheiten,nemlich die Monas und Dyas wären, davon die erstemännlichen, die andere aber weiblichen Geschlechtssey, welches aber nicht im eigentlichen, sondern in ei-nem besondern und geheimtn Dersiand anzunehmenist. Desgleichen nennte er den Himmel, die Stern«und Planeten ebenfalls Gottheiten oder Daemones,welche ihre Freude an dem Unglück und den Mühse-ligkeiten des menschlichen Lebens haben sollten. DieSeele aber hat er für eine sich selbst bewegende Zahlgehalten. Man sagt, daß er des Nachts ohnversehensmit der Stirne wider einen Kessel oder Becken gestos-sen,und davon im ersten Jahre der Olympiaden 6, im82 Jahr seines Alters gestorben sey, nachdem er derSchule 25 Jahr mit großem Fleiß und Lobe vorge-standen. Eaer. B. Fa,
XENOCRATES, ein Philosophe von Chalcedon,der jüngere genannt, hat *.»>» geschrieben.
Ein anderer dieses Nahmens, welcher vor dem Arirstoxcno gelebt, hat «-^-- 7 »; und noch ein anderer vonGergenti, welchen pindarus rühmet, hatllUimlonicaverfertiget. Fa.
XENOCRATES, ein griechischerMedicus,war zuAphrodisium in Cilicien gebohren, und florirte im iSeculo, unter der Regierung des Nero. Er hatnach Galeni Zeugniß von der materia medica geschrie-ben, und sonderlich von den Kräfften und Wirkun-gen der zum regno animalium gehörigen Simpliciumsolche Sachen vorgetragen, die zum theil gantz falschund impracticabel, zum theil aber wider allen Wohl-' stand lausten, und bey ehrbaren Leuten einen Abschmerwecken. Von allen seinen.Schrissten kan man
nichts