2211
ZINCKE
ZINK
gieng er nach Wittenberg, und wurde 1565 daselbstMagister Philosophie Hierauf that er durch Vor-schub Pfaltzgraf Georgens, eine Reise nach Franck-reich, und'wurde 1570zu Orkans Doctor I. U.Nach seiner Zurückkunfft machte ihn Churfürst Frie-drich lllin der Pfaltz zu seinem Rathe, und 1574gieng er mit dem Chur-Pnntz als Kriegs-Rath nachden Niederlanden, wozu ihn der Churfürst veranlas-fcte, welcher einst zu ihm sagte: Er als ein jungerstarcker Mann, seife billig nicht nur die Feder, son-dern auch die Hcllebarte führen. Er unterwies vieljunge Leute in der Rechts-Gelahrheit dem Vaterlan-de zum besten. Bey müßigen Stunden suchte ersein Vergnügen in der Historie. Sein WahlspruchWar: Wie Gott wi!!, oder Sie mihi cuncta cadanf,ut fert divina voluncas. Sein Leben brachte er fastauf 71 Jahr, und starb zu Heidelberg 1610 den 25Iun. Seine Apophrhegmata, die Io. Lconh. weis-ncr vermehret, sind bekannt genug. Er pflegte garojst zu sagen: NuIIarn alle fuaviorem harmoniam,quam cordis & linguas; Musicam omnium puleher-rimam esse mores condnnos &c, Ad. H.
ZINCKE (Johannes), einPhilosophusundMedicus,lebte zuFreyburg im Brißgau als Professor Philoso-phiä, war ein eifriger Vertheidiger des Aristorelis,fiorirte in der Mitte des 16 Seculi, und hinterließ imManufcripte mechodum studendi in medicina; Li-bellum de urinis, und Commentarium de crisibus,der zu Frauckfurt 1609 in 12 gedruckt worden. Erstarb 1545, in g9 Jahr seines Lebens. Ei. Ke.
ZINCKGREFF (Julius Wilhelm), ein Doctor Ju-ris von Heidelberg, war General-Auditeur im Krie-ge, schrieb Carmina latina ; Centuriam emblematum ;ohne seinen Nahmen, Nugas fcholasticas feu face.tias Pennalium &c. und starb dîN I Nvv. 1695, tttl84 Jahr. W, d.
ZlNDEL (Matth. Adalberrus). ein fchlesifcher Medi-cus, hat l6;6 eine Betrachtung des Hirschbergi-schen warmen Bades, nebst einem Bericht von de-nen mineralischen Wassern, wilden Badern undSauer-Brunnen durch die güntze Welt, zu Liegnitzheraus gegeben.
ZINEDOLUS (Jac.), ein Dominicaner Von Piaccn-za, florirte UM 1420, Und hinterließ 8ermones Lc col-lariones de tempore & de Sanftis lN 2 Voll, Ecb,Fa.
ZINK (Joh. Jac.), ein Historiens, gebohren den 75Februar. 1688 zu Meinungen im Hennebergifchen,gieng, nachdem er zu Gotha unter Vockerodten stu-diret, 1706 auf die Académie nach Halle, 1709 abernach Leipzig, wurde darauf Hofmeister bey demBaron von Tanner, und gieng mit solchem aber-mals nach Halle. An. 171z schickte ihn der rußischeGesandte Baron von Urbig, in geheimen Sachen desbranmchwcig-wolffenbüttelischen Hofes nach Ruß-land, und nach seiner Zurückkunfft ward er 1774 bey°rnr Hertzog Ernst Ludewig von Meinungen Cabi-
ZINTZERLIN 6 ZIPFEL 2212
nets-Secretarius, 1716 geheimer Secretarius, und772; wircklichcr Hofrath. Man brauchte ihn son-derlich zu Verschickungen, Gesandtschafften und Con-ferentien, worauf er 1749 den 9 Junii zu Meinungengestorben. (£v hat die Ruhe von Europa/ oderSammlung der neuesten Friedens-Schlüsse unter derRegierung Kayfer Carl des Vlten heraus geaeben,auch eine schöne Land-Charte der gefürsteten Graf-schafft Henneberg und daran gräntzendenFürstenthu-mer Coburg und Hildburghausen verfertiget, welchenach seinem Tode in der homannischen Handlung zu
~ Nürnberg heraus gekommen. Die hennebergifchenGeschichtschreiber wölke er zusammen drucken lassen,und machte davon das Titel-Blat, unter der Auf-schrisst Rerurn^ hennebergicarum Tomi II bekannt,starb aber darüber, und ließ im Manuscn'pt eine völ-lig ausgearbeitete Déduction de beneiidis Csfarumin Hennebergiam còllatis. NZ.
ZINTZERLING (Joh. Bernhard), von Sternberg,war I. U. Doctor und Poeseos Professor zu Rostock,schrieb: Fastos rectorales ladburgicos feu feriemRe-ctorum academias rostochiensis ; Animadversiunculasin Magni Aurelti Cajstodori libr. de amicitia Lc amo-rti Poëmata; Difp. de imoensis doris, funerls & Il-tis &C, und starb den 6 Fcbr. 7669, im 44 Jahre.
w, d.
ZINTZERLING (Just.), ein JCtus aus Thürin-gen, hatte 1629 zu Basel in Dvctorcm promoviret,und schrieb de feenore nautico, welchen Tr. man inEverh. Ottonh thefauro Juris T. V findet; promul-fidem criticorum juvenilium, welck>e in Sminckii Syn-tagmate critico sieht; itinerarium Gallise, cum ap-pendice de Burdigala unter dem Nahmen IsdociSinceri; Oiss. de appellarisnibus ac privllegiis de nonappellando &c.
ZION (Tesfa), ein äthiopischer Gelehrter, kam ausseinem Vaterlande nach Rom, und lebte daselbst umdas Jahr 7548. Er hat allda mit seinen Mit-Ar-beitern Tenseawals, Tsaslaffe rc. die erste Edition desneuen Testaments in äthiopischer Sprache besorget,welche aber theils wegen Unvollkommenheit undMangel der geschriebenen Exemplarien, theils wegen
, Unwissenheit der Buchdrucker in dieser Sprache, ziem-lich schlecht gerathen, iedoch aber nachgehends vonden Engelländern in ihren Bibliis polyglotris einigerMassen ist verbessert worden. Sein Nahme TesfaSion heist in unserer Sprache so viel als HoffnungEions, wie denn die äthiopischen Nahmen der Per-sonen gemeiniglich ihre Bedeutung haben; so heiß seinMitarbeiter Tcnseawald, d. i. derSohn ist auferstan-den, und der Nahme Tsaslaffe bedeutet einen der hei-ligen Dreyeinigkeit gewidmeten Menschen. Weil sol-ches L. ve Dien nicht in acht genommen, hat er dendem äthiopischen Matthseo beygefügten Anhang gantzfalsch ausgelegt, und dadurch diese Editores des neuenTesiamentsgantziichaus der Welt ausgemustert. HL.
ZIPFEL (Heinrich), einJCttts,gebohren z» Leipzig169; den 20 Febr. studirte in seiner Vaterstadt, wieZzz m 3 auch