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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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ERFINDUNG DES FERNROHRS.

inventionem devenirem, me totum converterem, quam paulo postdoctrinae de Refractionibus innixus assequutus sum, ac tubumprimo plumbeum mihi paravi, in cujus extremitatibus vitrea duoPerspicilla ambo ex altera parte plana, ex altera vere unumsphaerice convexum, alterum vero cavum aptavi, oculum deindead cavum admovens objecta satis magna et propinqua intuitussum, triplo enim viciniora, noncuplo veromajora apparebant, quamdum sola naturali acie spectarentur. Alium postmodum exac-tiorem mihi elaboravi, quae objecta plusquam sexagies majorarepraesentabat. Tandem labori nullo, nullisque sumptibus parcens,eo a me deventum est, ut Organum mihi construxerim adeo ex-cellens, ut res per ipsum visae millies fere majores appareant, acplusquam in ter decupla ratione viciniores, quam si naturali tantumfacultate spectentur. Er beschreibt also sehr ausführlich, wie esihm gelang, Fernröhre zu verfertigen, die drei, sechszig und tausend-mal vergrösserten, wodurch er alle anderen Optiker ubertraf, diees nicht bis zu einer so starken Vergrösserung gebracht hatten.Dadurch war es ihm in der Folge möglich, seine wichtigen astro-nomischen Entdeckungen am Jupiter, an dem Saturn, der Venusund dem Monde zu machen, wodurch namentlich das System desCopernicus den trefflichsten Beweis seiner Richtigkeit erhielt.

Aber auch in England scheinen die Fernröhre fast zu gleicherZeit, als Galilei sich mit der Construction derselben beschäftigte,entweder dort erfunden oder doch zuerst bekannt geworden zusein, denn es fand sich unter den Handschriften des bekanntenMathematikers und Astronomen Harriot, dass derselbe bereits den16. Januar 1610 Beobachtungen der Jupiters-Trabanten angestellthabe.

In Frankreich kam man bedeutend später, erst durch Nach-richten vom Auslande, auf die Idee der Fernröhre und derenwunderbaren Vergrösserungen. So schreibt den 21.December 1622Peiresc aus Paris an Lord Cambden in England:Je voudraisbien s^avoir au vray, ce qui est des inventions du Sieur CorneliusDrubelsius Alcmariensis dune lunette, qui fait lire de lescriturede plus loin quune lieue.

Unglaublich schnell verbreitete sich die Nachricht von diesergrossen Erfindung in Deutschland, wohin wahrscheinlich Verkäufervon Fernrohren aus Holland kamen. Joh. Phil. Fuchs, branden-burgischer geheimer Rath, soll bereits im Jahre 1608 auf der Messezu Frankfurt am Main ein Fernrohr gesehen haben, das ihm einNiederländer zum Kauf anbot. Da aber die Summe, die der Ver-käufer -dafür verlangte, zu hoch war, so entliess er nach sorgfältiger