ERFINDUNG DES FERNROHRS.
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Beschreibung des Instruments denselben. Fuchs hielt sich damalsin Ansbach auf und bei seiner Rückkehr dorthin erzählte er seinemFreunde, dem Arzte Simon Mayer (Marius), diesen Vorfall undbeschrieb ihm so genau, wie es ihm nur möglich war, das neu er-fundene Fernrohr, wodurch derselbe angeregt, sich bemühte, einsolches optisches Werkzeug ebenfalls zu verfertigen. Er stellte so-gleich ein Fernrohr her, das aber noch sehr unvollkommen war,da es ihm an den nothwendigen Glaslinsen, die er aber nicht sobalderhalten konnte, mangelte. Erst im folgenden Jahre 1609 gelanges Fuchs, sowohl aus Holland als auch aus Venedig bessereGläser zu bekommen, er übergab sie seinem Arzte, der dieselben,indem er concave und convexe Glaslinsen hinter einander aufstellte,zur Verfertigung von vollkommeneren Fernrohren verwandte. Wennman Simon Mayer auch die Entdeckung der Jupiters - Trabantenvor Galilei, die er schon Ende Novembers 1609 gesehen habenwill, streitig macht, so ist dennoch gewiss, dass er zuerst den Nebel-fleck in der Andromeda entdeckt hat.
Die Herstellung von brauchbaren Objectiven wurde besondersin Italien eifrig betrieben, denn nachdem Venedig hierin sich aus-gezeichnet hatte, wurden dieselben in Rom von Eustachius deDivinis noch besser geschliffen. Aber auch dieser letztere wurdebald in derselben Stadt von Joseph Campani übertroffen, derbald Objective von hundert und mehreren römischen Palmen Brenn-weite, 55Talmen gleich 38 französische Fuss gerechnet, verfertigte.Im Jahre 1652 gelang es ihm, ein solches zu verfertigen, womitder Schatten des Saturn-Ringes und die Streifen des Jupiters ge-sehen werden konnten. Dass dieses Thatsache war, berichtetLangius, ein Kopenhagener Professor, dem Hevelius. Die läng-sten Campanischen Fernröhre, die von 1650 bis 1670, also 20 Jahrehindurch, verfertigt wurden, enthielten 55 Palmen, doch bemühtesich der ausgezeichnete Optiker, noch grössere herzustellen. Erverfertigte im Jahre 1683 ein solches, das für den französischenStaatsminister Colbert bestimmt war und 204 Palmen Brennweiteenthielt. Doch wurde das Fernrohr daselbst niemals benutzt, ohnedass man Gelegenheit hatte, die Vorzüglichkeit desselben zu prüfen.Nach dem Tode des grossen Ministers, der im folgenden Jahrestarb, wusste man nicht, was man mit dem Fernrohre machensollte, deshalb schickte man das Objectiv desselben an Campaninach Rom zurück. Aber dieses war so schlecht verpackt, dass esunterwegs in zwei Stücke zerbrach, doch gelang es dem geschicktenKünstler, dieselben so ausgezeichnet gut zusammenzufügen, dassman den Schaden nicht einmal bemerken konnte, wodurch es den-