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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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ERFINDUNG DES FERNROHRS.

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einem deutschen Briefe, der zu den Seltenheiten gehört, da derberühmte Mann stets lateinisch correspondirte, und der an Just.Benj. Rabener, brandenburgischenRath,vom5. Juli 1661 gerichtetwar, erfährt man, wie schwer es damals war, sich ein gutes Fern-rohr zu kaufen, denn er sagt unter Andern:Was sonst denTubum betrifft, den mein Herr allhier von Dantzig aus begehret,so kann ich den Herrn hiermit berichten, dass auch nicht eineintziges gutes Telescopium allhier zu kaufen sei, den sie hier nichtgemacht werden; man muss sie, wo man sie nicht Selbsten machenkann, in Niederlande, Rom oder Augspurg suchen, alwo sie zwarnoch wohl etzlicher mahl zu finden, wiewol in einem sehr hohenPreis; ich haben einen aus denen, die ich selbst vor 1 Jahren ge-macht (den ich itzo dazu keine Zeit), der zu Augspurg geschliffen,welcher nur bei lOODucaten kost; wiewohl ich etzlich die ich selbstgemacht, ein Hel melireres thun können, in gewissen Sachen.Hevelius war unstreitig der grösste Beobachter seiner Zeit,der kein Ereigniss am Himmel oder keinen Himmelskörper unbeob-achtet liess und über seine Entdeckungen stets ein umfangreichesWerk veröffentlichte. Er führte einen so grossen Briefwechsel mithochgestellten Personen und den ersten Gelehrten seinerzeit, dasser hei seinem Tode, den 28. Januar 1687, an seinem Geburtstage,siebzehn Eoliobiinde der an ihn gerichteten Briefe hinterlassen hat.Noch bei Lebzeiten dieses Astronomen gab im Jahre 1683 Joh.Erich Olhoff unter dem Titel:Excerpta ex literis illustrissim.et clarissim. virorum ad Nohilissim. amplissim. et consultissim.Dom. Joh. Hevelium, Cons. Gedanensum perscriptis, judicia derebus astronomicis ejusdmq. scriptis exhibentia, studio ac operoJohannis Erici Olliofii, Secret. Gedani, ex offic. Jansonii Waes-bergiani 1683 einen Auszug dieser Briefe heraus, der aber derWissenschaft wenig genutzt hat, da darin nur Stellen Vorkommen,die Hevels Ruhm beurkunden. Dieses Werk ist daher wohl jetztganz vergessen, besonders da die Schreiben der Fürsten, Minister,Botschafter, Gesandten oder Bischöfe mit allen Complimenten undHöflichkeitsbezeugungen dort Vorkommen. Der wichtigste Briefdieser Sammlung ist der des berühmten Ministers Colbert, der imAufträge Ludwigs XIV. den Astronomen wegen seiner Verdiensteum die Wissenschaften eine bedeutende Gratifikation überweist*).

*) Es wird nicht ohne Interesse sein, dessen Inhalt zu vernehmen, umso mehr, da derartige Briefe in unserer Zeit nicht Vorkommen:Monsieur!Si vous connaissez Yotre propre merite Yous ne devez pas etre surpris derecevoir une gratification de la part du roi, qui desirant faire fleurir les