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ERFINDUNG DES FERNROHRS.
Bei Gelegenheit des Friedensschlusses zwischen Polen undSchweden, den 3. Mai 1660, im Kloster Oliva bei Danzig, besuchteder polnische König Casimir mit seinem ganzen Hofstaate dasObservatorium des Hevelius. Bei dieser Gelegenheit überreichteder berühmte Astronom dem Könige eine schöne Pendeluhr, dieer selbst verfertigt hatte. Die Uhr war gleichzeitig mit Huyghens’Pendelerfindung verfertigt und man sagt, dass der Danziger Astro-nom bis dahin nichts von den grossen Arbeiten' des Holländersgehört habe. Wie schön diese Sternwarte namentlich mit denseltensten Fernrohren ausgestattet war, erfahren wir aus einemBriefe des Secretärs der Königin Marie Louise, des Noyers, anBullialde in Paris. Derselbe schreibt: „Vorgestern besuchte ichdas Observatorium des Astronomen, wo die Königin mit den Damenihres Hofes anlangte. Nachdem Hevelius die grossen Seltenheitenseines Cabinets gezeigt hatte, führte er die Königin auf seineSternwarte, welche sich auf zwei Terrassen über dem Dache seinesHauses befindet, von wo man nicht bloss einen bedeutenden Theilder Stadt, sondern auch den Hafen und das sich eine Meile weiterbefindende Meer, sehen konnte. Er stellte dort ein trefflichesFernrohr auf, welches er aus Augsburg erhalten hatte und 500 Francskostete. Wir sahen durch dasselbe nicht nur sehr deutlich, wassich am Ufer des Meeres ereignete, sondern auch die Bewegungdes Wassers und der Wellen bis zum Horizonte. Später beimUntergange der Sonne sahen wir deren Scheibe und ich gestehe,dass ich niemals die Flecken derselben so deutlich gesehen habe—Bei Gelegenheit eines andern Besuchs des Königs am 29. Juni 1660schreibt derselbe des Noyers an seinen Freund: „Der Astronomhat Fernröhre, die an Umfang dem Schenkel eines Beines gleichsind, und wäre der Himmel klar gewesen, so hätte er dem Königedie Berge, die Thäler, die Länder und die Gewässer der Monds-kugel gezeigt.“ Die seltenen Fernröhre verschafften demHeveliusnoch den Besuch eines zweiten polnischen Königs, Johann’s III.Sobieski’s, der im Jahre 1677 seine Sternwarte in Augenscheinnahm und bewunderte; bei dieser Gelegenheit setzte er dem Astro-
sciences, honore d’une estime particuliere tous ceux, qui les cultivent lieureu-sement. Comme Votre röputation est venue jusqu’ ä Sa Majeste qu’ Elle saitles progres que Vous faites dans l’astronomie. Elle m’a commandd de Vousenvoyer la lettre de change qui' accompagne celle-ci, et de Vous assurer enmeine temps de sa protection et de sa bien veillance. Je m’acquitte de cetordre' avec beaucoup de joie et je souhaite qu’ä l’avenir il se presente d’autresoccasions, oü je puisse Vous tenoigner, que je suis Monsieur! Votre humbleet tres affectione serviteur. Colbert, a Paris le 11. Juin 1663.