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ERFINDUNG DES FERNROHRS.
Wie vortrefflich dessen optische Werkzeuge gewesen sein müssen,geht daraus hervor, dass er mit einem Fernrohre von 12.Fuss Längeeinen schwer zu beobachtenden Saturnstrabanten entdeckte.
Man fing in jener Zeit an, den Fehler der einfachen Objectivezu bemerken, die niemals ein reines, scharf begrenztes Bild dar-stellten, denn dasselbe war stets mit einem farbigen Rande um-geben. Als der grosse Isaak Newton sich mit der Optik beschäf-tigte, machte er die Objective zum Gegenstände seiner Unter-suchungen, allein ungeachtet aller scharfsinnigen Forschungenkonnte er durch keine andere Construction die Fehler derselbenbeseitigen. Er glaubte demnach, das Objectiv des Fernrohrs ver-werfen zu müssen und auf katoptrischem Wege dasjenige zu erlan-gen, das auf dem dioptrischen ihm unmöglich schien; er erfanddeshalb 1666 das Spiegelteleskop, wodurch ein reines, farblosesBild sich darstellte. Seine Teleskope bestanden aus einem nichtsehr grossen Hohlspiegel, der in seinem Brennpunkte ein verkehr-tes Bild des ihm gegenüberstehenden Gegenstandes darstellte, dasaber sonst für einen Beobachter keinen Werth hat. Deshalb wurdees durch einen metallenen Planspiegel, der 45 Grad schräg gegendie optische Axe des Hohlspiegels geneigt war, aufgefangen undnach der Seite des Rohrs, das den Hohlspiegel einschloss, geworfen.Hier befand sich dem Planspiegel gegenüber eine Oeffnung, worineine kleine Röhre mit convexem Ocular von kleiner Brennweitedas in denselben geworfene Bild vergrösserte. Es schien iudessmanchem Beobachter, bald nachdem die schöne Erfindung ins Lebentrat, die Construction der Ne wton’schen Spiegelteleskope unbequemzu sein, da derselbe seitwärts vom Rohre seinen Standpunkt ein-nehmen musste, während man gewohnt war, den zu beobachtendenGegenstand, wie bei dem Fernrohre, vor sich zu haben. Diesesgab die Veranlassung, dass David Gregory eine Verbesserungdieser Teleskope vornahm, die darin bestand, dass man den Hohl-spiegel in seiner Mitte durch eine runde Oeffnung durchbrach undhier die kleine Röhre mit dem Ocular anbrachte, wobei der früherePlanspiegel im Brennpunkte des Hohlspiegels durch einen kleineren,dem grösseren parallelen ersetzt wurde. Dieser warf das auf-gefangene Bild nach dem Ocular, das dasselbe vergrössert. Diesemsogenannten Gregoriani’schen Spiegelteleskop kann man indessden Vorwurf machen, dass es namentlich die besten und lebhaf-testen Strahlen des Bildes verliert und dasselbe nicht die Hellig-keit eines Newton’schen Teleskops erreichen kann, da es für denBeobachter ein Bedürfniss ist, die Gegenstände in seinem katop-trischen Instrumente so hell wie möglich zu sehen. Diese Teleskope