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VERVOLLKOMMNUNG DES FERNROHRS.
seine Entdeckungen durch praktische Versuche zu prüfen, theilteer im Jahre 1747 seine mathematischen Untersuchungen einessolchen achromatischen oder farblosen Fernrohres mit, das alsFüllung für den leeren Raum im Objectiv Wasser enthalten sollte.
Damals war London der Ort, wo die besten und kostbarstenFernröhre und Spiegelteleskope verfertigt wurden und namentlichwar dort John Dollond als der grösste Optiker bekannt. Der-selbe versuchte es, Euler’s Vorschlag für dieConstructionfehler-freier Objective anzuwenden, doch fielen die ersten Versuche hierinnicht glücklich aus, die ferneren sich hierauf beziehenden Be-mühungen des englischen Optikers führten zu keinem Resultate.Die Ansicht Newton’s, dass es unmöglich sei fehlerfreie F'ern-röhre herzustellen, wurde nach diesem Misslingen auf lange Zeitzu überzeugend, um nicht unnütze Bemühungen hierauf zu ver-wenden.
Der scharfsinnige Klingenstierna, ein schwedischer Mathe-matiker, bewies sieben Jahre später als Euler seine Berechnungveröffentlicht hatte, dass die Meinung New ton’s, die er in Bezugauf die bessere Construction der Objective ausgesprochen hatte,irrig sei und dass man im Stande wäre eine Glaslinse zu con-struiren, welche ein fehlerfreies Bild darstellt. Hierdurch ange-regt und von der Wahrheit überzeugt führte John Dollond andereVersuche aus, wozu er statt der von Euler vorgeschlagenenFlüssigkeit die in England bekannten Glasarten, Crown- undFlintglas, wählte. Der englische Optiker ging auf praktischemWege von seiner eigenen Meinung geleitet zu denVersuchen über,eine Doppellinse, die aus nahe an einander gestellten biconvexenCrownglas- und planconcaven Flintglaslinsen zusammengesetzt war,dazu anzuwenden. Auf diese Weise kam im Jahre 1758 das ersteachromatische F’ernrohr zu Stande; dasselbe hatte eine Brenn-weite von fünf Fuss und übertraf in seinen Wirkungen die besten,damals bekannten Fernrohre von bedeutend grösserer Focallänge.Fis war dies eine der schönsten Erfindungen des vorigen Jahr-hunderts, die den Namen Dollond’s in der Optik unsterblichmachte und die überall mit Beifall begrüsst wurde. Der genialeErfinder beabsichtigte seine neuen Fernröhre noch mehr zu ver-vollkommnen, doch nur eine kurze Lebensfrist von drei Jahrenwar ihm vergönnt, denn er starb 1761 und hinterliess seinemSohne Peter Dollond die Aufgabe, seine Entdeckungen zumNutzen der Wissenschaft zu vervollkommnen.
Anfänglich schienEuler den glänzenden Erfolg der Bemühungendes englischen Optikers zu bezweifeln, er sah die beiden gewählten