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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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VERVOLLKOMMNUNG DES FERNROHRS.

1789 richtete ich mein Teleskop von 39 Fuss nach dem Himmel,ichentdeckte den siebenten Satelliten des Satums und bemerkte dieFlecken dieses Planeten besser, als ich sie bis dahin je gesehen hatte.

In eben demselben Werke von 1790 findet sich:Die grosseHelligkeit meines Reflectors von 39 Fuss bewies sich damals soausserordentlich, dass ich den siebenten Saturnssatelliten bemerkte,der sich den 17. September 1789 in seiner grössten östlichen Elon-gation befand.

Den 10. October 1791 sah Herschel den Ring des Saturnsund den vierten Satelliten, indem er mit freiem Auge ohne irgendein Ocular in den Spiegel seines Teleskops von 39 Fuss sah.

Die wahren Gründe, die den Astronomen davon abbrachten, sichöfters seines Riesenteleskops zu bedienen, müssen für ihn überzeugendgewesen sein und lassen auf folgende Ursachen schliessen: Unge-achtet der grossen Vollkommenheit des Mechanismus erfordertedoch das Dirigiren des Instruments die beständige Mitwirkungzweier Diener und eines Gehilfen, der beständig die Zeit nach derPendeluhr verzeichnete. In den Nächten, wenn die Veränderungder Temperatur etwas bemerkbar wird, befand sich das Teleskopwegen seiner grossen Masse in seinem Wärmezustand gegen diejederzeitige Veränderung der Atmosphäre zurück, welches sehr derReinheit und Präcision der Bilder schadete.

Herschel fand, dass es in England jährlich nicht 100 Stundengebe, während welcher man nützlich den Himmel mit einem Reflectorvon 39 Fuss, der eine lOOOmalige Vergrösserung enthält, beobachtenkönne. Diese Bemerkung veranlasste ihn einzugestehen, dass eineZeit von nicht weniger als 800 Jahren dazu gehört, um mit diesemInstrumente eine solche Durchmusterung des Himmels vorzunehmen,wenn man sein Gesichtsfeld jeden Augenblick nach einem andernPunkte desselben richtet. Er erklärt auf eine sehr natürliche Weisedie Seltenheit der Umstände, wenn es möglich ist, einen nütz-lichen Gebrauch von einem Reflector zu machen, dessen Oeffnungeine sehr grosse ist.

Ein Teleskop vergrössert nicht nur die entfernten Gegenstände,es vergrössert auch die scheinbaren Unregelmässigkeiten, die vonder atmosphärischen Strahlenbrechung abhängen. Nimmt manaber alle darauf ein wirk enden Ursachen als gleich an, so müssendiese Unregelmässigkeiten um so viel stärker sein und um sohäufiger sich ereignen, je mehr die Luftschicht, durch welche dieStrahlen hindurchgedrungen sind, um das Bild hervorzubringen, anBreite zunimmt.