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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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VERVOLLKOMMNUNG DES FERNROHRS.

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aber von einer ausgezeichneten Wirkung war. Der dortigeAstronom entdeckte damit den achten Mond des Saturns und zweiMonde des Uranus, die nur allein von Herschel dem Vater ge-sehen worden waren; auch gelang es ihm, einen Mond des Neptunszu entdecken.

Das grösste Spiegelteleskop der neuern Zeit ist dasjenige,welches der bereits verewigte Earl of Rosse in Parsonstown inIrland, 12 Meilen westlich von Dublin, herstellte.

Da die Leistungen dieses Reflectors gleich nach seiner Voll-endung ausserordentlich waren, so sei es erlaubt, hierüber einMehreres mitzutheilen.

Die Röhre dieses Teleskops ist von Tannenholz sehr dauer-haft verfertigt und bildet an ihrem untern Tlieile, wo sich dergrosse Spiegel befindet, einen Würfel, von dem jede Seite 8 Fuss ent-hält. Der Durchmesser der Röhre beträgt in der Mitte 7 J / 2 Fuss,am äussersten Ende dagegen 6y 2 Fuss, die ganze Länge derselbenist 71 Fuss. Dieselbe liegt in der Richtung von Norden nachSüden zwischen zwei Steinwänden, die ungefähr 23 Fuss von ein-ander entfernt aufgeführt sind und eine Höhe von 50 Fuss be-sitzen; diese Wände sind so nahe wie es möglich war dem Meridianparallel und unterscheiden sich hierin von dem Mechanismus, dersich an Herschels Teleskop befand. Die östliche Wand trägt anihrer innern Seite einen ungemein starken, eisernen Bogen, dengleichsam der Radius eines Kreises von 43 Fuss bildet, und dientdurch gewisse Vorrichtungen die Oberfläche der Wand, die demTeleskope nahe liegt, genau in der Ebene des Meridians zu er-halten, wodurch also die Stellung desselben genau in dieser Rich-tung gesichert ist. Um eine jede Abweichung der Lage desReflectors vom Meridian zu beobachten, befinden sich auf einemmit demselben in Verbindung stehenden Balken- Linien, deren Ab-stand eine von der andern einer Zeitminute des Aequators oder15 Minuten im Bogen gleichkommt. Man kann sich demnach injedem Augenblicke von der Lage des Teleskops überzeugen undseine Abweichung vom Meridian bestimmen. Der Durchmesserdes grossen Spiegels, dessen Construction durch einen neuenApparat bewerkstelligt wurde, beträgt 6 Fuss englisch, die Dicke5y 2 Zoll und das Gewicht 4071 Kilo (8142 Pfund). Die Brenn-weite desselben enthält 54 Fuss und die sonstige Einrichtung istganz nach dem Newtonschen Princip ausgeführt, denn dasOcular ist seitwärts der Röhre angebracht und zeigt das Bild desgrossen Spiegels, das ihm vermittelst eines kleinen, ebenen Fang-spiegels sichtbar wird. Es wurden verschiedene Versuche zur

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