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MOND DER VENUS.
scheinungen darbietet, sind nicht so leicht auszuführen, als manvielleicht glauben möchte, denn die Natur hat keine Nachsicht mitden ernsten Forschern auf ihrem Gebiete und deshalb wird die'Lösung mancher Fragen oft schwer. Wäre es aber möglich, dassman vermittelst irgend eines Systems die meisten Geheimnisse derWerkstätte der Natur enthüllen könnte, so würde es uns ohneZweifel weniger anregen, den Himmel zum Gegenstände unsererfortgesetzten Beobachtungen und Untersuchungen zu machen.Denn für alle Jahrhunderte werden dort noch die schönsten Ent-deckungen sich unserm Auge darbieten und es wird niemals anGelegenheit fehlen, den bekannten Wundern des Universumsirgend etwas noch hinzuzufügen.
Die berühmtesten Astronomen ihrer Zeit, die durch ihre gross-artigen Entdeckungen ihre Namen in der Wissenschaft verewigthatten, entdeckten auch diesen Mond. Durch ihre trefflichenUntersuchungen, ihre genauen Beobachtungen und mühsamenBerechnungen hatten sie bereits ihre ausserordentlichen Leistun-gen der gelehrten Welt veröffentlicht, als sie mit dieser ungewöhn-lichen Entdeckung auftraten. Es mahnte sie gewiss die Vorsicht,sich vor Täuschungen jeder Art zu schützen, die ihnen aber auchdurch die jahrelang fortgesetzten Beobachtungen nicht begegnenkonnte. Wäre nur ein berühmter Astronom mit der Entdeckungeines Weltkörpers, der später nicht gesehen wurde, uns bekanntgeworden, so würde man vielleicht eher Bedenken darüber äussernkönnen, doch es waren ihrer mehrere. Es müsste wohl eine be-sondere Ursache gewesen sein, die uns zu der Bemerkung berech-tigen könnte, jene grossen Entdecker hätten ihre Instrumente nichtgekannt, sie wären nicht auf einen Fehler aufmerksam geworden,der sie zur Selbsttäuschung führen könnte, nämlich der des Ab-glanzes eines hellen Sternes auf das Ocular, wodurch durch dieverschiedene Stellung des Beobachters ein Nebenbild entstehenkönnte. Dieses würde man in manchen Fällen für einen Sternund zwar für einen neuen Weltkörper halten, auf diese Weise seiauch dieser Venusmond entdeckt worden.
Der erste Entdecker dieses Mondes, Franz Fontana zuNeapel, war nach Galilei einer der ausgezeichneten Himmels-beobachter, der mit vorzüglichen Fernröhren die Wunder derPlaneten betrachtete; er sah im Jahre 1636 zuerst auf dem Marseinen Flecken, den er zwei Jahre später wieder beobachtete unddadurch auf die Rotation dieses Planeten geleitet wurde. Nochfrüher, nämlich 1633, wurden von ihm die dunkelen und hellen,zouenähnliehen Streifen entdeckt, welche sich beständig, wiewohl