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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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79
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OPTISCHE NEBENBILDER.

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Der grosse Märtyrer der Wissenschaft erzählt hier zuerst um-ständlich, wie von der obern Conjunction der Venus mit der Sonnedieselbe allmälig ihre runde Gestalt verliert und wie lange dieseAbnahme dauert, bis sie in ihrer grössten Ausweichung nur halberleuchtet ist. Doch auch diese Phase verändert sich nach einigerZeit und gestaltet sich zu einer sehr schmalen Sichel, die in deruntern Conjunction dieses Planeten mit der Sonne verschwindet.Nach derselben bildet sich wieder eine ähnliche, um die frühereGestalt entgegengesetzte, die allmälig wie die erste abnahm, jetztwieder bis zur obern Conjunction zunimmt. Er leitet hieraus denunumstösslichen Beweis für die Richtigkeit des CopernicanischenSystems ab. Dieser Brief ist auch in unseren Zeiten noch vonbesonderm Interesse und findet sich in einem jetzt ziemlich selte-nen Werke, nämlich in Joannis Kepleri Dioptrici, Londini 1653,p. 77.

Galilei erwähnt in diesem Berichte über seine Venusbeobach-tungen nichts, weder von einem Trabanten, noch von einem Neben-bilde des Planeten, man muss also annehmen, dass sich ihm dieseErscheinungen nicht gezeigt haben.

Schon aus dem Ueberblicke der Beobachtungen jener Astro-nomen, die den in Rede stehenden Mond gesehen haben, wird essehr bald einleuchtend, dass hier nicht ein Spiegelbild der Venusauf dem Ocular beobachtet wurde, denn sämmtliche Angaben überdie scheinbare Grösse des Gegenstandes ihrer Beobachtung sindgänzlich übereinstimmend, auch werden wir später beweisen, wiediese scheinbare Bewegung so viel als möglich mit der eines wirk-lich vorhandenen Weltkörpers übereinstimmt.

Short beobachtete diesen kleinen Venusmond eine Stundehindurch unter Anwendung verschiedener Vergrösserungen seinesTeleskops, er maass mit einem Mikrometer den Abstand diesesMondes von der Venus und theilte eine sehr genaue Messung mit.

Osservai 3 notti sono, leclisse*), nella quäle non vi e cosa notabile, solosi vede il taglio del ombra indistinto, confusa, et comme annobiato, etquesto per derivare essa ombra da la Terra lontanissimamente da essa.

Voleva scrivere altri particolari. Ma sendo stato trattenuto molto daalcuni gentilhuomini et essendo lhora tardissa, son forzäto ä finire. Favo-riscami salutare in mio nome i Ss. Kepler, Asdale et Segheti, et a V. S. Jll macon ogni vev a baeio le mani et dal S. Dio gli prege felicitä. Di I'irenza ilprimo di Gennaio. Anno 1611.

Di Y. S. Jllma e t Rev ma Ser* 0 Oblig moGalilaeo Galilaei.

*) Soll heissen della Luna.