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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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OPTISCHE NEBENBILDER.

In beiden Fällen hätte ein Neben-oder Spiegelbild fortwährenddurch die veränderte Lage des Auges eine andere Stellung ange-nommen, es wäre verschwunden und vielleicht auf einer andernStelle entstanden, doch sah er nur, dass der kleine Stern fort-während seine Lage am Himmel unverändert behielt.

Hätte dieser Beobachter, welcher der grösste Optiker seinerZeit war, nicht besser seine Teleskope gekannt, als dass er denAbglanz der Venus auf dem Augenglase für einen Trabanten der-selben hätte gehalten?

Andreas Meier in Greifswalde bemerkte ausdrücklich wieer sich durch eine veränderte Richtung seines Fernrohrs über-zeugte, dass ,bei seiner Beobachtung keine Täuschung vorgefallensei; der kleine Venusmond blieb unverändert auf seiner zuerst ge-sehenen Stelle.

Unter allen Beobachtern hat keiner die Venus so lange undso sorgfältig zum Gegenstände seiner ununterbrochenen Beobach-tungen gemacht wie Schröter in Lilienthal, doch kein einzigesMal sah er dergleichen Spiegelbilder, die aber auch nie von aus-gezeichneten Beobachtern erwähnt wurden. Die beiden Ilerschel,Struve, Mädler und andere Astronomen der Gegenwart habenniemals solche optische Erscheinungen wahrgenommen, die auchnamentlich bei Doppelsternbeobachtungen zu den grössten Irr-thümern geführt hätten. Schröter sagt in seinen Aphrodito-graphischen Fragmenten Seite 193: „Bei meinen 15jährigen Beob-achtungen habe ich, aller Aufmerksamkeit ungeachtet, nicht diegeringste Spur, weder von einem wirklichen Trabanten, noch inirgend einem Fernrohre von einem täuschenden Nebenbilde ge-funden, dessen der verstorbene Abt Hell in seiner Abhandlungvon 1766 gedacht hat.“

Die Worte des unermüdeten Astronomen sind von doppel-ter Wichtigkeit und zwar, dass der Venusmond sich vomJahre 1780 bis 1795 nicht gezeigt hat und ferner, dass auchderselbe die optischen Nehenbilder in seinen Fernrohren voll-kommen in Abrede stellt. Nehmen wir an, dass die Construc-tion der Fernröhre jener Beobachter des Venusmondes nichtvon denen Schröter’s verschieden war, so folgt hieraus,dass die von uns vorher mitgetheilten Beobachtungen dieeines um die Venus rotirenden Weltkörpers waren.