UMLAUFSZEIT DES VENUSMONDES.
95
Sonnensystems angehören, dessen Existenz vielfach bestrittenwurde. Durch die Annahme desselben lassen sich aber einigeErscheinungen der Venus erklären, die auch gegenwärtig noch vonmehreren Gelehrten auf die eine oder andere Weise gedeutet wur-den. Mehrere zum Theil sich selbst widersprechende Annahmen,dieselben gehörig zu deuten, fallen fort, und die Erscheinungenseihst deuten unleugbar darauf hin, das§ der in Rede stehendePlanet von einem Satelliten umkreist wird, dessen physische Be-schaffenheit in Bezug auf seine Atmosphäre und seine Oberflächebedeutend von der des unsrigen verschieden sein muss. Die sichauf Obiges beziehenden Erscheinungen sind folgende:
1. Die beobachteten Flecken der Venus.
2. Die auffallenden Erscheinungen eines ungewöhnlichen
Glanzes derselben.
3. Erscheinungen hei den Bedeckungen der Venus vom
Monde.
4. Die während der beiden Vorübergänge bemerkten nicht
zu deutenden Erscheinungen.
5. Die Beleuchtung der Nachtseite der Venus.
6. Die verschiedenen Rotationszeiten desselben Planeten,
nach den Beobachtungen von Bianchini, Schröter
und de Vico.
Diese verschiedenen Erscheinungen der Venus hängen so miteinander zusammen, dass sie sich ganz ungezwungen mit der An-nahme eines Venusmondes vereinigen lassen und noch mehr dazubeitragen, die Richtigkeit sämmtlicher Beobachtungen zu con-statiren.
1. Die beobachteten Flecken auf der Oberflächeder Venus,
Seit der Erfindung der Fernröhre hat man lange Zeit dieSonne, Planeten und Nebenplaneten auch in Bezug auf ihre phy-sische Constitution zum Gegenstände der astronomischen Beobach-tungen gemacht, die uns über dieselben die merkwürdigsten Auf-schlüsse dargethan haben. Als Schein er die Sonnenfleckenentdeckte und dieses seinem Prior des Klosters anzeigte, so machtedieser bekanntlich die Bemerkung: „Davon habe ich in meinemAristoteles nichts gelesen, die Ursache deiner Entdeckung liegt inden fleckenhaften Gläsern deines Fernrohrs.“ Als aber mehreredie Beobachtungen des Geistlichen von Ingolstadt bestätigten,