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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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160 BELEUCHTUNG DER NACHTSEITE DER VENUS.

sie zeugen von einer richtigen Auffassung eines Problems, dessengänzliche Lösung der nahen Zukunft Vorbehalten ist. Wirschliessen uns deshalb der Meinung des Verfassers jenes treff-lichen Werkes an, um so mehr, da das Vorhergehende uns nurdiese einzige Möglichkeit für die Entstehung des secundären Lich-tes durch den Venusmond zu deuten erlaubt.

Aber noch überzeugender werden diese Gründe, wenn wir aufdie Lage der Bahn eines solchen Mondes und auf seinen Ort inderselben zur Zeit des Phänomens zurückgehen und zu erforschensuchen, ob wir nach unserer, obgleich noch nicht genauen Berech-nung einen solchen Ort dieses Trabanten auffinden, indem auch inder That, wenn dieser letzte leuchtend ist, er ein solches Licht, hervorbringen kann.

Eine seltene bereits erwähnte Erscheinung auf der Oberflächeder Venus beobachteten Harding und Schröter 1799 den 7.Maiwährend des Vorüberganges des Mercurs vor der Sonne. Schrötersagt:Wir nahmen noch eine seltenere Erscheinung wahr, als diedes secundären Lichtes der Venus, nämlich einen hellen Fleckenin der nächlicthen Halbkugel dieses Planeten, welcher Flecken dieRotation befolgte.

(Astronom. Jahrbuch 1812, S. 221.)

Diese Mittheilung des berühmten Lilienthaler Astronomenist gänzlich unbekannt geblieben, da sie in keinem der betreffen-den Werke angeführt ist, sie konnte von demselben nicht wieähnliche Lichtpunkte vor der Erleuchtungsgrenze des Planeten alserleuchtete Bergspitzen erklärt werden, da sie einen zu grossenFlächenraum einnahm und zu weit von jener Grenze entfernt war,es war dieser Flecken der Venusmond. Zur bessern Ueberzeugungdes eben angeführten suchen wir Erscheinungen auf, von denen wirvorausgesetzt haben, dass sie ebenfalls von jenem Weltkörper her-riihrten und die demnach durch eine 'Superposition desselben mitseinem Hauptplaneten hervorgebracht wurden. Bei allen müsstedemnach der Satellit in einem seiner Knoten auf der Bahn derVenus sich befinden, dieselben müssten demnach sämmtlich dieganze mittlere Umlaufszeit desselben von 12T687 Tagen oder diehalbe von 6'0843 Tagen enthalten. Wir wollen demnach zur Ver-gleichung folgende anführen: