Buch 
Anhang zu der ausführlichen Anleitung der ganzen Civil-Baukunst des J. Bar. de Vignola / welche von dem Sr. A. C. Daviler ... herausgegeben worden, welcher die Vermehrungen an Kupfern sowohl als der Erklärung derselben, die in der neuesten französischen Ausgabe dieses Buches angetrofen werden, enthält; aus dem Französischen übersezt
Entstehung
Seite
9
JPEG-Download
 

W s c W»

Don den neuen Arten derAamine.

(Zu pag. 180. der deutschen Uebersezung.)

Die Zeichnungen der Camine in den vorhergehenden Editionen dienten nurüberhaupt einen Begrif zu geben von ihrer Zusammensezung. Da die Maßstäbegar zu klein waren / so kan man ihre Theile nicht genugsam auswiklen; Dahersiehet man sich hier gemüffiget, nur die Theile derselben im Grossen vorzustellen,und die Abrisse der Einfassungen, der Krönungen und der Spiegelrahmen beyzu-fügen/ als worinnen die ganze Zusammensezung eines Camins bestehet. Umaber nichts ermangeln zu lassen/ hat man noch einen ganzen Camin vorgestellet,welcher zu einem Beyspiel überflüssig dienen kan.

Dieser Camin auf der 2. Kupferplatte schicket sich vor ein geheimes Zimmer.Seine Auszierung ist ungekünstelt / indem die ganze Breite desselben mit einemSpiegel bedecket ist / der oben die Gestalt einer Handhabe hat. An seiner Seitestehen zwey Pfeiler/ welche ihn breiter machen, und ihm ein besseres Ansehengeben / besonders an diesem Ort, da die Hintere Seiten der Einfassung gemacht zuseyn scheinen, um sie zu tragen. Diese zwey Hintere Seiten stehen auch sehrschön, indem sie die Einfassung, welche unten bauchicht ist, männlicher ma-chen. Man hat diesen Camin auch noch mit Wandleuchtern und einemFeuerbock auszieren lassen, um den Plaz zu bemerken, wo sie hinkommen sollen,wie auch ein Täfelwerk beygefüget, dessen Felder mit den Theilen des Caminsübereinstimmen.

Die zwey folgende Kupferblatten Nro. z. 4. enthalten vier verschiedeneRisse von Einfassungen. Die beyde erstere kan man in Vorzimmern, Speise-Sälen und geheimen Zimmern gebrauchen. Derjenige, welcher oben steht, istwie eine Handhabe gestaltet und in der Mitte mit einer Muschel in einem Cartelgezieret.- diezwey Ecke sind gebrochene Winkel aufweichen ein Kragstein ange-bracht ist. Die Einfassung hat auf jeder Seite die Hauptmauren, die ihr Aus-sehen männlicher machen. Sie ist bauchicht, so wie man es aus dem Grund-riß selbst sehen kan, und das Gesimse hat eben diese Gestalt.

Der andere Aufriß eines Camins ist von eben dieser Art, nur unterscheideter sich von dem vorhergehenden darinnen, daß er keine Hinterseiten, und derHeerd eine grössere Oefnung hat. Daher schickt sich dieser besser in grosse Zimmer,wo man ein grosses Feuer machen muß. Man hat auch hier den Grundriß derEinfassung und des Gesimses angezeiget.

Die beyde Einfassungen der 4. Kupferplatte sind viel reicher als die allererstbeschriebene, und können deswegen in Gallerien , Säle und Parade Zimmergesezet werden. Ihre Art und Auszierung bleibet beynahe wie die vorige. Manerblickt an dem einen wie an dem andern Kragsteine, welche sich gegen denWinkel der Einfassung hinneigen, und sich oben anschließen an die Cartels, wel-

B che