0 Vorbericht
Gaben, ſo, daß er zu gleicher Zeit leſen, ſchreiben, zuhoͤren, und ſel-nem Secretario einige Briefe dictiren konte, er hat unterſchiedeneBuͤcher verfertiget, davon viele verlohren gangen. In ſeinenCommentariis de bello Gallico hat er ſeinen eigenen Kriegbeſchrieben, und werden dieſelben noch 1 8 Tages von den1155 Generalen mit Vergnuͤgen geleſen. Er ſoll funffzig
eld⸗Schlachten beygewohnet, und eine abſcheuliche Menge Men-chen mit eigener Hand getodtet haben. Da er auch in der Altro-nomie ſehr wohlerfahren geweſen, ſo iſt der Julianiſche Calendervon ihmerfunden worden. Im Anfang ſeiner Regierung warer ein gar gnadiger und loͤblicher Regent, der von iedermann geeh-ret und geliebet wurde. Er hatte auch ſolche Leibes⸗Gaben, dieſich vor einen Krieges⸗Helden ſchicken. Er war von einer anſehn-lichen Starur, in der Arbeit unermuͤdet/ in der Speiſe und Tranckmaͤßig, in der Kleidung praͤchtig, und auch gegen die Uberwun-denen liebreich. Er brachte Spanien, Franckreich, Engeland undein groß Theil von Teutſchland unter ſeine Gewalt, und war inallen ſeinen Verꝛichtungen ſo gluͤcklich, daß es auf das hoͤchſte zubewundern. Nachdem er einen ſo vielfältigen Uberwinder abge-geben, ward er ſo uͤbermuͤthig, daß ihm niemand Ehre genug an-thun konte. Daher machte er ſich allenthalben viel Feinde, undward endlich auf dem Rathhauſe zu Rom in dem ſechs und funff-zigſten Jahre ſeines Alters, meuchelmoͤrdiſcher Weiſe erſtochen.544. Die Römer hatten ihr Aufkommen groͤſten Theils demSoldaten ⸗Stande zu dancken, und ſie hielten ihn auch daher in ſol-chen Ehren als keine Narion vor ihnen gethan. Die keichſten undvornehmſten Familien wurden, von Jugend auf in den vortrefflichſten Wiſſenſchafften und Krieges⸗Kreroitis unterrichtet, und80 ſich durchaus auf nichts anders appliciren hingegen wardie hre ein Soldat zu werden den gemeinen Knechten und Scha,ven nicht einmahlerlaubet, weil ſie die Wuͤrde eines Soldaten vielzu hoch ſchaͤtzten, als daß ſie von ſolchen geringen Leuten prokaniretwerden ſolte. Dieſe muſten nur ihren, bey der Armee ſich auf,haltenden Herzen, die Waffen und Schilde nachtragen, zumStreit aber wurden ſie niemahls gelaſſen..
F. 5. Wenn wir uns bey den gröſten weltlichen Dignitaten,die in unſerm Teutſchlande anzutreſſen, ein wenig aufhalten, ſowerden wir gewahr, daß ſie groͤſten Theils aus dem Kriege ihrenUrſprung herleiten. Die am meiſten vickoriret, wurden zu denRomiſchen Kaͤyſern erwehlet; und wie das AllerdurchlauchtigſteErtz⸗Hauß Oeſterreich viel Secula nach»ä4R etkbzů 15