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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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35
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Von den Mathematischen Wissenschafften.

, Dieses waren nun wohl die mei-

nen wahren Wissenschafften der xMathe-andern Theile der Gelehr-mJl ' unff in'das menschliche Leben ei-A besonder» Einfluß haben; Hernachlips. s auch einige bey der Welt zwar be-^k,aber doch falscheKünfte,die man mitMcht denen Mathematisthen beyzehlet,v« welchen wir in folgendestauch noch et-'Sf gedencken wollen. Die MenschenMo voir Natur stets begierig, die künssti-M Begebenheiten bey ihnen selbst, oderschaudern zu erfahren, obgleich ihre Ge-Mthö-Ruhe, wenn sie alles ZukünfftigeAen sollen, ziemlicher Massen hiedurchMohret werden würde, und also habenM ihrer viele an solchen Brodlosen Kün-N ' dadurch sie etwas Undekandtes zufahren sich einbilden, einen Gefallen;^'lfft nach dergleichen Tändeleyen eine^ache von ungefehr einmahl ein, soerhe-N sie eine solche Wissenschafft ungemeinM, und kehren sich nicht daran, ob esMich hundertmahl fehlt. Je vornehmerSJJ glückseliger dieMenfchen sind,je mehr^beu {sie das rasrivirat-Stellen, denn sieX;JN und wündfchen immer noch glück-Mger zu werden, und solches durch dieseDunste zu erfahren. Daher werden sich^ grosse Herrn und reiche Leute mehrMolche bemühen, die ihnen nach astrolo-äff 11 Regeln dasKünfftige anzeigen, alsseverachtete und elendeLeute,denn die-t).ff,/pheceyen sich nach ihren Umständenviel gutes, und also wollen sie lie-e^ 'dr künfftiges Unglück erwarten, wenngegenwärtig wird, als daß sie sich noch

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s'.'sw auf die Erfahrung oerusten, oan es?ohl offters einträfe. Jedoch diese"me bedencken nicht, daß ihre Erfahrung^ungewiß und unbeständig; Esge-uur zufälliger Weise, daß bißwei-q^erwas eintrifft. Diejenigen,die denenwS Nativit2Eten stellen, sind bisweilenü^'Zlagne und scharfsinnige Leute, dielen durch andere Personen nach al-

bieie!.- leden Umständen, darinnen sichMp^gEu denen sie ihre Uauvität stellen

«ach ?bens-Art, nach ihren ctiarsÄern,stand,u Vermögen, nach ihren Ehe-'ll. s.w. vieles vorher zll sagen wissen,

Bergrutsche Solyqr.)

so hernach m den zukunfftigen ziemlichermassen eintrifft; Und alles dieses gehethernachmahls gar nachrlich zu. Wermsich die Menschen gewöhnten in der SelbstErkänntniß genau zu isiuljirett,den Zusam-menhang Her Dinge recht scharst einzuse-hen, und eines aus dem andern zu schlies-fen, und durch sichere und gewissere Folge-rungen herzuleiten, so würden sie auf dieAstrologie, auf das Narivirät-stellen, aufdas Punüirett und dergleichen nicht so er-pichtseyn, sondern sie würden lernen aufeine moralische Art, die weit besser eintref-fen würde, sich propheceyen.

1 13 . Modlest Künste beruhen aufeinenungewissen Gründender vielmehr aufgarkeinen; Es werden lauter willkührige Sa-chen angenommen. Die Benennungender himmlischen Häuser, der Zeichen, diebesondern Eigenschafften, die mancherleyunterschiedenen Arten der Einflüsse sindnicht an den Himmel und in der9!atur,son-dern indem Gehirn der Astrologorum undNaivität stellet gegründet. Es geschiehtauch wohl, daß Satan bisweilen sich hier-bey mit einsticht; Es ist ihm daran gelegen,wenn er dieMenfchen zu Aberglauben undallerhand Gauckelpossen verleiten kan;Weil er nun viel zukünfftige Dinge weitfchärffer einsehen und besser entdecken kan,als wir Menschen, so giebet er nicht seltendemMenfchen dasjenige ein,von dem er sie-het, daß es gewiß zu treffen werden, undverstärckt sie offters in ihren Aberglauben.

§. ,4. Das so genannte Punctimt istdie Erfindung eines müßigen Kopffes,und auch eine Arbeit vor muffige Leute.Die Zeit, so man auf das Punctimt ver-wendet, wird nicht viel nützlicher zuge-bracht, als die mit Spielen vollbrachtwird; Es wäre nur zu wünschen, daß dieLeute bey ernfthafften und nützlichen Din-gen so viel Aufmerckfamkeit und Applicati-on bezeugten,als hierbey; Denn man sagt,daß diejenigen, die durch diese Kunst gewis-se Warheiten herausbringen wollen, vortiefen Nachsinnen und grosser Meditationgleichsam ausser sich selbst gesetzt seyn mä-sten.

Er . , Dass