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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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Von dem Reisen.

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jk'tmit jemand verbindet, es muffe denn

J er andere in den meisten Stücken nach sei-M ttumeur seyn, so kan man auch aus15* Pkrtraulichkeit die einer mit dieserDiener Person sth liest, der andern Ge-"Ms-Bejchaffenheit urtheilen.

Nachdem ziemlicheZeit dazuge-bet einen Menschen aus seiner eignen.Esführung, aus seinen Reden und Händ-igen zu erkennen, so kan man auch durch,,^Urtheile anderer,die sie von ihm fällen,^dieseinkorrraiczu machen wissen, ei-^6 und das andere erlernen. Doch mußl»an grosse Vorsichtigkeit hjerbey gebrau-ten, daß man das Wahrt von dem Kal-ben unterscheide, und hierbey nicht yin-^rgangen werde; Denn die Freunde se-Mbey dem Guten etwas zu, und erhö-hen die Tugenden, die Feinde reden allzuW, und also muß man von dieser ihrenurtheile sich das beste heraus nehmen:Mn muß juäiciren, ob sie sonst die Mar-git lieben, und daher glaubwürdig sind,Me Verstand haben, eine Sache einzu-Mn,ob sie von ihrer Errehlung uudUr-Zkllen einig lmeretle oderGchaden haben;Mn nach der Beschaffenheit dieser Um-Ä c wird der Grad derGlaubwürdigkeirdosier oder kleiner.

m' tu sind nicht allein einzele Men-3» sondern auch gantze Nationen dennach unterschieden, ja wennmatt-EHt genau acht drauf hat, so findetM in jeden Städten oder auch in'Mern Districte« und Neigungen un-

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bflJ 8 der Unterschied des Erorera-s,

wannichfaltige Gewerbe, derUmgangdreser oder jenen Art Leuten, helfendemUnterschied der Neigungen et-mit beytragen. Die PortugiesenUm fast gleiche Gemüths-Beschaffen-btV&Ü^ den Spaniern, lieben aber mehr^^uftnannschajft, als den Krieg. Diesind in ihren Verrichtungen sehrbk Ä'^wund bedächtig, ehrgeitzig und lie-Staat, wer ihre Gunst erhaltenrett/- b ihnen trefiiche 8ubmilkonss be-uN, auf ihre Religion sind sie'eifrig,se^abey ungemein abergläubisch, sie rei-Zlq../Mt gerne aus ihren Lande , denn sieky^Mdaß sie in it)ve Stinte alte# inVoll-besitzende sind sehr tiefsin-d^anfg Wunen es in Studiis, wenn sie sichgar weit bringen. Ge-silbea^dmge sind sie getreu, und denen-

i tz. 12. Die Frantzosen ov sie gleich nut

ihnen benachbart, und nur durch die Py-renäischen Gebürge von ihnen abgesondertwerden, sind doch gantz cvnrrsiren Hu.meurs von den Spaniern. Sie sind hur-tig und behende, sehr höflich und manier-lich, aufihr inrerelle erpicht,jedoch muß esmit einer guten Art geschehen, sie inclmi.ren nicht sehr zur^elanebo!je,und wenn siebetrübt sind, können sie sich die BetrübnißmitPfeiffen und Singen vertreiben; ihrenKönig sind sie getreu,inKriege geben sie gu-te Soldaten ab, sind dabey von scharfsin-nigen Verstände, und guten Einfällen.Weil sie ihren Verstand brauchen,und we-gen ihres beliebten Umganges mit man-cherley Nationen converüren, so sind sie inder papistifthen Religion nicht so abergläu-bisch wie die Spanier, sie sind leichtsinnig,dabey veränderlich in derKleidung, und er-sinnen immer neue Moden, wie bekandtist; in ihrer Kost sind sie sparsam, und kön-nen sich offlers mit etwas Brod und eini-gen Aepfeln und Birnen behelfen; in ih-rer Arbeit gar fleißig und unverdrossen, inHandel und Wandel geben sieden Leutenviel gute Worte und machen ihnen einHaussen GompUmeme vor, u.s.w.

§. 13« Die Holländer «ehren sich mei-stentheils von Handel und Wandel, sie lie-ben dieSeefarthen,denSchiffbau und sindsehr geschickt darinnen, sie erbauen fastnichts in ihren Landen,und dennoch ist fastalles von Waaren in Überfluß bey ihnenanzutreffen; Sie sind aufeine sehr plum-pe Art aufs Geld erpicht, und wissen das-selbe gegen diejenigen, die ihnen etwas vondem, was sie fodern, abdingen wollen, aufeine ungestüme Art zu suchen; in ihrenHäusern lieben sie die Reinlichkeit undOrdnung aufden höchsten Grad, sie sindaber nicht so proprer in ihrerKleidung,undbey ihren Essen und Trincken. Die gro-ßen öanguiers,die einige Tonnen Goldesdes Jahres verkehren, machen öfters inihrer Kleidung eine so schlechte Figur, alsein armseeliger Bürger in einem kleinenStädtgen nimmermehr machen könnte.Den Fremden begegnen sie nicht so höflich,als die Frantzosen, sind aber gegen diejeni-gen, die ihnen Redllchkeit erweisen, auchgar aufrichtig; in ihren Essen und Trm-ckensind sie sehr genaue, sie urtheilen aufeine freymüthige Art, von den wichtigstenUnternehmungen der grossen Herrn, undnehmen sich so zu reden kein Blat vorsMaul. Ihren Handel und Wandel zie-hen