<rs Des ersten Theils sechs und siebeiirwanmastcs Lapitel
Pfund mehr werth, als sonst zwey oderdrey.
h, 5. Wenn du Salpeter leutern wilst,daß er schön langschüssig wird, so nimmschönen weiffen gebrandten Weinstein, soviel du wilst,wasch ihn rein mit läuternWasser, und laß ihn wieder trocknen, als-denn stoß ihn klein, und zerlaß ihn in einensauern Wein-Essig über dem Feuer, laßihn kalt werden, seihe ihn lauter durch einTuch, und behalt ihn also zerlassen. Dar-nach zustoßSalpeter auch klein,geuß klahrWasser darauf, so viel genung ist, laß eswohl zergehn, und halb einsieden. Geußvon dem zerlaßnen Weinstein mit demWein-Eßig darein, schwencke ihn mit,laßihn einsieden, geuß ihn in ein ander Ge-schirr/setze es in einen Keller, so schiessenhübsche und grosse, Chrystallen auf, dielaß trocken werden. . Siede das andereWasser zurHelfte ein,thue ihm,wie zuvor,und setze es meinen Keller, so schiessen wil-de Chrystallen, und du hast schönen ge-leuterten Salpeter, den verwahre vor derLufft an einen warmen Orte.
durch den Schwefel erhitzt worden,unterehalten, damit es nicht voll der gewaltsam !men und allzulufftigen Ausdünstung desSalpeters ersticke. Man erwehlet vie-lerlei) Gattungen Holtz, als haselnes,er-lenes, faulbarrmenes, und tannen Holtz,wenn man Kohlen zum Pulver machenbrennen will; Das lindene-undweiden-Holtz hingegen ist zu denen Feuerwercks-Kohlen das beste. Will man die Kohlenzum gehörigen Gebrauch zubereiten, so ?hauet man dasHoltz ungefehr einenSchuhlang, spaltet es in vier Theile, thut denKern unddieAeste weg, schalet die'Rindeab, läst es an der Sonnen oder im Ofentrocknen, leget es dichte in eine Grube,zün- }det es an, und brennet es aus. DieKoh- §lenwerden sodann fest mit Bretern be- !deckt, und mit Erde beworfen, damit sie ;sich dampfen, und keine Lufft dazu körn- !me, man lass sie ^.Stunden darinnen lie- igen, und verwahret sie an einen trocknen !Orte zum Gebrauch. j
Das sechs -und zwantzigsteLapitel.
Vom
Schwefel und Kohlen.
§•
Er Schwefel ist einer hitzige undtrockne Natur und Speise desFeuers; Er fanget das Feuergar leicht mit feiner Flamme, und gehethierinnen demSalpeter vor; SeineFarberst Citronengelbe,und seine Flamme leuch-te blaue. Derjenige wird vor dem bestengehalten, welcher, wenn man ihn in derHand halt, knackt und girret; Man hatdessen auch noch andre Arten, als dengrauen Schwefel,welche aber bey weitennicht von solchen Eigenschafften,, als dergelbe. Kan man aber keinen andern alsdiesen erlangen, so muß man ihn, wie denSalpeter, von der frembden und schädli-chen Materie reinigen. ManstößetdenSchwefel klein, thut ihn in einen ehernenTiegel mit Wachs, setzet ihn über ein ge-linde Feuer, und schüttet etwasAlaune da-zu, so wird er siüßig; Das beste sechet mandurch ein grob Leinen Tuch, so ist er fertig.
§. 2. Die Kohlen sind einer leichten undtrocknen Natur, sie müssen das Feuer, so
Das sieben-und zwantzigsteLapitel.
Von dem
Pulver machen.
1 - §. 1.
Er erste Erfinder des Schieß-Pul-vers soll ein Teutscher seyn, nem-lich der bekandte BartholomausSchwartz, ein Münch Franciscaner Or-dens, der es Anno izzs. wieder sein Ver-muthen zu Stande gebracht. Er warin der Alchymie wohl erfahren,und pfleg-te offters zu lsdoriren, um dieNaturundEigenschafften der Mnerslien,zu erfor-schen. Da er nun zu seinen Gebrauchund Vorhaben ein wenig Salpeter undSchwefel mit einander vermischt, u.in ei-nen Mörsel zustoßen wollte, begäbe sichsungefehr, daß ein Füncklein in demMörse»fiel,imAugenblick entzündete sich solches,die gantze in den: Mörsel enthalteneMatt-rie wurde verzehrte, worüber er,wie leichtzu vermuthen, hefftig erschrocken; Mch-dem er sich aber ein wenig wiedererholet,».dieser ftltzamen Wünckung nachgedachtund gemmhmaßet, daß solches von derVermischung des Salpeters und Schwe-fels herrühren müsse, weil diese zweycoim-airat Principiam einander lvürcktew