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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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261
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^Von der Bescha ffenhe it/ Verstärck u ng m'b Commando&c, 261

1 Siluren Armee zu stehen pfleget, Feld-Stücke, als man taufend Mann zeh-

let, oder nimmt die Helffte noch mehr, alszu viertzig tausend Mann fechtzigi StückGeschützes, oder rechnet wohl gar zweyStück auf iedes tausend, nachdem manviel oder wenig Anspanner hat, undUnko-sten aufwenden will. Ein anders ist es a-der, wenn man einenOrt belagern will,damuß inan mehr und schwerer Geschütz ha-ben.

^ selbst verlohren, weil er denen Sol-.^wkeinHertz, wegen allzugrosser Men-^sprechen kan; weil er seine Troup-übersehen kan, so bildet er sichritt viel grössere Unordnungenist 'w in der Warheit sind; hingegenirr,® wohl an einem Orte schönemSchade würcklich geschehen,, ftp 0,1 er noch nichts Nachricht bekom-sylDie contuüon und Trennungritt-? rossen Machinm geschiehet mittoX solchen Eyfer und Feuer, daßnie-davon Widerstand thun«, derglei-ttktt "^geftümm aufhalten kan; beyde-1 J oräilisiren Armeen aber sind solchekttt?^mien rar, und wenn sie jaLiehen solten, kan man solche leichtlicht {( p' und alles in guter Ordnung hal-

ci . 4 . Was die krvporrionirung dersy? mit der Infamie anbelangt,solche ihre Distinctiones und Un-nachdem nemlich die Gelegen-Landes ist, wo man Krieg füh-de ' oder nachdem man mit einem Fein- u ^un, wornach, und nach dessenktttzl.^an sich auch richten muß, undnachdem man sein Deifem aufwasm gerichtet.. Ist man in einemM ^and, da viel kouraße zu sinden,-ki-An hat mit einem Feind zu thun,^tt m Kavallerie pflegt zu Felde zu süh-svi^wie die Türcken, so muß man aufLaMll dieArmee mit einer ziemlichenCavallerie auchverstarcken. Wenngeffchret wird in verschlos-viei ^"0 bergichtenLanden,oder wo sonstlvrriMrast, Holtz, Zäune, Gräben undPlatze seyn, so müft mannoth-Armee verstärken; Welchesobfci-viren , wenn man sich? ^etty^ne Belagerung für einen Ortnnd echten, denn diese zwey Corpora? ee nitötu so höchst nöthig, daß eineAr-^stehm k^r gut gehalten werden, odera ?6eise wenn sie nicht aufvorbesag-k - ' Und ^^ wit einander xroxorrionirtwenn nicht eine extraoräinairev ^tt es anders zu machen,

eih ^ ln einem ebenen und offenen01 ^ksn^n- ^stel Cavallerie zu drey Vier-r c bierlaN einem verschlossenen Landw mnffmal mehr Infanterie, als5 * 5 . JrpEchnen und zusammen flössen,gemein?? 8eld - Artillerie rechnet"Ulgllch sy viel Regiment und

tz.s.An einen klugen, tapfern,erfahrnenund zugleich glücklichen General ist bey ei-ner Armee sehr viel gelegen.Hat ein Gene-ral einmahl den Nahmen eines glücklichenin Kriege erworben,so halten seineSolda-ten gantzlich dafür, daß er nicht könne ge-schlagen werden,und gehen auf sein Wortso sicher zur Schlacht, daß sie auch gantzkeine jGefahr nichts achten, in Meynung,daß er niemahls befehle zu schlagen, wanner derviÄorie zuvor nicht gewiß versichertsey,welches denn hernach dieGemeine der-gestalt encouraziret u. behertzt macht, daßsie deswegen mit grosser Resolution anStreit gehen. Ja was noch mehr ist, sofechten dieFeindegegen einen solchenManmit lauter Furcht, weil sie dafürhalten,daß sie durch ihn würden geschlagen wer-den. Gleichwie aber eine solche gefaßteMeynung einen General, wenn er solcheerworben,einen sehr grossenNutzen schaff,so ist hingegen dieses wiederum im Kriege,nemlich unglücklich zu seyn, für einemGe"neral ein sehr grosses Übel, denn es ist un-möglich, sich seiner Soldaten Standhaff-tigkeit versichern zu können, wenn sie ein-mahl eine solche widrige vpimon von ih-ren Oberhaupt gefaßt. Es soll demnacheinveneral und alle andere rechtschaffneLeute für ihren furnehmsten Endzweckhalten, alles mit Verstand undTapferkeitanzufangen,und nichts zu unterlassen,wo-die gute Renommee kan erhalten werden.

? 7. EinPotentat oder Repudlic mußin Erwehlung ihrer vornehmsten Capital*ne sehr vorsichtig und behutsam gehen,undsich ihrer Treue und Beriten zuvor wohlerkundigen und versichern, bevor sie solchein ihre Dienste auf und annehmen, ihm al-le ihre Staats-Geheimniße entdecken, undalle Gewalt über ihre Trouppen überge-ben. Man muß die Hertzhafftesten er-wehren, damit solche dem gantzenKrieges-Heer nicht allein mit muthigenZusprechenein Hertz machen, sondern auch in derThat sübst ein Exempel geben und die

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