Buch 
Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
Entstehung
Seite
277
JPEG-Download
 

Von allerhand Krieges-List und Stratagematibus i &c. 277

^Ji e S c ttget waren, verwahret sich mit^Ftenen-Haube, nimmt eine Hacke,JHtt die Stöcke um, zerreist das Honig^ gehet davon; Als die Spanier kom-s^nd gedachte Wassermühle auch be-^ und plündern wollen, fallen dieftÄ mit Haufen unter die Pferde, daßjJJw&er gantz rasend werden, sich über-ilJtftt und überstürtzen. v.Berberg i. p.

I a ' cap.ro.

^isc denckwürdiges Stratagema hatch,?'^rHußitenGeneral,gebraucht,wel-li 0h 7^ er in grosse Noth gerathen, undkt^8kinde fast gar erlegt war, hattehaM mit etlichen Reutern zu thun ge-eselbigen lockte er an Dornen undh^gteOerter, und befiehletdenenSol-h,! Z''VZeibern, daß sie die Schleyer in^Fvrnhecken werfen folten. Als nunkjl^^ter den zisca und feinenVolck nach-lteMrathen sie in folch Gehecke,mit de-ky^chleyern verfitzet, daß sie nicht fort-ilcku « können, sondern absteigen, und^ 7 würcken müssen , da sie mit ihrentaffien sich immer weiter verwickeln,o^^wvon Zisca überfallen und geschla-

llist ^^l-'dett. v. Orellerl 6. killen, lfag

AlsKäyser Maximilianus mit de-ldb^^etianern Krieg führte, ward feinFürst Rudolph von Anhalt, mitMann in einen tiefen Thal ver-b^vou der Venetianer ihren Obristen.^o, der auch nicht anders mey-Ite ^hatte fchongewonnen, fandteanÄta^uegende Städte, und ließ fagen,nut und Weiber sollen kommen, undschlqN M sehen, wie er die Teutschenvie Aen wolle,in dem Thale. Da nunÄrgerlichen fortziehen, entweder zu^Aer sich durchzufthlagen, und ihrK^Aagen zubrach, brauchte, Fürstdieses Ltraragema, und ließ denEszett , Mtfchleppen, und das Pulver?ud Daes nunausgezetteltwar,?^<lchfolgenden VenetianifchenMek/fkUte drüber gekommen waren,^et aLy ihm das Pulver an, daß dasJ 1 llMZinde zurück lief, die Venetia-Menschen und Pferde stieß undN erst und sie also hefftig und plötz-N ejn ^ckte,daß sie nicht wüsten,wo ausD'grifft wandte sich Fürst Ru-hT? 1 *! ,5. Männlich an, und schlug sieÄ^esch^uge die grossen Hansen, undzu sehenden Frauen, dieU>aren, zu zuschauen die Er-

mordung der Teutschen, und erlangte alsoeinen herrlichen Sieg.

§ 19. Lesla, der König in Ungarn, be-lagerte die Stadt Cracau in Pohlen, undzwang sie durchHunger zur Ergebung,da-zu brauchte er dieses Lcraragema ; Er ließin der Nacht große Hügel von Erde aus-werfen für der Stadt, und die mit Mehlbestreuen, daß sie dabey dencken sollen, erhatte noch grossen Vorrathin Lager, unddaß der Hunger sich durch Anschauen des! Mehls in ihnen mehren solte, und sie zurschleunigen Übergabe reißen, wie auch ge-schah.

§. 2o. Als im Jahr i6zo. die StadtColberg in hinter Pommern von denenSchweben belägert ward, haben diese,da-mit die Kayserllchen Belagerten vollendsumKraut undLoth gebracht werden möch-ten, diese mercklicheKrieges-List gebraucht,daß sie bey finstrer Nacht etzliche langeSeile, daran viel Stücke brennende Luntegebunden waren,nahe an dieStadt brach-ten, und so durch etzliche dazu bestelltenSoldaten, gegen die Stadt allmählich zie-hen ließen. Weil nun die Belagerten inder Meynung stunden, daß die Stadtdurch einen Sturm solle angegriffen wer-den,haben sie das Geschütz an oen Ort, dgsie die Lunte treffen konten, gebracht, undbiß in die dritte Stunde starck Feuer her-aus gegeben, und damit viel Pulver undKugeln unnützlich verschossen. Also hatein Schwedischer Rittmeister Anno 1031.ungefehx mit z6. Pfunden zu Nacht vielFeuer um dieStadt Malchin gemacht, undt)in und her viel brennende Lunten ange-henckt, mit Vorgeben,das gantze Krieges-Heer des Königes sey vorhanden, undbrachte durch solche Furcht die Kähserli-che Besatzung, so in zwey Compagnien be-standen, m einer gutwilligen Aufgabe.Grass Philipp von Nassau, der A. 1595.gestorben, begegnete im Jahr 1593. demSpanischen GeneralGrass PeterErnsten^ie ^7 Nachfolgenden Venetianifchen von Manßfeld auf eine curiwle Art:^epM fl ^ drüber gekommen waren, Denn als feibiger die Schantze creve-

coeur belagern wolle, zog Grass Philipphinter einen Teich her, und ließ in die drey-sig Drommelschlägervon unterschiedenenSorten und Schlagen schlagen,weil mansie nicht sehen konte. Der Grass vonMansfeld dachte nicht anders, das gantzeStadische Lager wäre bereits vorhanden,er wurde also abgeschreckt, und genöthigetsein Lager mit Schimpfswieder abzufüh-ren.

Ll r §.2i