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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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306
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3°6

Des dritten Theils vier und dreyßigstes Lapitel.

wieder an die Schiff- Brücke woselbst dieStücke auf Balcken aufgelegt piantiretstunden, in solcher Ordnung, daß alle vel-xtiinen in der Linie einander folgeten, undso dicht an einander, daß alle Xaveren aufihren,Rudern hinterwerts poüirt gewe-sen, ohne die zu den Monere und Haubi-zen gehörigen Postemeter, so man nichtZeit gehabt aufzusetzen, sondern noch beyder Brücke in Ordnung, als wie sie auf-geladen worden,lagenGerade über diesenPlatz lag das Schiff, woraufdie Fahnenzusammen gewesen, und wurden von derBürgerschafft einige commanditt, so sieempfangen haben zu tragen, womit sie ge-gen Glocke fertig wurden, und alsdenn

eine Compagnie Cavallerie, Nebst dM para-

direnden Hand-Pferden, unter Auffüh-rung des Stadt - Majors, nebst seinemRittmeister,voraus gegangen, woraufdieInfanterie gefolget, und gleich nach demSpiel und Capirain die Roten ausgebrei-tet, und in der Mitten eine Nußische Pro-vintz Fahn, nemlich die klelco^jsche, soman vergangenenHerbst über bekommen,getragen worden, und 2.Paar Paucken, 6 .Reyhen grosse Fahnen, 4. in ieden Gliedenach einander. In der andern Divisionnoch eine Provintz - Fahn 2. Paar Pau-cken, und 17. Reyhen Compagnie Fahnen.In der 4. Division noch eine krovincial-Fahne, l Paar Paucken und 28 ReyhenDragoner-Fahnen. Vid. Lunigs Theatr.Cerem«. II. Theil p. 1273.

Das vier und dreyßigste Lapitel.Von

dem Stillstand

Si^Achdem nun eine und die andere" P unglückliche Schlacht bey der ei- 7rw * r nen kriegenden Parthey so vielauswürckt, daß sie entweder des Krie-ges endlich gantz und gar überdrüßig,odee doch' genördiget wird, auf eine Zeitlang Ruhe zu suchen, um sich meinenbessern Stand zusetzen, Friedens-Vor-schlage zu thun, so wird inzwischen von*en streitenden Theilen ein Stillstand^troffen, und werden gewiße Puncte die-

serhalben verreceisiret, und nieder^^ schrieben.

$. 2. Es ist entweder ein particuh^'Stillstand, oder ein universaler. Detkticnia ire dauret nur einige Wochen, ovs^ wenn es hoch kömmt, einige Monath; ^allgemeine aber wohl einige Jahre, »*Ltritt einen Friedens-Schluß naher-, j-bereitet offters den Weg zum 8^''und verursacht zuweilen, daß man^

^ durch mit guter Äianier aus der nut^

- einen Parthey geschlossenen Allianz: ten kan. Manchmahl wird ein TejjP tfindeterminatum ausgedruckt, Z.E. WLvölliger Schließung des Friedens, ^nemlich der Stillstand derBeförderung des Friedens angesty^'

§.z. Es wird ein Stillstandvon den Landes-Herrn selbst errE^sondern auch von dem Feld - HerM"

den Generals, die en Csiefcomma^. ^

Sie dürffen dergleichen auch nichtsVorbewust des Herrn, in dessensie stehen , accordireit. Da lhn/ll ^mahl das General - Commando ubtt ß

gantze Armee anvertraut, so könnea uauch alles einrichten, wie sie sehen,die Umstände mit sich bringen, ^solches gegen ihren Landes-Herrn Dantworten können. Doch dürjstn' vandere grosse Generale, ob sie san-nen grossen Theil einer Armeedireit, und eine Belagerung zu / ls ,qWhaben, nicht allzeit unterstehen, oMirtfgünstigung und ausdrücklichen ^0Wttst it)VC& General-Capitains eitttN^stand mit dem Feind aufzurichten'

§. 4. Es sind bey dem St'EtzFlerhand Regeln der Klugheitzu nehmen, und ist besondere 2 %} $tigkeit anzuwenden, damitund die andre Gelegenheit, etwasliches wieder den Feind auszufuht e' ^rüber verlohren gehe, odervetA^Dnur bessere Zeitgewinnen möge,grössern Descnsions - Stand SrWenn also aufunserer Seite dre ^wendigkeit, oder BequemlickM, ^ mStillstand erfordern will, und' y§het, daß er bloß zur Beauemlrcyre ^ $Feindes abzielen soll, so musnen dergleichen nicht verstatten 5