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Des sechsten Theils vierdtes Lapitel,
wenn sie von ihm abgefallen;sie nun in Diepen angenommen, hao,bey Nacht denen andern dieöfnet. Einige haben es durch
um die Stadt die Strassen auf allen Sei-ten verschlossen werden, und niemand we-der ein noch ausgelassen wird, und also dieZeit erwartet, biß die Belagerten wegenHungers-Noth zu einer solchen Extremi-st gebracht werden, daß sie von selbstmüssen kommen, um Pardon zu bitten,undsich den Befehl des Uberwinders zu un-terwerfen. Bey dergleichen Art derBe-lagerung dienet die Gedult an statt aller-hand Waffen, und obwohl einige tausendMannda xarat seyn, die Festung anzufal-len,so stehen doch solche nur immer auf ih-re Defension, Derhalben ist das nur ein-tzig und allein ihre Sorge,welche sie habenmüssen, sich gegen die Belagerten zu de-lendiren, damit diese,indem sie die Gewaltwieder sich selbst brauchen, entweder mitAusziehung aus der Stadt, oder mn flie-hen, den Verlust ihrer Güter und Frey-heit sie nicht trennen, und also den Elendentkommen.
Das vierdte Lapitel.
Von
mancherley hinterlisti-gen Arten/die Städte und
Festungen einzunehmen.
iJßweilen richtet der Fuchs-Peltz1 mehr aus, als die Löwenhaut.Manchmahl hat man unverse-hens Feuer in die Vorstädte heimlich an-legen lasten, wann nundie aus der rechtenStadt das Feuer zu löschen hingelaufen,so hatmannachgehends die Festung un-versehens überfallen. Andere haben einGespräch angestelt,und inzwischen unver-merckt die Stadt aufderandern Seite er-stiegen. Moritz,Printz zu Oranien, Grafzu Nassau, verstellte etliche junge Gesellenin bäurische Weibes-Kleider,welche theilsallerhand Proviant ins Castell vor Züt-phen trugen, theils aussen herum Graßabschnitten. Demnach sie aber unter de-nen Kleidern bewafnet, bekamen sie durchsolches Mittel die Pforten ein,biß daß derNachdruck und Entsatz angekommen, unddes Castels gar mächtig worden. DerDuc de Maine ließ etliche Soldaten inDie-Penlaufen, welche sich stellen wüsten, als
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gen zu wege gebracht, so sie unter ou -l,regeführet,und also dieselben angeo^ ^daß etwas an einen Rade oderbrochen, und hierob die Thore nlM^sperret werden können; Oder abeej ' ^unter den Schein des Proviants r flen aufdenenWägen unter die Tyo^deckt gebracht, und sie also erobert. ^
§. 2. Bißweilen hat man sich #5$kündiget,wenn eine Festung provltu" ^entsetzet, oder sonst etwas hinein ge^ ^werden sollen, und man hat $dern Theil vorzukommen,wenn die,so ankommen sotten Ä ^wären, und hiermit gantze Smo» ^Festungen einbekommen.sich eines Nebels zu Einnehmuu^ ^Stadt Rom bedienet, und sieln oEunvermerckt ersteigen lassen.auch geschehen, daß eine Stadt bey ^an einen Ort erstiegen,als untervender andern Seite Lerm gemacht mals wenn sie daselbst angegriffen »Jj ^solle. Weil auch durch Feuerbrum ^
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sen-und den Feuer zulaufen, solches Aschen,fo prolltirt inzwischen de^Fet^.^ Oontuüon, und nimmt die Stadt
.Bißweilen sind die BelagZdurch ein falsch und erdichtet^^Sßebung zu bringen. Einige Wydie Städte also untergraben, daß als ! §ehe Untergrabung denen EinwE^kund worden, sie alsobald die Städtegegeben. Carola i. König instellte sich. als thäte er das in WmLlerne Schloß untermimren, und lleß ^,andern Orten Stücke von Mauren AW, dieselben bey Nachtzu bringet ^Belagerten damit zu verfuhren,und'd' jlteinzubilden, als ob es aus ihrer Ma§yieder Mrnm^ gebrochen, und ließ E pFestung schütten. Hiedurch brachte
wege, daß sie sich ergaben§. 4 »
nen Belagerten ein SchrA^Ebracht. DlricusHertzognE^nLvor und brachte aus, wie erschlagen, und also wurden die W #Präge besetzt, genöthiget, dreW