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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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Von besten mancherley Ritter-Orden.

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§. 22. Papst Leo X. hat um das Jahr i1520. ben Orden des Heilgen Perers eben zuBeschirmung der See - Küsten gestifftet.DasOrdens-Zeichen war von einerSeiteeine güldeneBnlleoder rundesSiegelmitdern Bilde des heiligen Petri, u. des regie-renden Pabstes Wappen, aufder andernSeite aber die Schlüssel und der Pabstli-che Hut zu schauen. In Jahr 1560. hatdluz iv. die Ritter mit den goldenenSpohren, oder wie sie andere nennen Pk>sParticipantes aufgerichtet. Ihr Ordens-Zeichen war das Bild des heiligen Am-brosii an einer goldenen Kette. Er eigne-te ihnen die Pracedenz vor den Malteserund Teutschen Orden zu. Unter Pau-lo v. sollen um das Jahr 1618. die Rittervon Jesu und Maria aufkommen seyn, ch-;re Ordens-Zeichen soll ein blaues Lilien- !förmigtes viereckigtes Creutz, in dessen!Mitten die Buchstabens.». 8. stunden,gewesen seyn.

§. 2z. Die Ritter des heiligen stepha-n) zu Florentz sind um das Jahr 1561. vonCofmo, des Großen, zu Ehren Pabst ste-phanobmix. welcher vorhero Bischoffzu!Florentz gttvefen, gestifftet worden. Siegeloben die ehliche Keuschheit,die Liebe ge-gen ihren Nächsten, und den Gehorsamgegen ihren Groß-Meister, der kein ande-rer ist als der Groß-Hertzog von Florenzselbst. Ihr Hauptsitz war erstlich zu PL- ift, allwo ein bequemer Hafen vor ihre 6a- ^leeren vorhanden, mit welchen siedle See'von den Lürckischen Corsaren reinigen.Ihr jetziger Sitz ist zu Cosmopolis, in der!Jnsul Elba, und das Haupt-Fest des heili- ;gen stephani, welches sie feyerlich begehen,fallt aufden andern AuguM.

H. 24. Im Jahr »619. richtet Carola6 onzaga> Hertzog von Nevers den Orden^irginis annunciatae zu BekrikgUNg dkr

Ungläubigen mit einem grossen, aber ge-schwinde verlöschenden Absehen auf. Diebitter von der Lilich hat Paulu8 m. fünf-zig an der Zahl Eingesetzt, ihnen vüerbvstatt einer Residentz zugeeignet, und zumOrdens-Zeichen das Bild der MutterTOttes c^iercum, derer Kirche zu Vi-wrbc, sehr berühmt ist, von einer Seiten,von der andern aber eine grosse Himmel-blaue Lilie in einem goldenen Felde zu qe-klgnet.

^vn denen Weltlichen RitterOrden. >

§. 25. Um das Jahr 722. soll GariiasXi-

menss, König in Navarra, nachdem er kurtzvor einen bluttgenGeftcht gegen dreM eh-ren das Zeichen des heiligen Creutzes aufeiner Eiche gesehen, und nach selbigen Ge-sicht einen herrlichen Sieg erhalten, denOrden von der Eiche gestifftet,und alle dieEdlendesKönigreichs mit selbigen beehrethaben. Der Orden de la Geneite ist umdas Jahr 726. von Garolo Martello einge-setzt worden. Es ist aber dieses Thier ei-^ ne Artvon einer Bisam-Katze, welche nur! in Spanien gefunden wird, und ein übe-raus deücares und wohlriechendes Fellhat. Well nun dle 8araeenen,die LarolusNarrellu8 geschlagen, aus Spanien vieldergleichen Haute bey sich geführet, solldieser Orden zu einm Andencken seyn gr-stifftet worden, wie denn die Ritter zu ei-nen Ordens-Zeichen orey goldene mitrothen amulircen Rosen unterflochteneKetten getragen, an deren eine solche gol-dene schwartz und roth amullrte Blsam-Katze gehangen, die ein mitdenZrantzöi-schen Lilien besetztes Halß-Band getra-gen.

§. 26. Den Orden der Königl Crohnebey den Friesen, sott Carl der Grosse umdas Jahr 802. den tapfern Frießlaudernzu Gefallen gestifftet haben, welchesich fowohl wieder dieSachsen gehalten IhrOrdens-Zeichen war eine goldeneKay-ferliche Crohne, welche die Ritter aufderBrust trugen. Der Orden des Hahnesund des Hundes bey denen Frantzosenwird insgemein den . berühmten HaußeMontmorency von den Geschichtschrei-bern zugeeignet; wiewohl selbige uneins! sind, indem ein Theil einen,und die andernzwey Orden daraus machen.

§. 27. In Schottland soll um das Iahtbw.jder Orden von der Distel, welcherauch fönst der Orden von sr. Andreas^nennet wird, entsprungen seyn. DasOrdens-Zeichen ist eine goldene aus Di-steln bestehende Kette, an welcher dasBildNlß des heiligen Andre* mit feinemEreutze hangt, mit dieser Uberschriffc:

Xemo me itnpune lacessit. Der Orden

des Sternes in Franckreich soll von KönigRobert dem Andächtigen um das Jahr1022, im Monath Augusto zu Ehren derMutter GOttes gestifftet worden seyn,und aus Zo. Rittern bestanden haben, de-ren Oberhaupt iederzeit der König inFranckreich gewesen. Sie tragen einenMantel von weifen Damast, und aufsel-bigen nahe bey der Brust aufder linckenAaaaaz Seite