Buch 
Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
Entstehung
Seite
763
JPEG-Download
 

Von mancherley MtLer-Drden.

^bahlspruch,welches dem Ocdens-Sternklyverleidet, so gleich bey dem Antritt^eses neu angehenden Reiches denen ge-reuen Unterthanen vor Augen gelegrtwurde, wie Jyro Majestät Recht undderechtigkeit zu handhaben, und einen je-ven das Seine zu geben, beständig relol-"stt bliebe. Das Ordens-Zeichen istkln goldenes blau-amgMittes in 8. Spitzenausgehendes Creutz,m dessen Mitte dereinen Serte des Königes Nahmen Fride-Jjcus Rex mit denen beyden ersten Buch-gaben FR. zusammen gezogen , in einerreden von denen 4. Mittel-Ecken aber einschwacher Adler mit ausgebreiteten Flü-8kln vorgebildet ist. Welches Creutzein jeder Ordens-Ritter an einen om\-8e.farben breiten Bande von der lin-Een Schulter über die Brust nach der^echten Hüfte nebst einen silbernen ge-stückten Stern tragen soll. In der Mit-te solches Sternes ist ein schwartzer flie-iSender Adler vorgestellet, welcher in der teinen Klaue einen Lorbeer Crantz, und inver andern einen Donner-Keil halt, mit

vein bcygesttgten8^mdo!o ; Suutn cuique,

Zu stetigen Andencken, daß ein jeder Rit-ter dieses Ordens, durch dessen Anneh-Ulung verbunden und schuldig sey,jeder-Aan, absonderlich aber GOtt dem Aller-höchsten, dem König in Preussen, als Or-vens-8ouversm, und dann allen denen,

? Mit welchen er sonst zu schaffen hat, nach; der Pflicht,,so die göttliche und weltlichen!Rechte, absonderlich aber die statuta undDrdens-Gesetze jeden Ritter in seinenStande und Beruf auflegen,das SeinigeZu leisten. Der König und seine Nach-tolger auf dem Preußischen Throne sindMemahl Großmeister. Die Zahl derRitter erstreckt sich biß auf dreyßig, dieKönigliche Familie nicht mit dazu gerech-net Und gleichwie ausser Königen ,Chur^td Fürsten kein Ritter einigen andernDeden weiter annehmen darf, also kom-met keiner hinein , der nicht vorhero den^rdcn der Generolit£ eine Zeitlang ge-langen.' So genüssen auch die Ritterinsgesammt den Rang als Königliche 0e

v T- ^9. Im Jahr 17 04ben 14. Iunii hatHertzog zu Sachscn-Weiffenfelß, alskr wegen des Fürstenthums QuerfurtOrum & feilionem bey dem Reichs-Lon-^ukzu Regenspurgerhaltenden Ritter-(Auhttirg des remschrn Goldaren )

76z

Orden dela noble pallion, ober Oit eeiMj Neigung, gestifftet. Ihre KöniglicheMajestät in Pohlen und ChmOrylicheDurchlauchtigkeit zu Sachsen, keläerieuL^u^uüus, haben Anno 1705V den neuenRitter-Orden des weisen Adlers gestrff»tet, und damit aufihrer Rück-Reise ausSachsen nach Litthauen unterschiedlicheMoscowitisthe und Polnische Magnatei*beschencket. Das Ordens-Zeichen beste-hen aus einem durchsichtigell roch emaii.Urten güldenen Creutze, mit einem weisenRande, mit vier Feuerflammen zwischendenen Spitzen,so aufeiner Seite mitDia-manten versetzt sind.- Auf der forderstenSeite stehet der Polnische weise Adler, alsdas Wappen des Reichs, von welchen derRitter-Orden den Nahmen hat, der aufder Brust wiederum ein weises Creutznebst denen überzwerch durch gezeichne-ten beyden Chur-Schwerdtern tragt.Aufder andern Seite schauet man in derMitten des Königes Nahmen A.R. dasist Anglistik Rex in einer LNikre , nebst derBeyschrifft : Pro Fide > Rege & Lege.Oben darüber ist eine mit Diamantenversetzte Crohne, und in allen ein Ringmit Diamantenem das Ordens-Zeichenanzuhängen, welches an einem blauenBande getragen werden muß.

tz. $0. An. 1714. hat die jetzige Kaysermvon Rußland mit Genehmhaltung ih,

! res Herrn einen besondern Orden ge-stifftet, dessen Zeichen ist ein Creutz an ei-nen weisen Band mit der Devise : AusLiebe und Treue vors Vaterland. DieGelegenheit aber hiezu war folgende:Als An. 1711. ihr Gemahl der Czaar mitdenen Türcken am Pruth in der Moldauzu fechten hatte, war sie mit in Lager.Da nun die gantze Armee wegen Man-gel an Proviant in die äuserste Roch ge-rathen, schickte sie heimlich einen Expres-sen an den Groß-Vezier, und ließ ihm einegrosse Summe Geldes antragen, wem*er sich in Tractaten einlassen würde. Sol-ches geschahe, und als der Groß Vezierseine Deputiern ms Rußische Lagerschickte, ließ er die Czaarin ersuchen,sich von denenselben sehen zu lassen?weil er an ihrer Gegenwart zweifel-te, und nicht glauben könnte , oaß einFrauenzimmer üus Liebe zu ihren Ge-mahl sich in solche Gefährlichkeit ein-lassen könte. Zu dem Andencken dieser

B b b b b r Bege