Prooemium.
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mit Pastoren und anderen guten Leutten getrieben, auch sonsten viel andere Selzamkeitengetrieben, befunden. Wie es dan auch die tägliche Erfarung -weiter zu erkennen geben,dass er bissweilen seiner Sinne gefeilet, also das ihn ein jeder fast für ein Fantasten undNarren gehalten, das mein Juncker selbsten ein Verdruss darob gehabt. Und als hernachermein Juncker auss Jüdlandt in Sehelandt jerreiste, und untter andern auch H. Tycho Bra-hen besucht, dahin er dann disen Ursum mitgenommen, dieweil er es sosehr von meinemJunckern begeret. Wie nun mein Juncker nach der Insel Weyn gereiset, und ihn mitge-nommen und alda wol in die 14 Tage bei Juncker Tycho Brahe geblieben, und weilen dieseJuncker einander guete Gesellschaft mit gueter Conversation leisteten, das man auf ihn nichtgeachtet, hat dieser Ursus sich heimlich auff dem Hauss hin und wieder an Tycho BrahenInstrument und ander Thuen gemacht, dieselben abgezeichnet, und was er sonsten in ge-heim, da keine Studenten sassen, und des Tychonis Bücher und Schrifften vorhanden wah-ren, hat bekommen können, welches er auch selbst mir bekandt. Wie nu Juncker Tychovon einem seiner Studenten gewarnet ist worden und seiner Ernveste vielleicht ungelegen,das er mit seinem Thun durch die Lande lauffen solte, hat er neben meinem Junckernsolchs einem mit namen Andreas, welcher sich in allerley Disputiren mit dem Urso biss-weilen kurtzweilig einliess, zu erkennen geben und gefraget, ob er hiezu kein Rath wusste,so hatt er gelobet, zu erfaren, wass darumb were, und ist also die Nacht in der Kammerbei dem Urso gelegen, und stilschweigens versucht, ob er etwan solches bey sich hatte, undgefunden vier gantze handfull in der einen seyten von seinen Hosen von Bastpiren undschrifften, da er aber in der andern seite suchen wolte, hat er befürchtet, der ander, weiler sich rüret, solchs mercken solte, und hatt darumb nicht weitter darffen suchen. Als nuder Ursus des morgens erwachet, und befunden, das die heimliche zusammengeschriebeneSchrifften nicht alle vorhanden waren, ist er wie ein unsinniger toller Mensch herumbge-lauffen, geschreyet, geweinet, und geheulet, das man ihn kaum hat stillen können, also wehehatts im gethan, das man solchs ist inne worden, und seine heimliche tucken gemercket,das also die Junckern und wir alle seine grosse torheit gesehen und darüber gute kurtzweilgehabt, und haben die beiden Junckern ime gelobet, dass da was unter den schrifften were,das imme zugehörig, und den Tycho Brahe nicht anginge, dasselb solte er wol wieder be-kommen, welches auch geschah, wie uns allen bewust. Und als er nu also mitt meinemJunckern vom Lande verscheiden, und wir wiederumb gen Buigholm (?) kommen, ist er vonTagen zu Tagen je länger je mehr in fantasey und tolheit gerathen, sich eingebildet, undöffentlich gesaget, mein Juncker wollte ihn hencken lassen, solches hette der Voigt auffmHause gemacht, desgleichen ich auch, und hette ihn erstechen wollen, und man stünde imnach dem Leben. Es kam auch alda der Reichsmarschalk Peter Güldenstem zu meinemJunckern, den bat er und fiel für ime auff die Knie, er wollte für ine bitten, das er nichtgehenckht würde, thette greuwlich, weinete und heulete, und bildte sich alles solchs ein,das doch nie mein Juncker oder sein Gesinde gedacht, sondern sich sehr darüber verwun-derten , das er sich so seltzam anstelte. Und wan man ihn zufriden sprach, er solte sichsolchs nicht einbilden, und bitten Gott umb Gnade, sagte und bekannte er, er hette GottsWort und Lere veracht; sagte daneben, ime dauchte, es keme die nächt für sein Bette wieein Gespenst, und wolte ihn wegholen, und finge auch des Nachts in der Kammer im Bettelautt zu schreien und raffen, als wan ihn iemands holen wolte, das mein Juncker darüberverursacht wurde, in wegzuschicken. Ist gleichwol bey seiner tolheit geblieben, also daser auch bissweilen seine eigene Bücher in den offen worff und verbrennete. Und da meinJuncker vernahm, das nichts anderes aus ihm werden wolte, und solches nicht lenger könnenvertragen, hat er ihme seinen Abschied geben, und wegkziehen lassen.
Diess ist also kürtzlich vermeldet, wass mir von demselben Urso bewust, weil er beymeinem Junckern dienete, welches etwass über das Jahr (1584) war. Aber dass diess vor-bemelte sich also in der Warheit verhalte, kan ich mit alle diejenigen, so damal meinemJunckern dieneten, bezeugen und wil es auch selbst weitter bekennen, auch in des Ursibeysein. Zu mehrer Urkundt hab ich diss mit eigener Handt geschrieben, und unterschriebenund mein Pitzschafft hieunten aufgedruckt.
Geschehen zu Cassel den 23. Maji 1598. Michaeli Walter Mpp.
T. Paulus Cordet,ad hoc requisitus Notarius.
His interpositis redimus ad Tychonem, qui undique collectis testimoniis contra UrsumKepleroque transmissis huic negotium injecit refutandi Ursi calumnias, quamquam, ut infrapatebit, nondum plane confisus Kepleri sinceritati.
Tycho in literis d. 28. Aug. 1600 Praga ad Keplerum datis mentionem facit literarumKepleri ad ipsum („ante duos menses“ et „ante paucos dies“) datarum, quae maxime