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Responsio
vnd nit die Scheuren vnder den himlischen wagen, sondern diser auff dieScheuren gestigen seye.
Röslin: Kepler sagt, das die Erd vmblauffe, das sey nit wider dieschrifft, wann man sie recht aussiege: diese auslegung wolte D. Röslin gernvernemen. Antwort: So höre er darüber alle Bäpste von 1542 an, diehaben die schrifft also ausgelegt, das sie Copernicum, vnangesehen dersel-big sein Opus Revolutionum Paulo IV. dedicirt, noch nie eines Irthumbsoder Ketzerey beschuldiget: 52 ) Er höre darüber etliche fürneme Theologosderen anderen Partheyen, so man Protestantes nennet, die nemen ihn keingewissen diss zu glauben, vnd ist doch zu vermuthen, sie machen jhn soenge gewissen vber die meynung Heiliger schrifft, als D. Röslin nimmer-mehr. Er höre auch die Mathematicos als laicos, wie sie sich wegen derHeiligen schrifft entschuldigen: sonderlich Maestlinum, wellichen D. Röslinbillich hoch heit. Ob wol nicht ohn, das hingegen der grosse hauffvon Theologis vnd Mathematicis auss allen Partheyen es mit Röslino hal-ten, vnd gar nit zugeben wollen, das die Erd vmblauffe. Entlieh so beseheD. Röslin die prolegomena meiner Astronomiae novae seu Commentarii deMarte, so er gelegenheit hat, da wirdt er etwas finden von demjenigen,das er so gerne vernäme.
Es ist zwar wol ein wunderbarlicher handel, das die Welt schon 6000Jahr stehet, vnd die Menschen noch nit wissen, ob sie stehe oder gehe.Aber noch ein wunderbahrlichere vnd frülichere Zeitung wirt es sein, wannD. Röslin alle angezogene Sachen erwegen, vnd noch in seinem alter, wiedie Cabalam vnd Hebräische Sprach, also auch diss ergreiffen würdt, dasdie Erd vmblauffe : in massen er nit der erste sein würde, der nach langemverwaigern solliches entlieh zulassen würde: er hat der guten freunde schonetlich jm vortrab: Nur dapffer hernach. Doch aussgedingt, das er, sowenig als ich, keinem Menschen hierin nichts zu gefallen rede öder schreibe:auch sonsten sich keine forcht abhalten lassen.
D. Röslin heit es wider die Physicam, wider alle eusserliche Sinne,wider alle vernunfft, das die Erd vmbgehe. Antwort: Nit wider alle ver-nunfft: Dann Ich vnd mein anhang haben deren auch einen tbail, das be-kennet D. Röslin. Hierumb mag er zu seiner zeit besehen, in vorerwehn-ten prolegomenis meae Astronomiae novae seu Physicae coelestis, diegantz new reformirte doctrinam de gravi et levi, da wirdt er noch etlichehinderstellige puncten, so er die tag seines lebens zu wissen begehret, aberbiss dato nit erfahren, vollend erreichen vnd erlangen.
Das es wider die eusserliche Sinne das die Erden soll vmblauffen,bekenn ich gern, vnd hat nit viel zu bedeuten: dann eben darumb hat vnsGott die vernunfft gegeben, das wir damit den mangel der eusserlichenSinne ersetzen sollen. Wann diese vernunfft nit wäre, würden vnsere Sinnevil zu schwach sein zu begreiffen, das die Sonne bald 200 mahl grösser seydann die Erde.
D. Röslin will vil lieber glauben, der vbermächtig gross vnd weiteHimmel gehe in einer stund 2257500 meilen , als das der kleine vnacht-same Erdboden soll in einer stund 240 Meilen vmbwaltzen. Vrsach sprichtEr, dann die Erd sey materialistisch grob schwer vnd vntüchtig, der Him-mel aber sey formalisch subtil leicht wie Gaist ,vnd Seel, vnd vil geschick-ter zur bewegung. Antwort: wann es an der geschicklichait der Elementenallein lege, so würde nit allein kain Menschlicher Leib im geringesten nit