ad Röslinum.
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Keppler: Was sol ich gemerckt haben, da D. Röslin von geschwigen,kan ichs doch jetzt kaum fassen, da ers nach langem aussgelegt. Ich be-kenne nichts universal, was da new ist, dann allein den blossen Himmlischentrib, damit alle Creaturn ins gmain auffgemuntert werden, ein zeit mehrdan die andere. So erkenn ich nichts absolute gut in rebus humanis :Jederzeit ist eben diss dem einen gut, was dem andern böss ist, vnd hin-gegen. So gestehe ich auch nit allerdings, das die Geistliche gütter vomHimmel vorbedeuttet werden: es werde dann zuvor erwisen, das es eingestalt damit habe, wie mit der Weisen auss Morgenland Sternen, wie ichin meinem tractatu de stella praesupponirt, aber darneben erkennet habe,das vil zu disem beweiss gehöre.
Ich wolt aber D. Röslino rathen, er gieng (in rettung seiner schoneinmal publicierten Prognosticorum) nur schlecht der subtilen distinctionummüssig, damit er nit den instinctum divinum vnglaublich mache. Er sollvon seim distinguirn lassen ab, das Gott sein Werck in jhme hab. Wannman in genere redet, so schicket sich viel ehe etwas, als wann man di-stincte prognosticiert: dann wann mans so begreiflich an tag gibt, so willein jeder Narr der klügest drinnen sein. Vil lieber vberlass er mir dassubtilisieren, weil er doch siebet, wie wenig ich darmit aussrichte.
D. Röslin: Keppler maint, obwol es mit dem handel im BistumbStrassburg Anno 1604. ein end genommen, wie ich vorgesaget, sey es dochgnediger abgangen, dann ich gehoffet. Weist er doch nit, was ich gehoffethab, ich hoffe allzeit gutes.
Keppler: „Expectaverat“ hab ich gesagt, das ist, erwartet, man wartetofft dessen, so man nit hoffet: vnd thun die Leuthe verschmachten vorWartung, prae expectatione deren dinge, die vber sie kommen sollen. Luo. 2.Dann ich auff D. Röslins privatim hin vnd wider communicirtes judiciumvon dem abkommenen Erzbischoff von Cöln nit dringen will.
Es ist leichtlich zu erachten, das D. Röslin gemeint habe, es werdAnno 1604. vil herter zugehen im Elsas als Anno 1592. Dann die Co-meten, sagt er, bedeutten böses, Frid aber ist ein bonum politicum, wieauch „das der Münsterthurn auffrecht stehet, vnnd der pass dem TeutschenReich bleibt.“ 35 )
D. Röslin: Kepplerus kombt Griechisch daher, ich bin ein Teutscher:Davus non Oedipus.
Keppler: Niemand zu gefallen hab ichs Griechisch geben, dann alleinD. Röslino, weil er auch ein Griechisches Wort gebraucht: Catastrophe.
D. Röslin: Kepplerus sagt, der König auss Franckreich sey ruhig,vnd lass jhm wol sein, habe sich doch verkehret, vnd sein Lehr geendertwider viler Menschen gedancken, vnd villeicht wider D. Röslins gedanckenselber.
Keppler: Wann nit dieser knotten vnd etliche andere Solchem gleichin dieser D. Röslins schrifft fürgelauffen weren, het ich sie wol mögen vn-verantwortet lassen. Herr Doctor: dentem pro dente, nit aber vitam prodente. Diese rach ist zu vill. So für vnseelig soll D. Röslin mich nitansehen, das ich von dem König in Franckreich in einer öffentlichen schrifftsolliche dinge fürbringen werde: wie sie dann auch derzeit halben nit hie-her gehören, sondern zehen Jahr zuruck: derhalben sie mir wider D. Rös-lin im geringesten nit dienstlich gewest. Wer mir also D. Röslin lieberein Oedipus oder Dasypus, dann ein Davus gewest.