Band 
Volumen VIII. Pars I.
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Judicium matris Kepleri.

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aber Zeiig Ambtz vnd gewissens balber nit annemmen kbennden, sonnderu dennselbendamit abgewisen. 19. Ausserhalb des angebottenen Biichers vnd der Ducaten. werenichtz berichtet worden, sey auch noch nie vonnothen gewessen. 20. Vsser der ge-meinen Statt Pfleg einen, Zeügen erachtens aber vsser der heilchen Pfleg, wereM. Christophen Barbierern im Wildtbadt gesagt worden, Interrogiertes Medtiin zuecurieren. welcher den schaden andersten nit getaufft, dann er khomme vom zuebe-raiten Hexenwerckh her.

Ad 39. Articuliertes seye wahr, vnd werde der Beveich, desswegen erganngen,noch vorhannden sein.

Vff die Interrogatoria Zeiig geantwurtt: i. Nein, sonnder vilmehr, das vff seinZeügen grundtliches vnd warhafftes nothwendiges berichten, die Fürstliche beveichervolgt seyen. 2. Zeug halte darfür, das die Beclagte Kepplerin, wann sie ein guetgewissen gehabt, nit vssgerissen were. 3. Mege wohl sein oder nit, Zeiig bette esnit aigentlich im gedechtnus behaltten. 4. Zeügen nichtz darvon bewust sein, habewohl darvon hören sagen, wüste aber khein grundt. habe auch noch der Zeit nitVrsach gehabt dessthalber fernners vleissig nachzuforschen. 5. Zeiig halte darfür,ihr böss gewissen habe sie hinunder vnd dann widerumb heruff getriben. 6. Zeügenerachtens were bey dergleichen altten weibern ein Ilerkhommen, solche ferne Baissenfürzuenemmen. 7. Vss erzehlten Vrsachen habe Zeiig es niemahlen andersten ge-halten, dann für ein Flucht, ein anderer aber mege es hallten, wafiir er wolle.8. Wahr, das Interrogierter Keppler vff dem Bathauss alhie erschinen, vnd verhandletworden, das aber der bösse Verdacht damalen abgelegt worden, habe Zeüg bissheronit verstanden. 9. Zeüg wüste sich wohl zuerinnern, das es ein langer standt vndrecess gewessen, aber das mehrerthail ohnnöttig geachtet worden, darumben auchweiter nicht vff das Papier khommen, dann wie die Copey zuerkhennen gibt. 10. Mannhabe ja billich mit Stillschweigen Audientz geben, biss Keppler sein yberfluss vss-geredt habe, was aber Zeüg vorhin geredt der flucht halber, darbey lasse ers noch-malen verbleiben, wann aber Interrogant hiemit etwas schmehliches verstanden odergemeint, Zeüg ihme solches hiemit retorquendo in hussen geschoben haben will.11. Mann miesse es gestehn, vnd dergleichen niemalen widersprochen worden, aber dieKriegsvögt dess gethanen Aidtz halber sich offtermals hart beschwert. 12. Ist hie-nach inseriert. (Kepleri literae, quas p. 363. praemisimus.) 13. Die Vrsachen der Fluchtwere hie oben schon verantwurtt. 14. Die Beclagte Kepplerin hette Zeügen selbstenzue etlich malen geclagt, sie würde von vihlen Personen ein Hexen gescholtten odergeschmcelit, alss aber Zeüg die Personen namhafft zuemachen begert, die Kepplerinangezaigt, sie habe Zeügen solches nur im Vertrawen wollen geclagt haben, damit siebey jbme Zeügen bösses nachdenckhens verursacht. — Nachdem in der Instructionandeitung beschehen (v. s. p. 394), das zue endt eines ieden Zeügen deposition diebeim 3 vnd 6 prob, gesetzte Interrogatoria sollen gebraucht werden, hat Zeüg selbigeverantwurtt alss volgt. Vff das 1.—8. Interr. Was Zeügen von disseu Fragstuckhenallein bewust, das were hieoben schon verantwurtt. 9. Zeüg were noch nie in GottesCantzlei khommen, derowegen Interrogirtes für ohngereimbt erachte.

Der ander Zeüg Donatus Giiltlinger, Burger zue Leönberg, hat vff ge-laisten Aydt etc. (ut supra) geantwortt: 1. Vngever 50 Jor altt. 2. Wisse nit was essey. 3—5. Yberall nichtz. 6. Seye ihme dissfalls ein theil wie der ander. 7. Habesich nit mit seinen mitgezeügen besprochen.

Ad 4. 3. Er habe wohl von einem trunckh hören sagen, seye aber nit dar-bey gewest.

Ad 6 . Hette solches von der Clegerin selbsten gehört, vnd weil er hievor ingleichem Spital kranckh gelegen, Sie ihne erfragt, wassgestalten er wider zue seinergesundthait khommen were.

Vff die Interrogatoria alle Zeüg nichtz respondiert, alss nachdem die Glasserinihme erzehlet, weichergestalten sie von der Kepplerin einen trunckh empfangen, so-baldt sie selben vercostet gehabt, sie gleich gesagt, Pfuy teüffel, was ist das, washabt- ihr mir zuetrinckhen geben ? es ist so bitter alss ein Gail. Er Zeüg nichts dar-yber dann diss gesagt, was sie von der Kepplerin zuetrinckhen gehabt, da sie dochwohl wisse, was sie für ein fraw seye. Welches sie Kepplerin werde erfahren haben,desswegen sie den Michell an ihne geschickht, vnd zuewisseu begert, warumben er sieein Vnholdt gescholten, welches aber er Zeüg nit gestannden, sonndern begert, mansolle ihne mit dergleichen Sachen zuefriden lassen. Volgend Zeitt hette die Kepp-lerin ihne Zeügen vff dem Marckht allso angeredt, ob der guet Michel nichtz zueihme Zeügen gesagt habe, vnd was sein Antwurtt gewesen. Er sie daryber bcant-Kepleri Opera VIII. 26