Band 
Volumen VIII. Pars I.
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Judicium matris Kepleri.

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das Ambthauss geschickht, die ebenmessig verletzt worden, were die Kepplerin nitmehr nach Hauss, sonder zur Statt hinausgezogen, vnd seidthero nit mehr heimkhommen,derowegen ihr Behaussung bisshero verwahrt vnnd verkhaufft worden. 3. Nicht ohnsein, dan sie in der erste ein Rechtstag oder zwen besucht. 4. Ebenmessig nit ohn sein,dann sie gehn Stuetgart zue gericht gangen. 5. Das werde der Kepplerin am bestenbewust sein. 6. Ja. Kepplerin habe solches vssgeben. 7. Das wisste sie nit. 8. DerSohn were gleichwol hiriiber im Landt gewessen, vor Gericht aber oder was sonnstenseine Verrichtungen gewesen, Zeugin nit wissendt. 9. 10. Zeügin bette nichtz darvongehört. II. Wahr sein, dann selbiges noch heit zu tag geschehe. 12. Hernach zue-finden. 13. Mann sage sonnsten, wer ihme förchte, der fliehe, wisse aber nit wie esdiser orthen beschaffen. 14. Zeugin erachtens, wann die Kepplerin were anheimbsspliben, were sie nit in so hohen Verdacht khommen.

Ad 46. Was der Kepplerin Mann hinauss getriben, das habe er niemandengeoffenbart, vnd wann schon er etwas verspürt oder gewusst, so werde er doch seinerKhinder daran verschont haben wollen.

Der Neinzehendt Zeug, Anna Maria, M. Job. Maisterlins gewessenenPfarhers zu Gebersheim seligen hinderlassene Docliter (23 oder 24 Jahr alt). Ad 44 .Vngefär vier Jahr seye es nunmehr, das sie Zeügin bey Ludtwig Sigelin zue Stutt-gardten gedient, vnd alss sie ihres Maisters Gaiss einer Nachbarin Magt bevohlen,ebenmessig dem Hürten nachzuetreiben vnd zuemal gleich den Buechbinder Gross-schopff gefragt, ob des Pfarhers zue Gebersheim Biecher noch nit eingebunden, denlenckhen Fuess vfF den stain vor dem Hauss, damit sie in den laden hinein sehenmegen, gesetzt, hette die Kepplerin sie Zeügin vff selbigen ihren lennckhen Fuessgeschlagen, vnd strackhs darvon gewichen, dem Schlossblatz zu hinumb gegangen,daraufF alssbaldt sie Zeügin ein stechen ann solchem schenckhel empfunden, welcherschmertz von tag zue tage je lenger je mehr yberhandt genommen, das man sie endt-lich heimfieren miessen, Doctor vnd Artzet gebraucht, aber alles wenig helffen wellen,inmassen sie solchen schmertzen an ihrem leib wohl empfinde, fürnemblich zue ohn-gewitters, oder aber dcss Monns New oder Volmons Zeiten. Alss aber wie erzehltnach empfangenem straich, welcher zimblich empfindtlieh gewessen, sie Zeügin vmb-gsehen, wer doch solches gethan, hette die Kepplerin zue ihr Zeügin gesprochen,botz bist schon wider hie, daruff sie geantwurt ja, darob gar ybel erschrockhen, dannsie wohl gewmsst, das sie Kepplerin in etwas bössem Verdacht seye. Vff die hierybergestehe Fragstuckli Zeügin respondirt: 1. Sie Zeügin seye. selbsten das jung Medtlin.2. Sie empfindtz leider diss tags noch, allein kliende sie Got lob widerumb darbeyschaffen.

Der Zwaintzigst Zeüg, Daniel Schmidt, Schneider (vugever 46 Jar alt).Ad 47 . Vor 10 Jahren vngevarlich, alss Zeiig der Beclagtin Kepplerin Schneider ge-wessen, vnd derselben in ihrem Hauss geschafft, sie zue ihme Zeügen gesprochen,man setzt euch vnd ewrer Iiaussfrawen feindtlich zue, aber euch khan vihl wenigerdann ewrer Haussfrawen zukhommen. Daryber er gefragt, warumb das? Sie geant-wurtt, Er Zeiig segnete sich zue wohl, wann er vffstandt oder nider lig, welches dauner Zeug je vnd allwegen gethan, aber disen Vmbstenden nach, (-weil Zeiig zwey arbait-seelige Khünder bekhommen, welche auch vssgesocht vnd verstorben, die Kepplerinaber Zeiigen vielfelttig in sein Hauss geloffen, mehrerthails liederlichen Vrsachenhalben, all Zeit yber die wiegen vndt Khinder gelegen, welche Khinder nach vndnach kranckh worden, darunder das eine sein Zeügen Haussfraw nacher Schäckhingen,demselben alda helffen zuelassen. getragen, am 'Widerumbkeren aber, der Frawen vnddem Khindt, vnderwegs beim Obernthor die Kepplerin begegnet, vnd zue ihren ge-sprochen: Auwe, Auwe, wie habt ihr ein Creitz mit disem Khindt, ach es kan ihmeniemandt mehr helffen, es miesse eben allso vsssochen, aber sie Kepplerin wolte seinZeügen Hausfrawen einen Spruch lehren, welchen sie beim Vollmonn vff dem Kürch-hoff vnder dem freyeu Himmell sprechen miest, welchen Spruch Zeiig gewusst, aberlenge der Zeit halb abgefallen, es werde dem Khindt dannocht nichtz schaden, welchesZeiig gleichwol gebraucht, aber das Khindt were laider gestorben), Zeüg endtlichdarfür haltte, wann Kepplerin solte eingezogen, vnd peinlich gefragt werden, es mechtean tag khommen, das sie ihme entweder eins, wa nit zway Khind vmbgebracht. Vffdie Interrogatoria: 1. Zeüg selbst habe die zway kranckhe Khinder gehabt. 2. DasMedtlin Lucia vff dritthalb Jahr vngeverlich alt, das Knäblin Hannss David gehaissen,so zwey worden. 3. Die beede Kinder hetten nach vnd nach abgenommen, vssgesochen,sonderlichen aber dem Metlin die glider verwendt worden, grosse Knochen bekhommen,biss sie endtlich verstorben. 4. Kepplerin habe nit allein ihne Zeügen, sonndern auch