Band 
Volumen VIII. Pars I.
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Judicium matria Kepleri.

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Zeiigin Khindern mit dem Zeüg vffergelotfen. Alss die Kbinder nun vnder andereneinmahl abgeladen, von dem Offen der hitten miteinander zugangen, were die bcclagteKepplerin vormittags zue vngever 9 Vhren, welche schon für die Khiud hinaussgangengewessen, wider zueruckh gangen, vnd ihr Zeiigin Döehterlin ohngewarnter Sachen,ohnversch ulter Weisse vff den linckheu Arm geschlagen, das das Medtlin gleichschmertzen daran geclagt, gleichwol der Ziegler vermeint, das Medtlin were nur alsoob der Kepplerin erschrockhen, aber der schmertz biss am dritten tilg also hefftigzuegenommen, das sie Zeügin nit allein ihr beclagtin Kepplerin aigenen Sohn Stoffel,sondern auch dem Burgermaister Veit Schuemacliern ihr zugestanden Creitz geclagt,vnd Hilft' begert, der Solm aber, wie auch der Veit Schuemacher sich hoch bezeugt,sie wolten nit 100 guldin nemmen, das sie ein wort desshalben zue der Kepplerinsagen selten, derowegen sic die Kepplerin Selbsten, allss sie Strew von ihr bestandtsclieüreu heimtragen wollen, angeredt, was sie dann ihrem Töchterlin zueschlagcngehabt, was es doch ihren für leidtz gethan? Die Kepplerin aber solches gelaignetvnd mehr nit gestehen wollen, dann das sie vngefähr mechte an dem Medtlin fitr-yber gangen vnd angestraifft haben. Daruff sie Zeügin etwas herters an sie gestann-den, an selbige, so vff dem Gatter ihres Hauss gelegen, gestossen, das der gatter mitihr hinein gewichen, yber vihlfelltiges begeren. das sie dem Khindt wider helffen wolle.Kepplerin gesagt, sie besehe sie nit, darauff sie Zeügin erzürnet das Messer gezuckht,vnd gesagt, sie miesse ihrem Medtlin helffen, oder da sterben, darzue die Kepplerinanfangs beraitwillig gewessen, doch hernach ihrem Sohn Stoffel gerueffen, er wolleihren nur noch ein mahl zu hilft khommen. darauff sie Zeügin ablassen miessen, dannder Sohn sie Zeügin erinnert, wie das er ihr hievor gesagt, wann sie was zu Clagen,mege sie solches thuen, wa sie füeg vnd recht. Volgenden Morgens hette sie Zeügindas Medtlin fürn Vogt gefiert, ihr noth geclagt, welcher die beclagtin beschickt, dieaber lediglich nichtz gestehn wollen. Das der Vogt auch Zeügen hieryber erfordert,welche bestannden, das die Kepplerin das Medtlin geschlagen, daryber sie Kepplerinvssgerissen. Allss sie aber uachgehendtz wider einmahl alhero khommen, vnd sie Zeü-gin selbige beim weschhauss angetroffen, gleich mit einer Dreschschlagen hievormalsangetrowter massen ein straich etliche vff sie dargeschlagen, mit fernerer betrowung,wenn sie Zeügin ihr Kepplerin Sohn nit fürchten mieste, wolte sie selbige allso schla-gen, das sie so wohl schmertzen, alss ihre Khinder haben mieste, dann sie ihrenschon zway Khinder arbaitseelig geritten, das erst, wie hieoben alberait angezaigt,das ander Khindt aber khendte sie gleichwol nit wissen, wie es anfangs damit zu-gangen. Alss aber sie vff gepflogenen Rath nach laut eines gestehen receptz ihremSohn Jacob, welcher nun mehr lange Zeit grossen schmertzen erlitten, etliche Kreiterzue einem badt eingekhaufft, darinnen sie den Knaben 9 taglang in einem zuegerieh-ten Badt baden sollen, doch dergestaltten, das entzwischen nicmandteij frembds yberdas Badt khommen khende, were gleich ersten tags ohngewarnter Sachen die beclagteKepplerin yber das badt khommen, ihrer Verrichtung halber eine schuldtforderungzuwort genommen, des andern tags, alss der Knab widerumb im Badt gesessen (widervoriges tages zuesagen. nemblichen weil sie ein kranckhs Khindt, sie mit der bezah-lung nit ybertreiben wolle), den Sohn zueliaischen geschickht, gleich baldt aber siehernach gevolgt, vnd abermals yber das badt khommen. Nach vollendter Baden Curaber vnd Verscbeinung vngevar 4 wochen hernach, alss sie Zeügin vom Holtzschnei-den heimkhommen, vnd ihren Sohn hören wintzeln, hette sie denselbigen gefragt, wasilime anlige, daryb derselb ihr zuverstehen geben, es were ihme so wehe vmb dasHertz, das er besorg, er miesse erstickhen, indem sie mm demselben ein Beth vonKliussiner in der Stuben zuegerichtet, das er gleichsam sich vffreehtlingen nur darangeleint, weil er othems halber das ligen nit leiden megen, hette sich ohngewarnterSachen an den Fenstern in der Stuben ein erschröckhlich Sausseu vnd Braussen er-haben, nachvolgendtz ein schwartzer Vogell, in grosse einer Tauben, mit grossen äugenzum fenster herein khommen, gleich dem Knaben vff den Ruckhen zwischen die Schul-tern gesessen, vnd mit beeden Flittichen vff die Achsel geschlagen, volgentz von dan-nen vff den Simbssen gesessen, sie Zeügin angesehen, vnd alss sie dahin getrachtet,wie sie selbigen Vogel iahen mege, were selbiger wider mit so schrecklichem brasseinvnd braussen hinauss geflogen, wie er herein khommen. In nachvolgender Zeit derKnab grössere schmertzen yberkhommen, dann zuvor niemahls. Zuvor vnd ehe sieden schaden au ihren Khindern erfahren, hette sie gross Vnglickh an ihren Rossenvnd Kälbern gehabt, aber nit gewust, woher solcher schadt khommen mechte, vff einZeit aber gesehen, das vilgedachte Kepplerin vss ihrem vffgeschlagenen schurtz einKepler! Opera VIU. 27