Band 
Volumen VIII. Pars I.
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Judicium matris Kepleri.

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will, das doch cintweder vff E. F. G. Bevelch mein gegenthail mir meinen vffge-wendten Vncosten, sambt billichem Abtrag meines Weibs Leibschmertzen, der 300 fl.zuerstatten angehaltten, oder doch das den 15. Jan. yberschickhtes Examen einest-mahls dem Richter widerumb zuegesendt werden mechte etc.

Joannes Keplerus Lincio hanc misit petitionem ad Ducem Würtfembergiae (s. d.):

Durchleiichtiger Hochgeporner Gnädiger Herr vnd Landsfiirst. E. Fürst].Gnaden seind mein Vnderthänigkhaitt vnd armes Gebett zu Gott bevor. Gne-diger Fürst vnd Herr, Es ist meiner lieben Mutter Katharina Keplerin Wit-tib, E. F. Gn. Vndcrthanin zu Löwenberg hochbeschwärliche Rechtführungnunmehr in so langen Verzug vnd Verwirrung gerathen, das Ich nichts höhe-res zu fürchten hab, dan das nit etwa der Richter, vnd consequenter auchE. F. Gn. als Landsfürst selber, durch Vnsers gegenthails listige Renckhe,von dem aigentlichen scopo auff frembde terminos verlaittet werden. Willderohalben ein beylaüffige summarische Widerholung des gantzen Verlauffs,zu fürpringung folgender meiner vnderthänigen supplication vnvmbgenglich sein.

Anno 1614 liatt mein liebe Mutter mit grossem Hertzenlaid erfahrenmüessen, das sie in der Statt Löwenberg hin vnd wider durch die Reinoldinals beclagten Gegenthail verschraiet worden, als ob Sie ein Zauberin war vndIr Reinoldin einen bösen Trunckh beygebracht, durch wölchen sie in ein vn-hailsame Hauptkranckhaitt gefallen: desthalben mein Mutter Sy durch vil-faltiges ernstlichs Verweisen abmahnen lassen.

Anno 1615 hatt die beclagte, mit Zueziehung Ires Manns vnd Bruders,des Kreütle von Tübingen, der des Vogts zu Lüwenberg gar gutter freündvnd Dutzbruder ist, meine Mutter bey jetzbesagtera E. F. Gn. Vogt diserThat halben angeben, sie fürfordern lassen, vnd alda vorm Vogt ein sollichenvnchristlichen process mit Ir fürgenommen, das mein Mutter, vnd Ire in Wür-temberg anwesende Kinder nit vnderlassen könden, solliche atrocissimas in-jurias ad animum zu revozirn vnd die injurianten vor dem Statgericht zuLöwenberg zu beklagen. Es hetten zwar die injuriae, Irer qualitet nach, son-derlich propter consequentiam villeicht gar criminaliter angezogen werdenkhönden: es hatt aber meiner Mutter, als E. F. Gn. Vnderthonin, Ires Ver-stands, vnd nach der Orten gewonhaitt, mehr nit dan civilis actio gepü-ren wollen.

Nach angefangenem Rechten hatt man auff Gegenthails seitten (der mitden fürnemisten zu Löwenberg verwant) allerhand Vergleich fürgeschlagen,wölches zuerweisen; es hetten sich auch mein Mutter vnd Geschwisterige gernchristlich behandlen lassen: Es ist aber durch dise diffamation das Junge StattVolckh wider mein Mutter, als ein altes vngestaltes vnd desthalben verdriess-liches Weib, so voller Argwohns worden, das Ir in alle Wege zu Vorkom-mung künfftiger vnverschulter Gefahr eine Zeügen Verhör zu erweisung Iresbiss anno 1614 zu Löwenberg erhaltenen gutten leimuts, vnd zu ergriindungdes Vrsprungs diser vnverschulten verleimbdung höchst vonnöthen gewest.

Vnterdess man nu durch das gantze 1616te Jahr auff die Zeügen Ver-hör gedrungen, hatt sich vnder andern auch ein abergläubische Segenspreche-rin vnd Kopffmesserin, Namens des Schinders Burga, so vom Almosen lebt,vnd vnser der beclagten Reinholdin täglichs brott im hauss (mag wol sein,das sie die mit Irem Kopffmessen auff den Wohn gebracht, als sey es Irzutrinken geben worden), meiner Mutter aber Schuldnerin von etlichen Jarenhero gewest, auffwiglen lassen, wölche meine Mutter, als die Niemanden vilschenckhen khönden oder wollen, anstatt der eingeforderten schuld, mit noch