Band 
Volumen VIII. Pars I.
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Judicium matris Kepleri.

mehrern Verleümbdungen zubezahlen vermaint, fürgebend, als ob mein MutterIr ein Kind erlahmet, wölches sie mit abergläubischen Sachen, vnd also mitdem Teüffel bezeugen hatt wollen; daran aber sie nit vergnügt, sondern alsnechstes Tags vor der angestelten Zeugen Verhör, vnder einer Schaar Maid-len, auch diser Burga Töchterlin meiner Mutter auf! offener Strassen begege-net, vnd sich vor derselben, als einer durch Ir Mutter beschraiten Zauberinentsetzet, ist mein Mutter hierauf! abermahlen einer beschedigung dises Kinds,an wölchem doch lange Zeitt gezweivelt worden, ob Ime das wenigiste ge-breche, bezüchtiget, von der Burga mit blossem Messer angerennet, vnd dar-auf! durch Gegenthail beim Vogt angehalten vnd sovil erhalten worden, daser an statt dessen, das Er der Burga begangnen frevel begehrter massen hettestraaffen sollen, vilmehr die so lang gesuchte, vnd nechsten Tags hernachangestelte Zeügenverhör in puncto eingestelt, hingegen einen hochpräjudicir-lichen bericht an E. F. Gn. Cantzley getlian, dadurch theils E. F. Gn. Räthebewegt, in Deroselben Namen einen sollichen Befelch an den Vogt ergehenlassen, der zwar vnserm Gegenthail vnd seinem starcken Anhang auss demRath zu Löwenberg, nit weniger auch obbesagtem des Vogts guttem freündKreütle, entliehen vnd nach gestalten Sachen, auch dem Vogt selber zu er-leüchterung vnd abhelffung Irer beclagung, vnd zu translation des handeis indie Cantzley, meiner Mutter aber zu höchster Versehimpffung vnd gefehrunggedigen haben wurde, wo nit meine geschwisterige in betrachtung dises garzu Partheylichen processes, vnd eilender versperrung meiner Mutter hauses,für rathsam befunden hotten, das Sy Meine Mutter mit beglaittung Ires Sohns,meines Brüdern, eine raise von Irer Tochter zu Haimaden auss zu mir nachcrLintz, als Ich leugst begehrt gehabt, fürnemen, vud alda meiner Hülff vndraths pflegen solle: wölches, weil es im December des 1616. beschehen, dar-auf! ein Kelte, vnd meiner 70 Järigen Mutter Kranckhaitten eingefallen, sichalso mit Irer Widerkuufft nacher Haimaden biss in September des 1617. ver-weilen müessen.

Vnterdess haben E. F. Gn. auf mein gehorsames supplicirn vilfältigebefelche an Vogt ergehen vnd demselben anbefehlen lassen, das die fürgenom-mene Sperr auffgehebt, mein Mutter auch abwesend zu fortsetzung Ires Bür-gerlichen Rechtens, vnd erweisung Irer Vnschuld zugelassen werde. Vnd istSie entlieh anno 1618 zu der so lang gesuchten, vnd durch Gegenthail auchappellando verhinderten Zeügenverhör gelanget, hatt integritatem famae bissauf! den Anfang diser Rechtführung mit gnugsamen, sonderlich mit vier alterEhrliebender Gerichts- vnd Rathspersonen aussag probirt vnd erwisen, dar-neben dargethan, das die beclagte dero verführten lebens halben mit Ir garnit zu vergleichen, vnd sampt Irem Anhang nit den wenigisten grund IrerVerleimbdung habe, sondern mit allerlay abergläubischen Sachen vmbgangen,dardurch selber bev Ir nit allein disen falschen Wohn, sondern vnzweifel auchIre Kranckhait verursacht.

Es war nu Zeitt gewest, das der Richter einen Richterlichen gerechtensententz gesprochen hette, dessen sich Gegentheil nit zuerfreüen gehabt habenwurde. Wie hette aber die Beclagte disem Irem Vnhail füeglicher entgehensollen, als durch attentierung einer neuen criminal action, in deren Sy ausseiner Beclagten zur Klägerin werden, vnd also das Jenige, was Ires be-dunckens vnd Wunsches, E. F. Gn. als Landsfürsten lengst gepüren wollen,für sich selber Thails herein bringen, vnd mit einem Wort, (Irem aigenenBerhüemen nach) diss Spil der Cantzley in die Hend spilen möchte. Wie