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Judicium matris Kepleri.
Vff E. F. G. gnedigen bevelch ist die verhaffte Catarina Kepplerin alhie in beyseinHern Specialis, vnd dreyer Gerichts personen examinirt, vnd weil Sie nichzit gestendigsein wellen, mit denjenigen wider sie clagenden personen confrontirt worden.
Da dieselb gieichwol die Theologische Articul mit Ja vnd Nein verantwurttet,in den ClagsPunkten aber sich gantz verdechtig erzeugt, da sie nahendt alle personender Vnwarheit bezüchtiget vnd einem jeden seines Zustandts Vrsachen vnd herkommenanzaigen wellen, weyl nun verhaffte Kepplerin vnd Ir Dochter mich vor der Zeitvngietlich angeben, als wann ich ausser bössem affect wider sie gehandlet, alss habein diser Examination vnd Confrontatiou Ich den Stattschreiber alhie das Protocollhaltten vnd verferttigen lassen, auch einig wortt weder darzu noch davon gethan.Welches Libell E. F. G. Ich hiemit gehorsamblich yberschickhen sollen, etc.
Datum den 15. Augusti 1620.
Lewenberg. Examinatio et Confrontatio, die daliin von Stuet-gardt auss in Hafftung geliiffertc Catharinam Kepplerin betreffendt.
Vff den 11. Augusti anno 1620 ist vff abgangenen Fürstlichen gnedigen Bevelchin der Amptsbehaussung zu Leonberg vor Herrn Speciali vnd Vndervogt, auch LudwigBilfingern, Severin Stahlen, vnd Ilanss Jossenhanssen, allen dreyen des Gerichts,sampt Wernher Feuchten, Stattschreibern daselbsten, obbesagte Kepplerin examiniert,auch wa nothwendig gegen andern confrontiert, vnd in solcher Verhandlung von IhrKepplerin sowohl vff gftettlich ansprecben, alss auch erinnerlich zuereden, Allss inallem erkhundigt vnd in erfabrung gezogen worden, wie hernach volgt.
Sie Catharina hat weder das Antasten von J. Hallers Medtlin von ihro be-schehen oder dem Töchterlin einiger schaad vnd Nachthail zuegefüegt worden, imgeringsten vnd wenigsten nicht gestendig sein wollen, sondern disses alles per purawidersprochen vnd verlaugnet.
Disses aber were sie Kepplerin in kheinen Weg abredig, sondern freyes Willensbekandtlich das sie dem Vndervogt alhie Luther Einhornen hievor der Zeitten indem Ampthäuss. die wider sie von Vrsula Reinholden vnd Walpurga Hallerin auchandere mehr angebrachte vnd vff sie geclagte Punkten zur F. Cantzley, sein Vogtsbeschehenem ercleren nach, vnberichtet zuelassen, desswegen einen Silberin Becherzuverehren nicht allein anerbotten, sondern da er auch ein solches nicht gleich ab-geschlagen vnd vihlmehr Ihr willfarth, sie dissen Becher Ihme gleich zue handengelüffert hette. Vnd alss eben nach verrichter Examination vnd beschehener Confron-tation mehr beschribene Kepplerin widerumb vom Stattknecht in die Weiber gefänkh-nuss gefüertt werden sollen, hatt sie nochmahlen, doch ohne gegebene Anlaittung,vnder der Stuben thüren der Amptsbehaussung, disses anerbottenen Bechers halben(dessen zwar Vogt vnd der Stattschreiber nicht wahr genommen, aber Herr Specialisvnd die drey Gerichts Persohnen wol gehört), mit dissen Wortten vssgeschlagen, daserstangedeitter Bacher noch (dem erachten nach das der Vndervogt damitt gemaint,sonderlich wann mann Ihr Kepplerin volgen solte) kommen mieste. Sie will abersonsten mit w r eitterer sprach, das sie vsser forcht oder bössen gewissens dises desVogts vorgehabt vnd beschehen berichten damit zu verhindern begert, gantz vnd garnicht aussschlagen, oder die wenigste anzaig thuen.
Auch ob sie schon vsser Landts sich nacher Lentz begeben, hette sie dochdessen erhöblicbe Vrsachen gehabt. Dann nachdem sie alss ein altte betagte Weibs-persohn vnd Witib, meniglichs erachten nach, Ihrer Hausshaltung, vihl weniger dembeenden Veldtgäetlin mehr abzuewartten vnd vorzustehen getrauet, dahero auchsolches Ihren Kindern endteckht, vnd vmb Verschaffung anderer mittel selbige ange-sprochen, alss betten beriiertte ihre Kinder sich mit einander dahin verglichen, siedie muetter einig vmb das ander, doch gegen gepürenden Costgeltt zuevnderhaltten,desswegen sie sich vor lengst verflossener Zeit nacher Lentz zue ihrem Sohn in dieCost gethan, anjetzo bey wenig Wochen aber were sie endtschlossen gewesst, reverenterin ein baad zuziehen, wie sie dann neben einem gepackhten Fellis 20 fl. an gehtbey sich gehabt, vnd schon damit biss allernechst an Vlm khommen. Alss sie abervnderwegs mit vnversehener Kranckheit yberfalleu worden, hette sie desswegenwidervmb vmbkkeren miessen, wie sie sich dann etlich Zeit zue Esslingen vffgehalten,aber auch widerumb von dannen hinweg nacher Hewmaden zue ihrer Dochter verfliegt.
Wie schlechter glaub aber disser zweifelhafften, vnder dem Schein vorgewandterBaaden Chur zuezustellen, das ist darauss abzunemmen, das da sie ja in ein Baadbegehrt hette, nicht den Weeg vff Vlm zu gesuecht haben wurde, vnd hat eben sieKepplerin disser Vssflucht ein gestaltt geben, wie andern hernachfolgenden Sachenauch Dann sie sich vilmahlen mit ihren selbstaigenen Wortten in der Examination