Band 
Volumen VIII. Pars I.
Seite
432
JPEG-Download
 

432

Judicium matris Kepleri.

auch vorgehalten worden, die hatt aber alles verneint vnd gantz vnd gar der Vssaggemess nichts bekhanndtichs sein wellen, allso das dissmals nichts ferrors oder Weitterszu erkhundigen gewesst.

11) Daniel Schmidt (p. 111) hat hievorig sein getlione Vssag der Kepplerinnochmahlen von Wortt zu Wortt vnder äugen geredt. Die Kepplerin aber hatt zuihrer endtschuldigung ganntz vnd gar nicht wissen wollen, ob bette Zeug jemahlenkranckhe kinder gehabt, oder vilweniger, das sie sein Zeugen Weib mit einem der-gleichen kranckheu kindt begegnet were, also sich hierinnen für genntzlich excusiertzusein vermaint. dessen aber kendte sie nicht abredig sein, weil ja einmabl Zeugvermaintt, das sie Ihne vnnöttiger Weiss in seinem Ilauss vilfeltig yberloffen, das esvornemblich der Vrsachen geschehen, nachdem Ire Dochter die Pfarrerin zue Hew-maden ein Buelschafft gehabt, vnd die sag gangen, ob bette mitt Vorwissen seinZeugen sie berüerttem Ihrem Buehlen ein bar strümpff erkhaufft, desswegen bettesie billich hierumben auch nachzufragen gehabt, vnd solches bey dem Zeugen zuer-khundigen begerth.

Indem aber Zeug Ir solches widersprochen, vnd dise awegung gethon, das siedazuemahlen nicht nach strempffen, sondern nach Hossenbanden gefragt, alss hattsie selbiges gleichbalden acceptiert. Aber es hatt Ir der Zeiig zuverstehen geben,das er darauss Ir wanckhelmiettig vnd vnwahrhafft wessen verspüren miesste, dannsie so vnzalbar vmb geringer Vrsachen Willen, nicht eben disses, sondern auch andernhaillossen wesens halber in sein Zeugen Hauss gewandert, vnd nicht nur allain yberdie Wiegen, darinnen die Kinder gelegen, sich gelegt, sonndern auch alle Sachenherumb vnd nuinb (ohnbefohlen) durchgrystt, allso das er Zeug nochmahlen glaubte,das sie Kepplerin laider ihme zum weinigsten eins, wo nicht zway Kinder vmb dasLeben gebracht.

Welches Kepplerin allso geschehen lassen, vnd kein weittere Red darübergeben, dann das sie eben vnschuldig sein wollen.

12) Barbara Mayers seeligen nachgelassene Tochter (p. 4M), so zu disserZeitt nicht anhaimbsch, sondern zue Esslingen gewesst, hievor angezaigte vnd vffsPappir gebrachte Wissenschafft ist der Kepplerin auch vorgelesen aber darbey an-gezaigt worden, daferr sies begehren solte, sie gezeugin citiert werden miesste, dessenaber die Verhafftin", nicht begehrt, sondern mit dissen folgenden Wortten (aber garvngläublich) vssgeschlagen, das es der Vrsachen ohnnöttig, indem man zue Stuett-gardten besagter gezeugin Ir gethone Vssag widerumb vorgelessen, das hierauff disseserzelts Bastian Mayers Tochter Vssschlag gewest: 0 Jesus, sie hette disse Vssag nitgethon, so were auch selbige von Ihro niemanden angezaigt noch wissent gemachtworden. Ob aber die gezeügin der Verhafftin Vorgeben geständig, das ist gleichwolvnbekhandt, aber gar nit glaublich, das sic ihrer Vssag ererst zue Stuettgardten soltevil erinnert oder selbige Ir vorgelesen worden sein.

13. 14. Stoffel Frickher, Gastgeb zum Ochssen vnd Barbara sein Ilauss-fraw Cp, 407) seindt bey ihrer bievorig gethaner Vssag bestindthafft verblibeu, dieKepplerin aber hatt sich zue einicher bössen tliatt, oder das sie Ime Stoffeln vnderder Metzig im fürübergehen an seinem ainen sclienckhel etwas schädliches zugefüegt,nicht bekhenuen wollen. Disser Erstberiiertte Stoffel Frickher aber Ir Kepplerin nochferrer vnder äugen geredt, alss vor dissem in seiner Vssag argezaigten schmertzen erin die Vorstatt in Jacob Stöckhlins, auch Metzgers, Ilauss klommen, vnnd die Kepp-lerin allda angetroffen, selbigen tags aber ein gross vnd schädlich Wetter gewesst,vnd vnder andern gespräch er Zeiig vermeltt, das solch Wstter dem gemainen ge-schray nach von den Vnholden herriehren solte, were darüb gleichbalden die Kepp-lerin zur Stuben hinauss geloffen, vnd nicht lenger sein olr ander Vmbstehenderreden zugeherdt. Alss aber er Zeug sich auch nicht lang da-elbsten vffgehaltcn, son-dern in das Veldt begeben, vnd nacher dem Metzei Vieh, ob selbigem keiu schad be-gegnet, sich vmbgeseken, were Ihme Zeugen schon ein gucts vor der Statt draussenim Ellsässer die Käpplerin, an welche er dissmalils nicht mdir gedacht, auch nichtvermaintt, das sie alss ein Weibs Persohn zu selbiger Zeitt ;uns Veldt lauffen solte,widerumb begegnet, welche er dann erfragt, wa sie gewesst, die Ihme aber kein Reddarüber geben, sondern Ihres Pfadts forttgezogen, doch nur ein kleines vnd nichtweitt für Ihne Zeugen füri'iber khommeu, sich widerumb vnbkhcrdt vnd gegen Ihnevermeldt, sie wolte Ihme die jenige Reden, so er in Jacob Stöckhlins Hauss geredt,wol eintrenckhen vnd Wett machen. Er Zeug aber, ob sie Kepplerin sich wol einmehrers verlautten lassen, doch dessen nichts angenommen sonder fürüber gangen.Allso da sie Ihme etwas zugefüegt, miestens ob angeregte seine beschehene Reden