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Judicium matris Kepleri.
Falls nun der F. clagende Anwallt wider verhoffen bey einem oder mehr arti-culn nitt sollte gnug respondirt, will er solche olmverhoffende mängel durch dieWortt: „glaubt nit wahr“ ergenzt haben.
Nachdem auch die Kepplerin nahend alle wider sie einkomne clagpuncten, ihremeignen wissen vnd gewissen entgegen, frevenlich abgestanden vnd nicht wahr sagendörffen, als ybergibt demnach F. Anwallt, zu besterckung berüertter clagpuncten nach-folgende additional articul, inn hoffnung selbige, sovil ihm in disem process vnd zuerhalltung deren wider sie Kepplerin begerten tortur obgelegen, zubeweisen.
1. Sagt demnach erstlich wahr sein, das Donatus Giltlinger der Kepplerin imampthauss in Leonberg vor dem Herrn Special, auch Vndervogt, item dreyer Gerichts-personen vnd dem Stattschreiber allda vnder äugen gesagt, Sie hab vff ein Zeitt, alssie ihne etlicher reden halb besprochen, vnd beneben zue wissen begert. was sonstender Glasser Vrsel Kranckheit halb für reden im schwanckh gehen, gegen ihme ver-meldet: ja sie hette der Glasserin zu trincken gegeben, aber weyl 2 käntlen nebeneinander gestanden, inn deren einem sie ein tranck für sich eingemacht gehabt, diekäntlen verwechsslet worden.
2. Wahr, das Kepplerin gestendig gewesen, sie hab gedachten Giltlinger alsozu Red gestelt, aber gleichwol vff voriger Red nitt gebliben vnd jedoch zum besehlussdisen Donatum für einen Bidermann passiven, auch sein Wissenschaft, die sie Kepp-lerin nach lengs angehürtt, verbleiben lassen.
3. Wahr, dass B Beütelspacher ihr ebenmessig vnder äugen gesagt. Sie habihm vnd Bastian Mayers Haussfrawen vor 10 jahren an einem Sontag wider beederWillen, einen trunck geholt, dardurch er Beutelspacher also eilend vnd jämmerlichzugericht worden.
4. Wahr, dass er Beuttelspacber ihr vnder äugen gesagt, Er hette offtermal vonBastian Mayern hören sagen, sobald sein Haussfraw in der Kepplerin hauss genöt-tigter weys truncken, das sie nachmals gleich derauff kranck worden, anfahen sochen,vnd entlieh gar gestorben.
5. Wahr, das die peinlich beclagte Kepplerin solches gegebenen Trunckhs nitkönden abredig sein.
6—8. Wahr, das ihr vnder äugen geredt worden, was ihr eigner SohnHeinrich von ihr aussgesagt, nemlich sie were kein recht Weib, sie führe ein solchärgerlich leben, das er sie selbs bey der Obvigkheit anbringen wolle. Aber wahr, dasdie Kepplerin hierüber allein fürgewendt, ihr Sohn W'ere ein roh- vnd gottloser gsellgewessen, sie köndte hieraus abnemen. das er ihr nitt vil gutts nachgeredt habenmöchte, weil sie ihme starck verwisen, das er die evangelische lehr verlaugnet vnddie Catholische religiou angenommen.
9. So ist jedoch in gegenspil wahr, das sie Kepplerin selb bekennt, sie hab im27. Jahr ihres alters, da sie schon mit ihrem hauswirtt verheuratet gewesen, ohnan-gesicht sie von jugend auff in der Lutherischen lehr erzogen worden, zu Weyl derStatt bey den papisten communicirt.
10. 11. War das die Kepplerin vff den fürhalt des Osswald Zahnen bekennt,das sie zu dreyen mahlen vss angezaigten Vrsachen im Bachhaus gewesen. (Repe-tuntur verba ipsa examinis testium.)
12. 13. Widerumb wahr, das sie vff die .angaben des M. Stehle sovil bekennt,das sie selbigen mahls am morgens für die gedachte scheuern kommen.
14. 15. Ferners wahr, das sie Kepplerin der betastung oder bestreichung derschenckhel von Margrete, Kndriss Leibbraud Zieglers Ilausfrawen, wie auch dess ge-gebenen steinlins nit abredig gewesen.
16. 17. AVahr, das sie solche Reden von Stoffel Frick Metzger (nemlich derSachen inngedenck zu sein vnd solches gegen ihme wett zu machen) bekantlich ge-wesen, vnd gleichwol darneben ein liederliche ausred herfürgesucht, benebens nittanzeigen wollen, wie sie solche Dröwortt gemeint.
18—20. Der Kepplerin ist weitter vnder äugen geredt worden, als sie bey leb-zeitten des vorigen Zieglers in die Zügelhütten kommen .... das sie bekennt, sie weredort gewesen etc. (cfr. p. 433). Aber hingegen wahr, das ihr Kepplerin, was sie vondem fuhrknecht zu bementlnng ihrer wurmstichigen sach eingewendt, mit satten \ r mb-stenden widersprochen worden.
21—23. Der Kepplerin ist in confrontatione (wie weitter wahr) von DanielSchmiden auch vnder äugen gesagt worden, das sie ihme Daniel wegen ihrer kranckenkinder gerathen, sie sollen vff offenem kirchhoff einen segen sprechen. Vnd obwol