Band 
Volumen VIII. Pars I.
Seite
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Judicium matris Kepleri.

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vnd achtet sie cs dahin, das sie ohne Vrthail vnd Recht, eine vier Monat-liche Tortur aussgcstanden, wölches Ir vmb sovil schmertzlicher ist, wan siebedeuckhet, es haben jetzo gleich die wider sie geclagte vermaintliche indiciavor dcro gnugsamer ervvegung ein so grosses ansehen, als sie immer kliön-den, da doch Sy selber an allem noch bisshero fürgebrachten nit das weni-gste offenbarliche Vnrecht fürsetzlich begangen, darumben man den gefassetenVerdacht Irer aignen schuld zueschreiben möchte, sondern das vilmehr die-selben Ire bekantliche Verhandlungen mehrern Thails, als Christlicher liebgemäss , zuloben seyen: das aber solche von andern in vngleichen Verdachtgezogen worden, dessen einig vnd allain Ir Gegenthailin, so sie vor sechsJaren bösslich vnder die leiitte getragen, vnd desthalben rechtmessig beclagtworden, die Schuld habe.

Noch vil beschwärlicher vnd gefehrlicher ist fürs ander, das besagtevnser Mutter von solchen Zwaien Hüettern verwachet würt, wölche in grossenschulden steckhen, deren einhelliges zusammengeschwornes Tichten vnd Trach-ten nur dahin gehet, wie Sie baide langwürigen dienst haben mögen, dest-halben Inen zu behauptung dises Ires intents nichts zuvil, vnd zubefahren,das sie eines so alten Weibs vngeschickte reden, kleimmitigkhaitt, Wanckel-mut, Vngedult, vnd was dise belästigung mehrers erfoltern mag, etwa bösslichauffangen, anmercken vnd aussdeütten, also entlieh, sonderlich wan sie ab-gefertigt werden sollen, die verhaffte mit noch mehrern suspicionibus beladenmöchten, als deroselben vor der Verhafftung aulf dem hals gelegen. Zu demend dan vnzweivenlicli auch vnsers gegenthails Raise nacher Güglingen an-gesehen sein möchte.

So verursachen fürs dritte dise vnnütze verschwendische Hüetter mitvnnöthigem Holtz brennen, vnd damit sie nit zu offt in ofen schlieffen, einenvnerschwinglichen Vncosten, so gar, das inner wenigen Wochen mein Muttervon Irem Aigentumb bey disem hausshalten nichts mehr yberig behalten würt:wie dan alberait sie sogar vmb den credit kommen, das die Obrigkhait zuLöwenberg, Ir die alimenta zuverschaffen, alle dero feldgüetlin in einem kauffsamptlich hingegeben, vnd drüber zwischen vns Geschwisterigen, die wir dasvnserige darbey haben, ein gantz vnzeittiges disputat erwecket, drüber Ichvon meinem Bruder verdacht werde, als ob allain Ich, mit meiner Ankunfftins Landt ein solliche Verlengerung vnd so grossen Vncosten, der Ine künfftigin die eiisseriste armut bringen möchte, verursachet habe: der Ich doch nebensGott im Himmel zuclagen hab, das Ich mein armes Weib vnd Kinder vnder-wegs in der fremde zu Regenspurg versetzet, meinen zu mir genommenenZeerpfenning ohne einige frucht vnworden, vnd dannoch etwa bald vnverrichterSachen, mit schand, spott vnd hertzlaid, weil Ich khain credit im Land nithabe, wider davon ziehen müesste.

Wan aber, Gnädiger Fürst vnd Herr, Ich mich yber Dero fürstl. An-walts gegen meine Mutter geführten peinlichen Clag, nach vleissiger durch-lesung aller eröffneter Acten, gar nit scheühe, vnd es, anlangcnd die erwar-tung des Gerichtlichen Processes nur vmb den vnerschwinglichen Vncostenzuthuen: als will zwar E. F. Gn. Ich gehorsamlich haimgestelt haben, Obsie vnsers anhaltenden Gegenthails vnzimlichc attentata, vnd Obtestationes,auch böslichen Missbrauch des Namens der Barmhertzigkhait Gotteszu vnbarmhertziger Verfolgung vnserer Mutter vnd begehrung dero gerin-gen Armuetlins, entliehen verspüret hetten vud desthalben mein Mutter,