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Vita Joannis Kepleri.
gesundthaitt des leibes vnd gemüths, vnd mir bessere ausskunfft beschert bette,also das sie das Hertz vnd auch die Mittel gehabt hette, sich besser bekandtzu machen, wolte Ich gern gesehen haben was Ir an Irer ehr durch meinsternsehen wäre abgangen. Ich hab sie nie vil hören Fraw sternseherinhaissen, cs sey dan im schcrtz gewest, Ir nam Kepplerin ist Ir alzeit ge-pliben. Was solt Ich mir grauen lassen bey meiner einsame, wärt doch vnserOrden grösser. Der Herr Ilelmhard Jörger wiirt schon allberait zu Wien derJunge Keppler genennet, vielleicht auch der Junge sternseher. Ein Weib hattvnd behelt Ir ehr besonder Irer gebürt vnd tugcntlichem verhalten nach, siedarf! dem Man nit helffcn sternsehen: Wie hingegen auch meine Weiber andem jenigen namen khainen thail haben, den Ich in fernen landen habe, odernach meinem todt lasse.
Wan man der sach selber nachforschet, warumb die sternseher ein sol-liches gelachter machen, so findet es sich, das vnder diesen namen mancherime selbst einbildet ein Wnnderthier, das die äugen nit wie ander leutte fürsich, sondern nur gen himmel richtet, in summa, es lauttet fast als wan manden Nelle nennete(?). Ich bin aber der mainung die Lappen seyen vnder alleOrden ausgctbailet, da gehören nit die obren darzuc, wie man einen nenne,sondern die Augen, wie er sich verhalte. Es müst der teiiffel sein, das einerdas sternsehen nit lehrnen khünte, er wäre dan geschossen.
Ja möcht ains sagen, die sternscher machen aber Calcnder,die ligen so vil, das man ein Sprichwort auss Inen macht.
Antwort. Ob Ich wol khainen Calcnder mache, so beken Ichdoch, das diese arbaitt sonsten wol einem sternseher zugehöre, vnd Ich woltIrer auch machen, wan der Calendermacher nit sonst sovil wären. Dan warumnit? Einen Calcnder muss man haben, sowol als die decreta vnd mandata,das man sich darnach richten khünde. Das aber die Calcnder heüttiges tagsso verlogen seind, da thuen uns etliche miiessige Prediger diesen spott autf,die so vil drein setzen, das nit drein gehört. Sie soltens plciben lassen, vndIrer Cantzel obwarten. Item hatt es vnder dem gemeinen Man, ja wol auchvnder den Schreibern vnd lloffleütten so vil grober vnverstendiger knebeln,das sie Immer zu einem sternseher in obren ligen, vnd mainen sie sollen Inenvil von künfftigen Dingen sagen, geben also den sternsehern Vrsach, das siesich vnderwinden, Inen Iren fiirwitz zu büssen. Gleich als wan die Wcrckegottes anderst nit würdig wären, das man sie anschauen vnd Inen nachrechnensolte, sie haben dan alwegen etwas zubedeütten, das sich au ff sollicher unver-stendiger leiitte seltzame humores richten nüiesse. 0 du armer David du bistschabab mit deinem sternsehen, das du hin vnd her in deinem psalter ein-fiihrest, worzu nutzet es? Sagstu doch nit, was es bedeütte.
Nu wolan Ich bin ein Mathematicus, Philosophus vnd Histo-ricus, der tausente Schreiber waisst sich nit zu besinnen, was diss für Wörterseind oder wie weit sie raichen, vnd bin von einer Er. Landt. ob der Ensvnder disen dreyen Namen zu einem Diener auffgenommen. Sie gelten sovilals ein Gelehrter, der allerhand Sachen gelesen vnd in zimlicher gedächtnusshatt, derselbigen auch sich gebrauchen kan zum nutzen deren die Ine bestellen.
Die Mathematica gehet sonderlich auff alles was gemessen vnd ge-rechnet werden mag, die Philosophia gehet auff erfindung der Vrsachenaller Dinge, die da geschehen, item auff gutte sitten vnd Erbarliches Ver-halten, auff allerhand vernünfftige behelff zu seliger Verbringung diss zeit-lichen gebrechlichen lebens, die Historia gehet auff alte geschichtet! vnd