Band 
Volumen VIII. Pars II.
Seite
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Vita Joannis Kepleri.

Was von dom Mondt gesagt worden, das ist auch von allen andernDingen, die mit des Monds Liecht wachsen vnd abnemmen, in seiner Maasszuverstchcn. Hiebey sonderlich der menstruorum zugedenckcn. Das muss mannicht ansehen wie ein Kalb ein new Thor, sondern gedenken, dass es auchein Stück sey von demjenigen Bandt, damit Himmel vnd Erden zusammenverbunden vnd dass es nicht materialiter zugehe, sondern dass die Natur,facultas uteri, oder Seel im weiblichen Leib ihr verborgenes Auffmerken auf!den Himmel vnd des Monds Liecht habe.“

Feselio, canicularium dierum vim in terrestria neganti, assentitur Kcp-lerus et inter alia haec profert: „Ich will zwar keinem Medico fürschreiben,was für Zeiten vnd Qnaliteten der Lullt ihme am liebsten seyn sollen, pur-gationes zu verordnen. Das aber mag ich mit Warheit sagen, dass mir imAugusto das Bier viel che sawer wirdt, wann es Regenwetter gibt, dann wannbeständige Hitz ist. Ob auch der Wein gern bey nasser Zeit im Augustovmbstehet, wolle Feselius selber in acht nemen, der sitzet bey einem guten

Trunck. In Astrologia so wol als in Medicina künte man etlicher mas-

sen gewisse Effectus praediciren, mit Herzuziehung anderer Vrsaehcn vnd mitAussdingung, nicht zwar wie man die Zigeuner vexirt: „Du lang lebst, dualt wirst“, sondern wie die Medici aussdingen: wann der Patient gute Diäthält, so wirdt die Krankheit sich auff gewisse Täg so oder so anlasscn, eskomme dann ein böses Vngewitter dazwischen, das mag auch ein Enderungbringen u. dergl.

Dem Theil der Astrologia, welcher auff lauterm erdichtem Grund be-ruhet, gönne ich gern den titulum auss Cicerone, das sie sey ein vngläublicheAberwitz vnd Chaldaisches Vngeheuwer. Alles aber, was in der Astrologiaeiner Erfahrung gleichsiehet, vnd sich nicht offenbarlich auff kindische funda-menta zeucht, das halte ich für würdig, dass man darauf! achtung gebe, obes sich gewönlieh also verhalte vnd zutrage. Vnd wann es dann sich fastzu einer Beständigkeit anlässct, so halte ichs nun ferner für würdig, dass ichder Vrsachen nachtrachte, verwirf! es auch nicht gleich ganz vnd gar, wannich schon die Vrsach nicht völlig erlernen kann.“

Feselius astrologiae imperfectionem qua laboret objecerat, dicens: „dicSterne leuchten alle zusammen, darumb kündte der Astrologus uit einen jedenSternen besonders probieren, was er für eine Krafft habe. Was thuen hiedie Astrologi?“ Ad haec Keplerus: „Si binden das gantze vermischte Büsch-len von aller Sternen Liechtstraalen zusammen, schneiden es ab, vnd werffencs in ein Wasser, lassen es drey Tag vnd drey Nacht aneinander sieden, sofallen die Zasern von einander. Will es D. Feselius nit gläuben, wie sollich dann ihm gläuben, dass er probieren könne, dass das Rhabarbarum dieGallen aussziehe, da doch aller Vnrath in dess Menschen Leib bey einandervnd vntereinander vermischet. So wenig ein vnerfahrener Astronomus vonder Medicinischen Erfahrung vrtheilen kan, so wenig gebühret es einem Me-dico, der die Astrologiam physicam nit geiibet, dess Astrologi Erfahrung vmb-zustossen, vnd darauf! die gantze Astrologiam zu verwerflen. Vnd will ichnicht gläuben, dass D. Feselius alle vnd jede simplicia an der MenschenLeiber selber probiert habe, wie müste er so ein grossen Gottsacker gefüllethaben? Sondern er wirdt den Alten glauben etc. Nicht anderst haben dieAstrologi vnderschidliche Mittel, hinder die Kräfften der Planeten zu kom-men. Sie betrachten die Färb, die Grösse, die Klarheit etc.

Gewiss ist es zwar, dass in den Prakticken vnd sonst mehrern Astro-