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Die Küstenvermessung und ihre Verbindung mit der Berliner Grundlinie / ausgeführt von der trigonometrischen Abtheilung des Generalstabes ; hrsg. von J. J. Baeyer
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II. §. 17. Anordnung der Beobachtungen.

§. 17. Anordnung der Beobachtungen.

Obgleich der Ertelsche Theodolit zum Multipliciren der Winkel ein-gerichtet ist, so wurde er doch nicht dazu gebraucht, weil man die einfacheBeobachtungsweise vorzog. Der Grund hierzu wurde darin gefunden, dafsdie Ablesungsfehler des Instruments sehr gering sind, und da das Multiplici-ren der Winkel vorzugsweise nur die Ablesungsfehler vermindert, so ist das-selbe für kleine Instrumente mehr geeignet als für grofse.

Bei Anordnung der Beobachtungen kömmt es hauptsächlich darauf an,schwer zu vermeidende, nachtheilige Einflüsse möglichst unschädlich zu ma-chen, und kleine Fehler des Instrumentes weniger durch eine höchst müh-same Berichtigung, als vielmehr durch die Beobachtungsweise aus dem Re-sultat zu schaffen. Dies wird immer gelingen, wenn man einer Beobachtung,die in einem gewissen Sinne mit einem Fehler behaftet sein kann, eine zweitehinzufügt, bei der dieser Fehler im entgegengesetzten Sinne Vorkommen mufs.Mit Rücksicht hierauf wurden die Beobachtungen angeordnet wie folgt:

Nachdem die Axe der Alhidade senkrecht gestellt und der äufsere Kreisfestgestellt war, wurde das Fernrohr auf denjenigen Dreieckspunkt, mit demman den Anfang machen wollte, eingestellt, und die Angabe der beiden Mikro-skope abgelesen. Diese Einstellungen und Ablesungen wurden nach einerleiRichtung herum, der Reihe nach, von allen übrigen Dreiecks punkten gemacht,und wenn sie beendigt waren, so wurde bei dem letzten wieder angefangenund in der entgegengesetzten Richtung bis zum ersten zurück beobachtet.Zwei so zusammengehörige Reihen bilden einen Satz. Hierauf wurde dasInstrument um 30° gedreht, das Fernrohr umgelegt, die Horizontirung nach-gesehen und verbessert, und die Beobachtung des ersten Satzes wiederholt.Zwölf solcher Sätze, von denen jeder immer eine um° fortlaufend andereStellung des Kreises hatte, und von' denen die Hällte mit umgelegtem Fern-rohr gemacht waren, bilden die vollständigen Beobachtungen auf einem Drei-eckspunkt.

Durch das Vorwärts- und Rückwärts-Beobachten der Objecte in ei-nem Satz wurde beabsichtigt, eine während der Beobachtung vorgekommeneregelmäfsige Veränderung des Ausgangspunktes der Kreistheilung unschädlichzu machen, und eine Drehung der Pfeiler und der hölzernen Beobachtungs-pfähle aufzuheben.