II. §. 17. Anordnung der Beobachtungen. 69
Durch die zwölfmalige Verstellung des Kreises, nach jedem Satz um30°, durchläuft der Anfangspunkt die ganze Peripherie des Kreises, wodurchman die Theilungsfehler unschädlich zu machen suchte.
Durch das Umlegen des Fernrohrs nach jedem Satz wird der Colli-mationsfehler aufgehoben.
Das Drehen der Pfähle, besonders der von Kiefernholz, ist oft sehrbeträchtlich; es ist ein Fall vorgekommen (auf dem Signal bei Trunz), wodie Drehung, bei einer Länge des Pfahls von 24 Fufs, und in Zeiträumenvon Stunde, bis zu 60" betrug, während dieselbe gewöhnlich, bei oft viellängeren Pfählen von demselben Holze und in denselben Zeiträumen, sich nurauf wenige Secunden belief. Es scheint, dafs Pfähle, wiche schon mehrereJahre gestanden haben, stärker drehen als solche, zu denen das Holz ersteinige Monate vorher gefällt wurde. Bei Eichenholz ist die Drehung gerin-ger als bei Kiefernholz.
Der Gang dieser drehenden Bewegung ist bei gleichmäfsiger Witte-rung ziemlich regelmäfsig, bei Sonnenschein stärker als bei bedecktem Him-mel, und nach feuchten, nebligen Nächten und darauf folgender Sonnenhitzeam stärksten. Die Bewegung selbst beginnt am Morgen mit dem Steigender Temperatur, wo sie gewöhnlich am stärksten ist, und dann allmählig ab-nimmt; ihre Richtung geht von Westen nach Osten dem scheinbaren Laufder Sonne entgegen, und dauert etwa bis zum Maximum der Tagestempera-tur, dann tritt ein Stillstand ein, der zuweilen nur von geringer Dauer ist,oft aber auch bis zu einer Stunde und darüber währt. Nach diesem Still-stand, wenn die Temperatur sinkt, nimmt die Drehung die entgegengesetzteRichtung an, und wächst gegen den Abend hin, ohne aber die summarischeGröfse der vormittägigen zu erreichen. Der gröbste Theil der rückgängigenBewegung fällt in die Nacht, denn am nächsten Morgen ist der Pfahl, bei tähnlichen Witterungsverhältnissen, ziemlich wieder in dieselbe Stellung ge-kommen, die er am Morgen vorher hatte. Gleichzeitig mit der Drehung vonWest nach Ost findet auch ein Krümmen des Pfahles gegen die Sonne hinstatt, welches mit der rückgängigen Drehung ebenfalls in die entgegengesetzteRichtung übergeht. Der Grund dieser drehenden Bewegung scheint in derhygroskopischen Eigenschaft des Holzes gefunden werden zu können, wobeider mehre oder mindere Harzgehalt der Fichtenstämme die Aufnahme derFeuchtigkeit und damit auch die Drehung vermindert oder vermehrt.
Es geht hieraus hervor, dafs man bei den Winkelbeobachtungen auf