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und Erweiterung der Theorie.
(lj, (2), (4), (5), (9), (10), bei denen die Strahlenbrechung eliminirt wurde, vonder Untersuchung aus, so findet man:
t. Aus 51 gegenseitigen aber nicht gleichzeitigen Bestimmungen den mitt-leren Fehler der Zenithdistance
= 3", 562
2. Aus 49 einseitigen Bestimmungen den mittleren Fehler der Zenith-distance
= 3", 899
Im ersten Falle beträgt der gröfste Fehler ii",S3 (Ausgleichung zwi-schen Vogelsang und Eichberg (12)) oder o r ,-2-29 auf die Meile; im zweitenaber 22", 96 (Ausgleichung zwischen Freienwalde und Jüterbogk (17)) oder naheo r ,5 auf die Meile, wobei jedoch bemerkt werden mufs, dafis die Beobachtangs-zeit hier ungünstig gewählt war.
Grobe Fehler können gröfstentheils vermieden werden, wenn man imAllgemeinen nach §. 113. des Vormittags keine Beobachtung zu einer Zeitmacht, die einen grölseren Abstand vom Mittage hat als dem halben Tagebo-gen o, t 45 zugehört, und des Nachmittags keine zu einer Zeit tlie einen grö-fseren Abstand vom Mittage hat, als dem halben Tagebogen o^se zugehört,dabei aber solche Richtungen vermeidet die nahe über Wälder oder Erdbodenfortgehen. Wenn an warmen windstillen Tagen die Luft bei ruhigen Bildernsehr klar und durchsichtig ist, wird man gut thun die Beobachtungen ganzeinzustellen, weil die Refraktion an solchen Tagen oft augenscheinlich gröfserist als gewöhnlich. Struve erkannte in dem Verhalten der Atmosphäre einMerkmal, und hält den Zeitpunkt, wo des Nachmittages das heftige Zitternder Gegenstände nachläfst, bis dahin wo die ruhigen Bilder eintreten, und desVormittages, nach dem Verschwinden der ruhigen Bilder bis zu einem sostarken Zittern, welches keine sicheren Beobachtungen mehr erlaubt, für diegünstigste Zeit zu Höhenbestimmungen.
Wenn man die in §. 105. entwickelten Formeln näher betrachtet, sofindet man, dafs bei einseitigen Beobachtungen der Zenithdistancen jedesmalder ganze Brechungswinkel auf die Bestimmung des Höhenunterschiedes ein-geht; bei gegenseitigen aber nicht gleichzeitigen Beobachtungen geht diehalbe Summe der aul beiden Stationen stattgefundenen Brechungswinkel ein,und bei gegenseitigen und gleichzeitigen Beobachtungen, ihre halbe Differenz.Hieraus folgt, dafs die letztere Methode eine gröfsere Sicherheit gewähren mufsals die anderen; allein die im §. 113. zusammengestellten Unterschiededer gemessenen Brechungswinkel sind doch so bedeutend, dafs auch diese