- -85 -
durch ihre Berührung und durch ihren Druck jede Schwingung augenblicklich vernichten würden,indem ein Körper nicht schwingen kann, wenn er anderswo, als an seinen Schwingungsknvtenberührt oder festgehalten wird. Eben so wenig hat die von Einigen geäußerte Meynung für sich,daß die Empfindungen -durch die Bewegung einer in den Nerven enthaltenen(gröber!'.) Fln > s >. gk e it fortgeleget werden sollen, so daß von dem Orte der erregten Empfindungan bis zum Gehirne immer ein Theilchm das andere stieße; es würde nähmlich, wenn auch dieNervenfasern als kleine Röhrchen eine breyige oder wäßrige Feuchtigkeit enthalten (wie es nach denBeobachtungen von Fontana scheint), bey der weichen Beschaffenheit und bey den mancherleyKrümmungen der Nerven unmöglich eine solche Stoßbewegung, mit einiger Stärke und Geschwin-digkeit von den entferntesten Theilen des Körpers bis zum Gehirne würksam seyn können. Auchdie Meynung, daß die Empfindungen durch Znsammenziehungen und Au sdehnungender Nerven (also durch Longitudinalschwingungen) fortgelcitct würben, möchte wohl wegender weichen Beschaffenheit der Nerven, wegen ihrer Krümmungen u. s. w. vieles wider sich haben.Unter allen ErklärungSarten möchte wohl die am meisten zu billigen seyn, da man eine sehr feineimponderable Flüssigkeit annimmt, welche in oder an den Nerven sowohl, als vorzüglichim Gehirne ihren Sitz hat, und vermittelst der Nerven sowohl äußere Eindrücke empfängt, unddeni im Gehirne enthaltenen allgemeinen Sensorium mittheilt, als auch von diesem aus auf dieBewegung der äußern Theile würkt. Diese Erklärungsart hat mit dem, was man an der Electri-citat und andern imponderabeln und incocrcibeln Materien wahrnimmt, (wenn es nähmlich Ma-terien, und nicht etwa nur Zustände ponderabler und cocrciblcr Materien sind, welches noch nichtmit Gewißheit bestimmt ist), einige Analogie, und widerspricht keinem bekannten Naturgesetze,sie wird auch durch die große Wirksamkeit der auf nassen Wege zu erhaltenden Elcctricität (oderder Galvanischen) auf die Nerven und Muskelfasern sehr begünstigt.
In Reils Archiv für die Physiologie r. D. 2. Hst. im ersten Aufsähe wird sehrwahrscheinlich gemacht, daß die Forklcitung der Empfindung (vdcr die Würkung von außen nachinnen) durch ganz andere Organe geschieht, als die Hcrv-orbringung einer willkührlichcn Bewe-gung (oder die Würkung von innen nach außen), nähmlich erstere durch das Nervenmark, letzteredurch die Scheiden der Nerven, oder das Zellgewebe derselben. -
. A n m. S ö m m e r r i n g liefert in seiner Abhandlung über das Organ d c r S e e l e §. 16.genaue Beobachtungen über die Endigungen der Hörnerven in der vierten Hirnhöle, wo diese weitdeutlicher und bloßer, als die Endigungen eines andern Nerven da liegen, (indem sie sich auf deruntern Wand derselben als zwey bis sieben markige Linien auszeichnen, die wie eingelegt aussehen,und sich durch ihre milchweiße Farbe vor den grauen Substanz dieser Wand unterscheiden), welchesuuch allem Ansehen nach mir Recht als der Grund angegeben wird, warum das Gehör starkerund mehr unmittelbar, als ein anderer Sinn auf das gemeinschaftliche Sensorium würkt, wierenn auch »och einer Bemerkung von Santorini an einem ausgezeichnet scharf hörenden dieKirnenden der GehZencrven weit hervorstehender und stärker als gewöhnlich sind gefunden worden.
a')jt -m^örnerven ist der Sehnervs (welcher nebst jenem uns die stärksten Eindrücke und diedeut untren -ocgiiffe giebt) mir seinen Enden in der vierten Hirnhöle am meisten ausgezeichnet,beyde sind a er Ichr vcrsch^.., gestaltet, und endigen sich an ganz entgegengesetzten Wänden dieserH-rnholc, nahmirch die Hörnerven an dem Hintern und die Sehnerven an dem vorder,, Schlüsse