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schäften der Zahlen, ein Gebiet, worauf sich Lcibniz besondersbewegt hatte. Vielleicht um das Talent seines neuen Schülers zuprüfen, legte ihm IIugens folgendes Problem vor: die Summeeiner abnehmenden Reihe von Brüchen zu finden, deren Zählersämmtlich =1, deren Nenner die Triangularzalilen sind. Leibniz fand das richtige Resultat, dass nämlich die Summe dieser Reihe= 2 ist.
Leibnizens Umgang mit II ug ens und seine Studien aufdem Gebiete der hohem Mathematik wurden jedoch bald durch eineReise nach London unterbrochen, die er im Januar des Jahres 1673im Gefolge des Churmainzischen Gesandten, des Baron von Schön-born, antrat. Ohngeachtet der speciellen Aufträge, die Leibniz hier für die Boineburgische Familie auszuführen hatte, wusste erdennoch Zeit zu erübrigen, um die Bekanntschaft der berühmtenMänner Englands, die damals in der Hauptstadt lebten, zu machen.Mit Oldenburg , dem Secretär der Londoner Societät, stand erschon seit dem Jahre 1670 in Correspondenz. Eine Liebhaberei fürdie Chemie*) vermochte ihn die Bekanntschaft des ausgezeichnetenChemikers Boyle zu suchen. Hier traf er mit dem MathematikerPell zusammen. Das Gespräch kam auf die Eigenschaften derZahlen und Leibniz erwähnte, dass er eine Methode besitze, Zahl-reihcn mit Hülfe ihrer Differenzen zu summiren. Als er sich näherdarüber aussprach, entgegnete ihm Pell, dass dieses Verfahren sichschon in einem Buche Mouton’s: De diametris apparentibus So-lls et Lunae, fände. Leibniz hatte dieses Werk bisher nicht ge-kannt; er lieh es sich eilends von Oldenburg , durchlief es und